100 Wildstauden abzugeben: Offenbachs Interkontinentale Gärten starten Aktion für Insektenvielfalt
StartseiteOffenbachStand: 18.09.2026, 19:00 UhrKommentareUns auf Google folgenEin kleiner Kohlweißling zu Besuch in Offenbachs Interkontinentalen Gärten. © Julius FastnachtAm Sonntag starten die Interkontinenta...
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Stand: 18.09.2026, 19:00 Uhr
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Am Sonntag starten die Interkontinentalen Gärten am Aliceplatz eine Wildstaudenaktion. Eine Gärtnerin hofft, ein Netzwerk für Offenbachs Insekten zu schaffen.
Offenbach – Die Bienen schwirren auch im September durch die Interkontinentalen Gärten am Aliceplatz. Ein kleiner Käfer krabbelt behutsam über ein Blatt. Eine Idylle, die vergessen lässt: Aus unseren Großstädten könnte diese Insektenwelt verschwinden. Von einer handfesten Krise spricht Birgit Schröder, Chefgärtnerin am Platz. „Denn wenn es keine Pflanzen mehr gibt und immer weniger Grün, dann gibt es auch keine Insekten mehr“, sagt sie. Die Botschaft der gelernten Zierpflanzengärtnerin: Offenbachs Ökosystem braucht Hilfe.
Wildstauden könnten gegen Insektensterben in Offenbach helfen
Genau hier, inmitten von Trubel und Hektik, setzt die grüne Oase, die die Gärten sind, an. Wer den Garten betritt, spürt ein Gefühl von Geborgenheit und innerer Ruhe, das sich im Körper breitmacht. Gemeinsam mit einem Team stellt sich die Gartengemeinschaft jetzt gegen das Insektensterben. „Unser Ziel ist, Trittsteine in der ganzen Stadt zu etablieren“, leitet Schröder zum bevorstehenden Event über.
Denn an diesem Sonntag, 20. September, präsentiert sich der Garten von 15 bis 19 Uhr als Paradies für Pflanzenfreunde und alle, die es werden wollen: Im Fokus steht die heimische Wildstaude. Auf die Besucher wartet eine vielfältige Auswahl dieser Pflanzen, die gegen einen kleinen Betrag mit nach Hause genommen werden kann – und später mal einen Anflugpunkt für die Insekten der Stadt bilden könnte.
Flughäfen für Offenbachs Bienen? Das ist der Grundgedanke des Konzepts. Ohne grüne Möglichkeiten zur Zwischenlandung haben es die Insekten schwer, längere Strecken zu überwinden oder sich überhaupt niederzulassen, um Nektar zu tanken. „Bienen müssen die Möglichkeit bekommen, ins Offenbacher Ostend zu reisen“, betont Schröder. Und hofft, dass der Sonntag den Start für ein grünes Netzwerk in der Stadt bilden kann.
„Für so eine kleine Pflanze ist immer Platz. Das sind wir der Natur schuldig.
Für einen leichten Einstieg hat das Team vorab Beispielkästen bepflanzt. Sie dienen zur Inspiration und sollen unerfahrenen Hobbygärtnern den Mut schenken, sich an der Pflanzung wilder Pflanzen zu probieren. Dabei zählt jeder Quadratmeter: Ob großer Hinterhof, kleiner Balkon oder schmale Fensterbank – jeder Ort kann ein lebenswichtiges Zuhause für Insekten schaffen. Ab 16 Uhr beleuchtet zudem ein Vortrag die tiefen Zusammenhänge zwischen Mensch und Natur.
Für Schröder und das gesamte Team ist die pflanzliche Vielfalt die Grundvoraussetzung für eine intakte Umwelt. Dabei kann eine winzige Wildstaude Großes bewirken. „Ich hoffe wirklich, dass viele Leute kommen“, wünscht sich Schröder. „Für so eine kleine Pflanze ist immer Platz. Das sind wir der Natur schuldig.“ (von Larissa Schlander)