2,9 Prozent im August: Inflation in Deutschland zieht weiter leicht an
Die Inflation hat im August nach vorläufigen Daten erneut leicht angezogen. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag in...
- 2 min read
Die Inflation hat im August nach vorläufigen Daten erneut leicht angezogen. Die Verbraucherpreise stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag in einer ersten Schätzung mitteilte. Im Juli hatte der Anstieg bei 2,8 Prozent gelegen; nach wie vor sind vor allem die Energiepreise infolge des Iran-Krieges und der Krise um die Straße von Hormuz inflationstreibend, während die Lebensmittelpreise nahezu stagnieren.
Energieprodukte verteuerten sich den vorläufigen Angaben der Statistiker zufolge im August um 10,5 Prozent und damit noch einmal stärker als im Juli (8,3 Prozent). „Die Inflation im August ist wie in den Vormonaten auf stärker gestiegene Preise für Kraftstoffe und Heizöl zurückzuführen“, sagte Silke Tober, Inflationsexpertin des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der arbeitnehmernahen Hans-Böckler-Stiftung.
Anhaltender Iran-Konflikt könnte Preise weiter treiben
Zugleich flachte die Inflation bei Lebensmitteln weiter ab. Bereits im Juli war der Preisanstieg hier mit 0,4 Prozent stark unterdurchschnittlich. Im August kosteten Nahrungsmittel voraussichtlich sogar nur 0,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Je länger die Energiepreise aber hoch bleiben, umso größer die Gefahr, dass auch andere Preise steigen, weil zum Beispiel Transport und Kühlung von Lebensmitteln teurer werden.

© dpa/Wen Xinnian
Auch bei Dienstleistungen flachte der Preisanstieg weiter ab. Überdurchschnittliche Preissteigerungen im Dienstleistungsbereich, etwa infolge der Erhöhung des Mindestlohnes, hatten sich über Monate hinweg inflationstreibend ausgewirkt. Im August lag der Preisanstieg hier nun erstmals seit Längerem mit 2,8 Prozent wieder leicht unter der Gesamtinflation.
Weil zuletzt auch die Inflation im Euroraum sstieg –im Juli auf 2,9 PProzent –erwarten Volkswirte, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer nächsten Sitzung am 10. September die Leitzinsen im Euroraum zum zweiten Mal in diesem Jahr anheben wird. Mit höheren Zinsen kann die Notenbank die Inflation dämpfen, weil dann Kredite teurer werden und die Nachfrage gebremst wird. Die EZB strebt für den Euroraum mittelfristig eine Teuerungsrate von 2,0 Prozent an. Bei dieser Marke sieht sie ihr oberstes Ziel erfüllt: für stabile Preise und einen stabilen Euro zu sorgen. (AFP)