20-Jähriger überlebt 90-Meter-Absturz in Sächsischer Schweiz
Der Notruf erreichte die Bergwacht am späten Freitagabend, kurz vor 22 Uhr. Der Ausflug zu einer Boofe in der Sächsischen Schweiz endete für eine Gruppe von sieben Männern aus Leipzig anders als geplant: Einer von ihnen stürzte nach einem Fehltritt in der Nähe von Bad Schandau in die Tiefe.
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AUDIO: Junger Leipziger überlebt 90-Meter-Absturz in Sächsischer Schweiz (1 Min)
Sächsische Schweiz
20-Jähriger überlebt 90-Meter-Absturz: Bergwacht spricht von "tausenden Schutzengeln"
Stand: 05.10.2026 14:21 Uhr
Der Notruf erreichte die Bergwacht am späten Freitagabend, kurz vor 22 Uhr. Der Ausflug zu einer Boofe in der Sächsischen Schweiz endete für eine Gruppe von sieben Männern aus Leipzig anders als geplant: Einer von ihnen stürzte nach einem Fehltritt in der Nähe von Bad Schandau in die Tiefe.
von MDR SACHSEN
"Er hat tausende, wenn nicht gar zehntausende Schutzengel gehabt", sagte Jens Berger, stellvertretender Leiter der Bergwacht Bad Schandau zu MDR SACHSEN über einen 20 Jahre alten Leipziger. Er war am Freitag in den Affensteinen bei Bad Schandau rund 90 Meter in die Tiefe gestürzt.
Sturz auf dem Weg zur Boofe
Der junge Mann war mit sechs Freunden in der Nähe des Hentzschelturms auf dem Weg zu einer Boofe, als er auf einem schmalen Weg den Halt verlor. Daraufhin stürzte er etwa 70 Meter entlang einer steilen Felswand im freien Fall; den Rest rutschte er einen Hang hinunter.
Trotz des schweren Unfalls reagierte der Mann auf das Rufen seiner Freunde und war beim Eintreffen der Rettungskräfte ansprechbar. Er habe den Sturz überlebt, weil er auf weichen Waldboden gefallen sei und günstig gelandet sei, vermutet die Bergwacht.
Was sind Boofen?
Als Boofen werden natürliche Felsüberhänge oder kleine Höhlen bezeichnet, in denen Kletterer und Wanderer unter freiem Himmel übernachten. Die Tradition entstand in der Sächsischen Schweiz bereits im 19. Jahrhundert. Im Nationalpark sind Zelten und Übernachten im Freien grundsätzlich verboten. Eine Ausnahme gilt vom 16. Juni bis 31. Januar für 58 ausgewiesene Boofen außerhalb der Kernzone, wenn die Übernachtung in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Felsklettern steht.
Aufwendige Rettung in der Nacht
Wegen Dunkelheit, Totholz und des schwierigen Geländes dauerte die Rettung mehrere Stunden. Der Weg zum Verletzten musste laut Bergwacht mit Motorsägen freigemacht werden. Weil ein Hubschrauber aufgrund der Wetterbedingungen nicht eingesetzt werden konnte und die Unfallstelle nicht erreichbar war, wurde der Verletzte über die Felswand nach oben gezogen.
Der Mann kam mit mehreren Knochenbrüchen, Prellungen und einer Kopfplatzwunde ins Krankenhaus. Seine Begleiter wurden durch ein Kriseninterventionsteam betreut. Der Einsatz endete am Samstagmorgen 4 Uhr.
Weiterer Einsatz bei Rathen
Bereits vor dem Absturz-Einsatz waren die Bergwachten am Freitagabend gefordert. Um 20:55 Uhr wurde die Bergwacht Pirna alarmiert, weil sich drei Wanderer im Hirschgrund bei Rathen verirrt hatten. Sie fanden nach Einbruch der Dunkelheit den Weg aus dem steilen Hanggelände hinter dem Hirschgrundkegel nicht mehr eigenständig zurück.
MDR (kav)