21 neue Ladesäulen: Stuhr rüstet bei E-Mobilität auf
StartseiteLokalesLandkreis DiepholzStuhrStand: 24.08.2026, 19:00 UhrKommentareUns auf Google folgenEine von sieben bereits errichteten Ladesäulen präsentiert Wirtschaftsförderer Peer Beyersdorff am Kreisel Weyh...
- 3 min read
Stand: 24.08.2026, 19:00 Uhr
Kommentare

Die Gemeinde Stuhr lässt 21 E-Ladesäulen errichten – sieben stehen bereits, 14 folgen in Kürze. Der Energieversorger Enercity zahlt dafür jährlich eine Konzessionsabgabe in fünfstelliger Höhe.
Stuhr – Elektromobilität benötigt wohnortnahe Ladestationen. Die Gemeinde Stuhr hat das erkannt und ihr Angebot erweitert. In den Ortsteilen Brinkum, Moordeich, Varrel und Heiligenrode hat sie sieben neue E-Ladesäulen errichten lassen, weitere 14 sollen in Kürze folgen. Jede der Säulen verfügt über zwei Ladepunkte mit einer Leistung von 11 kW.
Gemeinsam mit der Gemeinde Weyhe hatte Stuhr im vergangenen Jahr die Konzession für die Errichtung von E-Ladesäulen vergeben, um Elektromobilität in den beiden Kommunen zu fördern. „Und zwar in der Fläche und nicht nur entlang der Autobahn, wo wir jetzt schon die großen Ladeparks von Tesla und Co. haben“, sagt Stuhrs Wirtschaftsförderer Peer Beyersdorff. Den Zuschlag hat der Hannoveraner Energieversorger Enercity bekommen, laut Beyersdorff die zweitgrößten Stadtwerke Deutschlands. Das Unternehmen betreibe den Ausbau seines Geschäftsfelds Elektromobilität.
Die neuen Ladesäulen würden die Voraussetzung dafür schaffen, dass die Bevölkerung, die Unternehmen und die Gewerbetreibenden Elektroautos überhaupt nutzen könnten. Davon profitierten insbesondere Bewohner, die nicht über ein Einfamilienhaus mit einer Fotovoltaikanlage und einer Wallbox verfügten, sondern in Mehrfamilienhäusern und Mietwohnungen lebten. „Auch für sie muss die Verkehrswende möglich sein“, sagt Beyersdorff. Schließlich sei der Verkehrssektor für ungefähr 20 Prozent der CO₂-Emissionen verantwortlich. Der Ausbau des Angebots zeige, wie eine Gemeinde „auch in diesen großen Themen“ handlungsfähig sein könne.
Beyersdorff spricht von einer Win-Win-Situation: „Auf der einen Seite war die Gemeinde über das Gebäudeenergiegesetz (seit Juli 2026 Gebäudemodernisierungsgesetz, die Red.) verpflichtet, auf den großen Parkplätzen E-Lademöglichkeiten für die Öffentlichkeit zu schaffen. Und wir haben jemanden gefunden, der uns dafür auch noch bezahlt.“ Die Konzessionsabgabe fließe jährlich in fünfstelliger Höhe.
Die neuen Ladesäulen befinden sich überwiegend auf Flächen kommunaler Einrichtungen: In Moordeich etwa ist es der Parkplatz der Grundschule, in Varrel und Heiligenrode sind es die Parkplätze der Kindertagesstätten. „Die Mitarbeiter fahren hoffentlich demnächst mit dem E-Auto zur Arbeit“, sagt Beyersdorff. Nach den Öffnungszeiten könnten Bewohner die Stationen nutzen. Weitere neue Säulen stehen in Brinkum an der Bruchstraße gegenüber dem Baubetriebshof und am Kreisel Weyher Straße sowie in Varrel an der Volksbank. 14 zusätzliche Ladesäulen kommen in Kürze an folgenden Standorten hinzu: Rathaus Stuhr (3), Haltestelle Marktplatz (3), KGS Brinkum (2), KGS Moordeich (2), Kita Meyerstraße (2), Kita Seckenhausen (1) und VHS Seckenhausen (1).
Von Lademöglichkeiten auf Parkplätzen von Verbrauchermärkten habe die Gemeinde Abstand genommen, weil die Dauer des Einkaufs in der Regel nicht zum Laden eines Fahrzeugs reiche, erklärt Bürgermeister Stephan Korte. „Dafür wäre ein Hochleistungslader, ein Supercharger, notwendig. Doch das bekommen wir nicht hin, weil der Strombedarf zu groß ist.“ Es sei der Job „von Avacon & Co.“, diese Gebiete zu versorgen. „Und das gelingt nicht in der Geschwindigkeit, die wir uns alle wünschen.“ Deshalb kämen die 11-kW-Lader zum Zuge. „Das ist der Standard. Da dauert es dann eben länger“, sagt Korte.
„Man hat ganz grob 15 Kilowattstunden Verbrauch auf 100 Kilometern. Wenn ich über vier Stunden insgesamt 44 kW lade, dann habe ich also für etliche 100 Kilometer wieder die Batterie voll“, rechnet Beyersdorff vor. Er spricht von einer guten Zielgröße. „Viele Autos haben gar nicht so viel größere Akkus.“ Auf jeden Fall tanke der Autofahrer zu 100 Prozent erneuerbaren Strom. Dies sei eine Ausschreibungsbedingung gewesen. Für den Bezahlvorgang hat die Enercity ihre eigene „easyGo“-Lade-App auf den Markt gebracht.
Laut Beyersdorff sind in Stuhr zwischen 23.000 und 24.000 Fahrzeuge zugelassen, davon 850 bis 950 E-Autos. „Das sind knapp vier Prozent, eine übliche Größenordnung. Und da merkt man einfach, dass wir noch ordentlich was zu tun haben, wenn wir den Sektor emissionsfrei entwickeln wollen.“