25 Punkte Abtrieb weg: Kostete dieser Ausritt Antonelli die Sprint-Pole?
(Motorsport-Total.com) - Kimi Antonelli hat sich beim Sprint-Qualifying in Zandvoort selbst um eine bessere Ausgangsposition gebracht. Der Mercedes-Pilot rutschte in seiner ersten schnellen Runde ins Kiesbett u...
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(Motorsport-Total.com) - Kimi Antonelli hat sich beim Sprint-Qualifying in Zandvoort selbst um eine bessere Ausgangsposition gebracht. Der Mercedes-Pilot rutschte in seiner ersten schnellen Runde ins Kiesbett und beschädigte dabei den Unterboden. Zwar rettete sich der WM-Führende noch auf Startplatz fünf, doch Teamkollege George Russell machte es deutlich besser und sicherte sich die Poleposition für das Sprintrennen.

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Andrea Kimi Antonelli musste sich im Sprint-Qualifying von Zandvoort geschlagen geben Zoom
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Antonelli war zu Beginn der Session sogar schneller als Russell unterwegs, bevor ihm in der letzten Kurve das Heck ausbrach. Der Italiener verlor die Kontrolle, konnte einen Einschlag aber verhindern und fuhr durch das Kiesbett zurück auf die Strecke.
Die Konsequenzen waren trotzdem erheblich. "Ich hatte ein paar Löcher im Unterboden", erklärte Antonelli anschließend. "Als ich zurückkam, sagten sie zunächst, dass wir 25 Punkte verloren haben. Dann haben sie versucht, so viel wie möglich zu reparieren."
Ganz beseitigen konnte Mercedes den Schaden allerdings nicht. Besonders im langsamen Bereich habe sich der Wagen anschließend deutlich schlechter angefühlt.
Antonelli: "Es war einfach zu viel Speed"
Antonelli übernimmt die Verantwortung für den Ausritt. "Ich hatte in der letzten Kurve etwas zu viel Eingangsgeschwindigkeit, habe das Heck verloren und bin durch den Kies gefahren", schildert der 19-Jährige. "Es war natürlich auch nicht einfach, das Vertrauen wieder aufzubauen."
Trotzdem kämpfte sich Antonelli bis ins SQ3 zurück und stellte den Mercedes auf Rang fünf. Auf Russell fehlten ihm allerdings mehr als zwei Zehntelsekunden. Dieser feierte damit einen wichtigen Erfolg. Der Brite sicherte sich erstmals seit längerer Zeit wieder die Bestzeit in einer wichtigen Session.
"Es ist schon eine Weile her, dass ich in irgendeiner Session ganz oben stand", sagt Russell. "Ich kann mich ehrlich gesagt nicht einmal mehr daran erinnern, wann das zuletzt war."
Russell: Nach Sommerpause wieder bei Null angefangen
Die Pole sei deshalb auch persönlich wichtig gewesen. Nach der Sommerpause habe er sich zunächst nicht mit maximalem Selbstvertrauen auf das Wochenende gestürzt. "Ich kam mit einer völlig offenen Einstellung hierher, weil ich keine Ahnung hatte, wie es laufen würde", erklärte Russell. "Das Selbstvertrauen war nicht gerade auf seinem höchsten Niveau."
Statt sich jedoch zu sehr mit den Erwartungen zu beschäftigen, habe er versucht, mental wieder an einen früheren Ausgangspunkt zurückzukehren. "Ich habe versucht, mich an das Gefühl zu erinnern, was ich von mir und vom Auto brauche, und es fast wie das erste Rennen der Saison zu behandeln. Nicht zu viel darüber nachdenken."
Wolff scherzt über Russells Heiratsantrag
Mercedes-Teamchef Toto Wolff hatte für Russells starke Vorstellung eine ungewöhnliche Erklärung parat. Angesprochen auf die Leistungssteigerung seines Fahrers scherzt Wolff, Russell sei nach der Sommerpause womöglich deshalb so befreit gewesen, weil seine Partnerin seinen Heiratsantrag angenommen habe.
"Ich glaube, George ist einfach erleichtert, dass sie seinen Heiratsantrag angenommen hat", so Wolff mit einem Grinsen. Abseits des Scherzes war Wolff mit Russells Leistung sehr zufrieden. Es sei darum gegangen, sich nach der längeren Pause nicht ablenken zu lassen und am Ende eine saubere Runde zusammenzubringen.
Mercedes sieht Ferrari im Rennen vorne
Die Poleposition ist für Mercedes allerdings noch lange keine Garantie auf den Sprint-Sieg. Russell warnt insbesondere vor Ferrari. "Die Rennpace von Ferrari sah heute Morgen außergewöhnlich stark aus", sagte er. Mercedes sei bei der Longrun-Geschwindigkeit nicht ganz auf diesem Niveau gewesen.
Auch Wolff sieht die Rennpace der Scuderia als entscheidenden Faktor. "Der Ferrari hat im Longrun sehr stark ausgeschaut", erklärt der Mercedes-Teamchef. Für den Sprint müsse Mercedes nun herausfinden, wie sich diese Unterschiede tatsächlich auswirken.
Hinzu kommt die Besonderheit von Zandvoort: Überholen ist auf dem engen und kurvenreichen Kurs schwierig. "Ich denke, es wird eine sehr schwierige Strecke zum Überholen", sagte Russell. Für ihn könnte deshalb bereits ein sauberer Start entscheidend sein.
Mercedes verliert im schnellen Abschnitt auf McLaren
Ganz vorne ist das Feld zudem extrem eng. Die entscheidenden Runden lagen teilweise nur wenige Hundertstelsekunden auseinander. Mercedes hat allerdings einen klaren Schwachpunkt ausgemacht. Wolff zufolge verliert das Auto vor allem in der schnellen Passage von Kurve sieben und acht.
"Da sind wir teilweise 13 km/h langsamer als Norris", erklärt der Österreicher bei Sky. Die Ursache ist noch nicht eindeutig. Möglich sei, dass Mercedes das Auto etwas zu niedrig fahre oder die Balance in diesem Bereich nicht optimal getroffen habe.
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Damit könnte sich bereits im Sprint zeigen, ob die Poleposition tatsächlich die reale Stärke des Mercedes widerspiegelt - oder ob McLaren und Ferrari über die längere Distanz vorbeiziehen können.