ZFF 2026: Das erwartet Sie beim grossen Zurich Film Festival

Seine Mutter war eine Ikebana-Künstlerin, sein Vater - ein Baron - war der Bildhauerei verfallen. Simon de Pury ist prima vista ein distinguierter Herr im Massanzug. In seinen legendären Kunstauktionen jedoch, gibt er den Glamrocker of Art. In «Focus» spricht Simon de Pury über die Kunst und was man daraus machen kann, seinen Aberglauben und seine DJ-Skills.

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ZFF 2026: Das erwartet Sie beim grossen Zurich Film Festival

22. Zurich Film Festival Stargäste, Premieren und ganz viel Schweiz: So lockt das ZFF 2026

Julianne Moore, Naomi Watts und Luna Wedler sind in Zürich zu Gast. Dazu gibt es spannende Geschichten aus der Schweiz.

24.09.2026, 13:29

Viel wird bestimmt über «111 – Echoes From Halifax» gesprochen. Thema ist das schwerste Unglück der Schweizer Luftfahrtgeschichte: Am 2. September 1998 stürzte eine MD-11 der Swissair auf dem Weg von New York nach Genf vor dem kanadischen Peggy's Cove in den Atlantik. Alle 229 Personen an Bord kamen ums Leben.

Frau auf einem Fensterplatz im Flugzeug, eine andere Person im Hintergrund.
Legende:

Der SRF-koproduzierte Spielfilm «111 Echoes From Halifax» mit Ursina Lardi feierte seine Weltpremiere Mitte September auf dem Atlantic International Film Festival (AIFF) in Kanada. Anfang Oktober kommt er in die Kinos.

Ascote Elite

«111 – Echoes From Halifax» ist kein Katastrophenfilm, sondern konzentriert sich auf die Hinterbliebenen. Eine ganz andere Schweizer Geschichte erzählt der Dokumentarfilm «Long Shot – A Filipino Curling Tale».

«Curl Runnings»

Es geht um den Schweizer Alan Frei, Mitgründer des Online-Sexshops Amorana, der das erste philippinische Curling-Team überhaupt gründete und davon träumte, es zu den Olympischen Winterspielen 2026 zu führen. Wer denkt da nicht an den Comedy-Klassiker «Cool Runnings» über eine Bobmannschaft aus Jamaika, die 1988 an den Spielen teilnahm?

Person in sportlicher Kleidung schiebt Curlingstein auf Eis.
Legende:

Alan Frei holte mit seinem philippinischen Team Gold bei den asiatischen Winterspielen. «Long Shot – A Filipino Curling Tale». Am ZFF feiert der Film Weltpremiere.

imago/Xinhua

Der Mann mit dem Hammer

Eine starke Schweizer Persönlichkeit steht in der Dokumentation «The Hammer» im Mittelpunkt. Es ist ein Porträt des Auktionators Simon de Pury. Das US-amerikanische Magazin «Vanity Fair» nannte ihn den «Mick Jagger der Kunstauktionen» – wegen des Stils, wie er die Ware anpreist.

Älterer Mann in weissem Anzug hält ein Mikrofon und einen Hammer.
Legende:

Auktionator Simon de Pury bei der Arbeit. In der Doku «The Hammer» sprechen renommierte Künstler wie Jeff Koons oder Marina Abramović über die Legende mit dem Hammer.

ZFF

Der 74-jährige Basler gilt als einer der weltweit bekanntesten Auktionatoren und ist auch Kurator, Kunsthändler, Fotograf und DJ. Er leitete unter anderem die Auktionshäuser Sotheby’s und Phillips.

Kunst ist Simon de Purys Leidenschaft. Wobei der den Begriff des Künstlers eher weit definiert. In «Interview by Ringier» sagte er mal: «Jeder Mensch, der Herz, Seele und Leidenschaft in seine berufliche Aktivität investiert, verwandelt sich zum Künstler. Ich habe schon einen Banker, einen Doorman oder einen Taxifahrer erlebt, die ihr Metier in Kunst verwandelten.»

Ein Roboter für eine Rentnerin

Natürlich gibt es am Zurich Film Festival 2026 auch internationale Gäste: Die deutsche Starregisseurin Doris Dörrie feiert Weltpremiere mit der Science-Fiction-Komödie «Frau Winkler verlässt das Haus».

Worum geht’s? Eine ältere Frau bekommt im Jahr 2030 von der Krankenkasse einen Pflegeroboter gestellt. Nach anfänglichem Widerstand entwickelt sich eine Freundschaft zwischen der Titelheldin und der KI, die sie «Pawlowitsch» nennt.

Eine Person in einem pelzigen Mantel neben einem Roboterhelm vor schneebedeckten Bergen.
Legende:

Frau Winkler wird von Neuer-Deutscher-Film-Ikone Angela Winkler gespielt, die man aus «Die verlorene Ehre der Katharina Blum» (1976) oder «Sisi & Ich» (2023) kennt.

Wild Bunch

Aus Frankreich kommt Jean-Pierre Jeunet («Die fabelhafte Welt der Amélie») mit seinem neuen Film «Changer l’eau des fleurs». Der basiert auf dem gleichnamigen Roman von Valérie Perrin und erzählt die Geschichte einer Friedhofswärterin in einer Kleinstadt. Hauptdarstellerin Leïla Bekhti bekommt am ZFF auch gleich noch einen Preis in die Hand gedrückt.

Frau und Mädchen lächeln in einem Auto.
Legende:

«Changer l’eau des fleurs»: Leïla Bekhti (links) ist bekannt für Filme wie in «Paris, je t’aime» (2006) oder «Tout ce qui brille» (2010).

Frenetic

2026 kommt keiner an Sylvester Stallone vorbei. Auch das Zurich Film Festival nicht. Im Juli wurde Stallone 80 Jahre alt, Ende September erscheint seine Autobiografie «The Steps» und er drehte die vierte Staffel der Serie «Tulsa King». Auf dem Festival läuft «I Play Rocky».

Person mit gehobenen Armen und Bandagen schreit motiviert.
Legende:

Der 26-jährige Anthony Ippolito spielt in «I Play Rocky» den jungen Sylvester Stallone.

Ascote Elite

In dem Spielfilm geht es um die Entstehung von Stallones Boxer-Drama «Rocky» (1976), das seinen Durchbruch bedeutete und ihm seine ersten Oscarnominierungen einbrachte – als Schauspieler und Drehbuchautor. Sylvester Stallone wird leider nicht ans Festival kommen.

Drei Frauen, drei Preise

Wer kommt, das sind die Hollywoodstars Julianne Moore und Naomi Watts und der Schweizer Shootingstar Luna Wedler. Was haben die drei Frauen gemeinsam? Alle werden in Zürich mit einem Preis geehrt. Und neue Filme haben sie auch im Gepäck.

Radio SRF 3, 24.09.2026, 07:10 Uhr.