1. FC Union Berlin: Bei der Personalie Querfeld weicht Lustrinelli aus

Am Ende war eigentlich alles wie fast immer in Leverkusen. Die Heimreise aus der BayArena traten die Profis des 1. FC Union Berlin am Wochenende mit leeren Händen an. 2022/23 hatte es beim 0:5 auf dem Weg in di...

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1. FC Union Berlin: Bei der Personalie Querfeld weicht Lustrinelli aus

Am Ende war eigentlich alles wie fast immer in Leverkusen. Die Heimreise aus der BayArena traten die Profis des 1. FC Union Berlin am Wochenende mit leeren Händen an. 2022/23 hatte es beim 0:5 auf dem Weg in die Champions League die höchste Saisonniederlage gegeben, 2023/24 markierte das 0:4 das letzte Spiel der Ära Urs Fischer und 2025/26 begünstigte ein kapitaler Aussetzer von Torhüter Frederik Rönnow die 0:2-Niederlage. Zwischendurch hatte es einmal unter Ex-Trainer Steffen Baumgart ein torloses Remis gegeben, da hatten die Köpenicker zumindest stark verteidigt.

Erschreckender Eindruck nach Abpfiff

Die 0:4-Niederlage, die Union nun unter Mauro Lustrinelli erlebte, reihte sich in diese Auftritte fast nahtlos ein und hinterließ bei allen Beteiligten dennoch einen erschreckenden Eindruck. Unter dem neuen Trainer, der im dritten Pflichtspiel in Deutschland seine erste Pleite kassierte, hat sich der Klub auf die Fahnen geschrieben, endlich attraktiveren Fußball zu spielen. Beim spektakulären 3:3 zum Saisonbeginn gegen Frankfurt gelang das schon phasenweise, allerdings wackelte dort auch die Defensive bedenklich.

Der 1. FC Union Berlin hat ein Problem, das vorher keines war

Kommentar

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Trotz eines überzeugenden Rönnow, der nach fast fünfmonatiger Verletzungspause sein Comeback zwischen den Pfosten feierte, entwickelten die Berliner im Abwehrverbund über 90 Minuten keine Kompaktheit. Schon nach 42 Sekunden musste der Däne erstmals hinter sich greifen, als Ezequiel Fernandez zur Leverkusener Führung traf.

„Wenn man Leverkusen so aufspielen lässt, wird es unheimlich schwer. Wir haben es nicht geschafft, die Lücken zu schließen, sind dadurch auch gar nicht erst in die Zweikämpfe gekommen. Immer waren wir einen Schritt zu spät, und deswegen hat Leverkusen auch total verdient gewonnen“, konstatierte Innenverteidiger Felix Uduokhai nach Abpfiff. Der 28-Jährige, der erst vor eineinhalb Wochen von Besiktas Istanbul zu Union und damit zurück in die Bundesliga gewechselt war, erlebte gleich bei seinem Debüt einen rabenschwarzen Nachmittag.

Torverhältnis aus den letzten fünf Union-Gastspielen in Leverkusen: 0:15.

Torverhältnis aus den letzten fünf Union-Gastspielen in Leverkusen: 0:15.

© IMAGO/Matthias Koch

Immer wieder stellten die Gastgeber Union mit ihren wendigen Spielern vor unlösbare Aufgaben. In der Entstehung des zwischenzeitlichen 2:0 von Facundo Medina kam die Lustrinelli-Elf in gar keinen Zweikampf (28.). Weil Leverkusens Torjäger Patrik Schick unmittelbar nach dem Seitenwechsel das dritte Tor für den Europa-League-Teilnehmer nachlegte (48.), war an diesem sportlich einseitigen Nachmittag früh klar, dass die Heimreise nach Berlin für Spieler, Verantwortliche und die mitgereisten Fans keine schöne werden würde.

Khedira blickt dem Schalke-Spiel entgegen

„Es war für uns eine Lehrstunde. Leverkusen hat mit den beiden frühen Toren in der ersten und zweiten Halbzeit totale Effizienz gezeigt“, erklärte Rani Khedira, der darüber hinaus die eigenen Fehler anprangerte: „Wir sind nicht richtig in die Zweikämpfe gekommen und haben Intensität vermissen lassen. Gegen Schalke müssen wir am Freitag unsere Tugenden zurück auf den Platz bekommen.“

Die Partie gegen den Aufsteiger, der knapp drei Stunden später mit einem torlosen Remis gegen den FC Bayern aufhorchen ließ, wird für Union zu einer echten Standortbestimmung. Die wilde Schlussphase gegen Frankfurt, in der Union einen Zwei-Tore-Rückstand mit großer Moral noch aufgeholt hatte, täuschte ein wenig darüber hinweg, dass der Defensivverbund in der Frühphase der Saison erhebliche Lücken aufweist.

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Auf der linken und rechten Seite bekommen Tom Rothe und Josip Juranovic die Außenbahnen nicht dicht, innen war neben Uduokhai auch Zeno Van Den Bosch indisponiert. Der Belgier, der beim Pokalerfolg in Braunschweig sein erstes Pflichtspieltor erzielt hatte, muss in der Abwehrarbeit dringend zulegen. Nicht unmöglich, dass Lustrinelli für das Aufeinandertreffen mit Schalke (Freitag, 20.30 Uhr; Stadion An der Alten Försterei) seine Viererkette abermals umbaut und Leopold Querfeld in die Startformation zurückbeordert. Der Österreicher saß in Leverkusen 90 Minuten auf der Bank, nachdem er gegen Frankfurt ein Gegentor mit einem haarsträubenden Fehler verursacht hatte.

Zeno Van Den Bosch durfte seinen Platz in der Startformation im Gegensatz zu Leopold Querfeld behalten.

Zeno Van Den Bosch durfte seinen Platz in der Startformation im Gegensatz zu Leopold Querfeld behalten.

© IMAGO/Malte Ossowski/Sven Simon

Über die Personalie Querfeld wollte Lustrinelli nach Abpfiff nicht sprechen. „Ich habe mich für elf andere Spieler entschieden“, blieb der Schweizer auf Nachfrage kurz angebunden. Generell, so gab es der 50-Jährige zu Protokoll, wolle er auf der Suche nach Fehlern und Gründen für die Nicht-Leistung zuerst bei sich und nicht bei den Spielern beginnen. „Das“, so Lustrinelli, „wäre eine Hexenjagd.“

Verwunderlich war in der Nachbetrachtung zumindest die Tatsache, dass der Trainer Querfeld nach dessen Reaktion gegen Frankfurt mit einem Tor und einer Vorlage noch explizit gelobt hatte, ihn nun aber mit der Reservistenrolle abstrafte.

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