20 Tomatensorten in Stedorf: Süß wie Honig

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20 Tomatensorten in Stedorf: Süß wie Honig

Stand: 01.08.2026, 06:30 Uhr

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hände mit tomaten

Wer Tomaten liebt, gerät in den Stedorfer Gewächshäusern sicherlich ins Schwärmen. 20 spannende Sorten, für den Salat, für die Soße oder zum Snacken, wachsen hier. © raczkowski

Die Biogärtnerei „WeserWuchs" baut knapp 20 verschiedene Tomatensorten an – von Cherrytomaten bis zu Fleischtomaten. Einige Sorten können bis in den Oktober hinein geerntet werden.

Dörverden-Stedorf – Der unverwechselbare Geruch von Tomatenblättern, krautig und scharf, wabert aus den Gewächshäusern. Beim Eintreten kommen andere Düfte dazu: süße Früchte, aromatische Kräuter, zarte Blüten. Und der Anblick erst: saftig-grüne Sträucher, soweit das Auge reicht. Die Zweige hängen schwer mit Tomaten in allen erdenklichen Größen, Formen und Färbungen. Sie sind dick wie Pampelmusen oder klein wie Kirschen. Dunkelrot, leuchtend orange, grün gestreift. „Pass auf, wo du hintrittst“, sagt Rosana und zeigt auf den Boden, wo üppige Basilikumpflanzen verschiedener Sorten wachsen. Wer die Biogärtnerei „WeserWuchs“ in Stedorf während der Tomatenernte besuchen darf, erlebt ein Fest für die Sinne.

„Wir haben knapp 20 verschiedene Sorten, darunter Cherry-, Cocktail-, Salat- und Fleischtomaten“, berichtet „WeserWuchs“-Mitarbeiter Benjamin Link. Zum einen wolle man den Kunden eine möglichst große Vielfalt anbieten. „Aber wir machen das auch, um die Saison zu verlängern.“ Einige Sorten seien schon sehr früh reif, andere könne man bis in den Oktober hinein ernten.

gelbe tomaten am strauch

Die Autorin mag es süß, deswegen war die „Yellow Submarine“ am Ende ihre Favoritin. © Raczkowski

Gemeinsam mit Gemüsegärtnerin Rosana Nehrke geht es dann direkt rein in die Sträucher. Mit einem Korb ausgerüstet darf heute geerntet werden, was das Herz begehrt. „Hier, schau mal“, sagt Rosana. „Dort haben die Tomaten eine kleine Sollbruchstelle.“ Wenn man das Früchtchen dort abzwacke, sei das besonders schonend, weil so der Stielansatz an der Tomate bleibe. „Das vermeidet kleine Schadstellen, durch die Keime eintreten könnten. Und dann kann man sie länger lagern.“

Ein Vogel fliegt ins Gewächshaus, pickt ein wenig herum und fliegt wieder raus. „Vögel stören uns nicht, im Gegenteil“, erzählt Rosana, während sie eine Handvoll leuchtend roter Cherrytomaten pflückt. „An den Tomaten haben die Tiere eigentlich wenig Interesse. Sie kommen her, um Insekten zu fressen, die auch für die Pflanzen zum Problem werden könnten.“

Große Tomate

Wuchtbrummen mit Aroma: Die Stedorfer Fleischtomaten bringen ordentlich Gewicht auf die Waage. © raczkowski

Am nächsten Strauch wächst eine Köstlichkeit mit dem schönen Namen „Ruthje“. Sie sei in Norddeutschland entwickelt worden und werde von den Kunden für ihren herausragenden Geschmack geschätzt, erzählt Rosana, während sie die schönsten „Ruthjes“ vom Strauch pflückt. Es gebe Kunden, die auf dem Markt extra an den Stand kämen, um gezielt nach dieser Tomatensorte zu fragen. „Außerdem kann die Ruthje gut mit dem Klima hier umgehen und braucht nicht so viel Dünger.“

Neben den Tomaten wachsen hier spektakuläre Auberginen in lila-weiß oder leuchtend grün. Einige Zucchinipflanzen mit zartgelben Blüten sorgen für weitere Farbtupfer.

Was ist „WeserWuchs“?

„WeserWuchs“ steht für eine kleinbäuerliche, klimagerechte und gemeinschaftlich getragene Landwirtschaft. Der Verein hat seinen Sitz in Dörverden-Stedorf und versteht sich als Ort „gelebter ökologischer Verantwortung, sozialer Teilhabe und demokratischer Selbstorganisation“, wie es auf der Homepage heißt. „Im Mittelpunkt unserer Arbeit stehen der Schutz und die Förderung von Biodiversität, die Entwicklung regionaler Ernährungssouveränität sowie der bewusste Umgang mit natürlichen Ressourcen. Wir bauen Obst, Gemüse, Kräuter und Jungpflanzen nach Bioland-Richtlinien an und vermarkten diese regional.“ Wer die Produkte kennenlernen will, kann im Hofladen in der Alten Reihe 33 vorbeischauen. Dieser ist jeden Dienstag und Freitag von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Ansonsten steht „WeserWuchs“ auch regelmäßig auf dem Findorffmarkt in Bremen.

Nach der Ernte zückt die Gärtnerin ein großes Messer und zerteilt die schönsten Exemplare. Einige sind so saftig, dass es spritzt, andere haben ein festes Fruchtfleisch in satten Farben. Die Stedorfer Tomaten zeigen sich in der Morgensonne von ihrer schönsten Seite. Erfrischend, fast ein wenig nach Limette, schmeckt etwa die hübsche „Green Stripe“. Aber auch alle anderen Tomaten aus Stedorf haben eines gemeinsam: richtig viel Aroma. Die Gewinnertomate der Autorin ist nach der Verkostung die „Yellow Submarine“, deren kleine, leuchtend gelbe Früchte aussehen wie Mini-Glühbirnen und die süß wie Honig schmecken.