150 km mit dem Fahrrad: Neun Achtklässler radeln von Hambergen bis Hameln

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150 km mit dem Fahrrad: Neun Achtklässler radeln von Hambergen bis Hameln

Stand: 11.09.2026, 19:07 Uhr

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Shülergruppe mit lehrern im freien

Zwischenstopp in Hoya: Die neun Schüler sind mit ihren zwei Lehrkräften Kim Triebe (l.) und Robert Kirchner (r.) per Fahrrad unterwegs von Hambergen nach Hameln. © Pauline Vockenroth

Vier Tage, 150 Kilometer, kein Handy – neun Schüler der KGS Hambergen organisieren ihre Fahrradtour komplett selbst. Beim Kochen läuft dabei nicht immer alles rund.

Hoya – Warme 25 Grad Lufttemperatur, strahlend blauer Himmel – das perfekte Wetter für eine Fahrradtour. So auch für die Schülergruppe der Gesamtschule am Wällenberg (KGS) aus Hambergen. Neun Achtklässler sind mit ihren zwei Lehrkräften Kim Triebe und Robert Kirchner vier Tage lang auf dem Fahrrad unterwegs. Die etwa 150 Kilometer lange Strecke führt sie von Hambergen bis nach Hameln. Nach der ersten Station in Achim machen sie auch in Hoya Halt. Für eine Nacht schlagen sie ihre Zelte auf dem Gelände des Wassersport-Vereins Hoya auf.

Fahrräder mit gepäck

Mit vollem Gepäck werden die knapp 150 Kilometer zurückgelegt. © Pauline Vockenroth

Hambergen, Achim, Hoya, Landesbergen, Minden und Hameln, das sind die Stationen, die die Gruppe mit ihren Fahrrädern abfährt. Dabei wären die Schüler eigentlich gerne in die Berge gefahren, wie Lehrerin Kim Triebe erzählt, etwa Berchtesgaden oder der Harz. „Wir haben das dann halt alles ausgemessen und durchgedacht und dann haben die Kinder auch selbst feststellen müssen, dass wir es kaum schaffen in der Zeit“, sagt Triebe. Es ist nicht das erste Mal, dass ein solches Projekt an der Schule durchgeführt werde. Damals übernachtete eine Gruppe auf dem Campingplatz und erkundete von dort aus die Umgebung. Ziel der beiden Lehrer ist es, diese Form von Projekt häufiger anzubieten und an der Schule zu „verwurzeln“, sagt Robert Kirchner. In Zukunft könnte es dann auch mal etwas länger gehen als nur vier oder fünf Tage. „Wir müssen das erst mal alles austesten.“

Der Aufruf für die Teilnahme galt für den gesamten achten Jahrgang und während beim ersten Treffen noch etwa 30 Kinder interessiert waren, sind am Ende nur neun unterwegs. „Es waren ganz viele Eltern, die gesagt haben: ‚Das trauen wir unseren Kindern nicht zu, so viel Fahrrad zu fahren am Stück‘“, erzählt die Lehrerin.

Pädagogischer Kern der Fahrradtour ist es, dass die Schüler alles selbstständig organisieren und Triebe und Kirchner lediglich anleiten und Hilfestellung geben. Von Zeltplätzen organisieren über Fahrradreparatur bis Kochen planen die Achtklässler alles selbstständig. Auch der Wassersport-Verein Hoya wurde von einem Projektmitglied angeschrieben. „Wir haben natürlich, ohne lange zu zögern, Ja gesagt“, sagt Eva Bach vom Verein. Nach einem kurzen Gespräch mit dem ersten Vorsitzenden sei sofort klar gewesen, dass die Wiese hinter dem Vereinshaus zur Verfügung gestellt wird. Dass die Selbstständigkeit manchmal eine Herausforderung ist, habe sich beim ersten Kochdienst an der Station in Achim gezeigt, erzählt Triebe. „Da gab‘s zum Beispiel in aktiver Selbstplanung der Schüler noch nicht ganz durchgekochte Nudeln mit so einer wässrigen Tomatensoße, die gar keine Konsistenz hatte“, sagt sie, aber lacht bei der Erinnerung daran. Der kulinarische Höhepunkt: Die Freiwillige Feuerwehr Hoya versorgt das Team mit frisch Gegrilltem – am Tag danach soll es wieder selbst gekochte Kartoffelsuppe geben.

Innerhalb der Schülergruppe wurden Teams gebildet, um sich den verschiedenen Herausforderungen zu stellen. Es gibt Leute für Motivation, Erste Hilfe, Organisation oder etwa Kochen. Lenny Witt (14) ist unter anderem für die Fahrradtechnik zuständig. In seinem Inventar befinden sich „Flickzeug, Inbusschlüssel, Schraubenschlüssel, Kabelbinder, Panzertape, das Wichtigste fürs Campen – und Seil“. Einen Ersatzschlauch sollte ohnehin jeder Teilnehmer mitnehmen. Sein Fazit an der zweiten Station: „Anstrengend.“ Etwa fünf Stunden dauerte die Fahrt von Achim bis Hoya, inklusive einer halben Stunde eingeplanter Pause. Doch die zweite Etappe hatte noch andere Herausforderungen bereit, so musste unter anderem ein Reifen gewechselt werden und verloren gegangenes Gepäck wieder eingesammelt werden. „Ich glaube, wir standen mehr wegen Reparaturen oder wegen Dingen, die heruntergefallen sind, als in der Mittagspause“, sagt Lenny.

„Bisher halten sie sich echt wacker“, fasst Triebe die ersten beiden Tage zusammen. Gezeltet wird mit dem, was noch auf dem Dachboden der Eltern gefunden wurde, und ein paar Camping-Neuanschaffungen. Für Kochutensilien und ein paar andere Dinge gab es finanzielle Unterstützung vom Rotary Club Osterholz. Insgesamt 500 Euro, von denen jetzt die Schule auch ein Dienstzelt für die Lehrkräfte angeschafft hat.

„Die größte Herausforderung für uns, oder für mich vor allem, wird dann noch die Rückfahrt mit der Deutschen Bahn. Die haben nicht garantiert, dass sie alle Fahrräder mitnehmen“, schaut Robert Kirchner gen Ende des Trips. Was die Kinder mitnehmen: „Abgefahren, dass wir die ganze Zeit draußen sind, ohne Handy.“