So kam die Sternbrücke millimetergenau an ihren Platz
Hamburg 3700 Tonnen auf Hunderten Rädern: Sie stecken hinter dem Sternbrücken-Spektakel Arbeiter bei der Verladung der Sternbrücke auf den „Tausendfüßler“. Florian Quandt ...
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Hamburg
3700 Tonnen auf Hunderten Rädern: Sie stecken hinter dem Sternbrücken-Spektakel
3700 Tonnen schwer, 500 Meter Transportweg und kaum Platz zum Rangieren: Die neue Sternbrücke war selbst für das Spezialunternehmen eine besondere Aufgabe.
Seit knapp einer Woche thront die neue Sternbrücke an ihrem Platz über der Kreuzung Stresemannstraße/Max-Brauer-Allee in Altona. Das knapp 3700 Tonnen schwere Konstrukt wurde in Millimeterarbeit zunächst bis zu ihrer Zielposition gekarrt und anschließend eingebaut. Verantwortlich für dieses gigantische Schauspiel war die niederländische Firma „Mammoet“. Das Spezialunternehmen hatte zuvor monatelang an dem Transportkonzept gearbeitet.
„Jan, es kann losgehen!“ Mit diesen Worten gab Projektleiterin Janna Wiedmaier von der Deutschen Bahn den Startschuss für den Transport der neuen Sternbrücke. Die stand zu diesem Zeitpunkt bereits in sechs Metern Höhe auf „Self-Propelled Modular Transportern“ (SPMT), das sind Fahrzeuge für extrem sperrige und schwere Lasten. Umgangssprachlich werden sie auch „Tausendfüßler“ genannt.
Neue Sternbrücke: Nicht die erste riesige Herausforderung für Mammoet
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Genauer betrachtet handelt es sich um fahrbahre Plattformen mit mehreren Achsen, gesteuert von einem Menschen mit Fernbedienung. Auch bei der Sternbrücke wurden mehrere davon ineinander gesteckt, sodass sich das gesamte Gewicht von circa 3700 Tonnen darauf verteilen konnte. Zuvor wurde die Brücke mithilfe von Kletterpressen auf die SPMTs gehievt und in die Höhe gepumpt.
Solche riesigen Lasten sind für die niederländische Firma erstmal nichts Unbekanntes. Immerhin ist das Spezialunternehmen auf das Heben, Verschieben, Transportieren und Montieren außergewöhnlich großer und schwerer Objekte spezialisiert. Darunter fallen Schiffe, Windkraft- und Industrieanalagen – oder sogar ganze Kirchen.
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So transportierte Mammoet im Oktober 2007 die Emmaus-Kirche in Sachsen neun Tage lang in Schrittgeschwindigkeit von dem heute abgerissenen Dorf Heuersdorf nach Borna. Das damals über 750 Jahre alte Gotteshaus passierte auf den zwölf Kilometern drei Brücken und zwei Bahnübergänge.
Das war die größte Herausforderung in Hamburg
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Aber auch Brücken gehören in das Repertoire: So verschob und installierte Mammoet zum Beispiel im Februar 2024 die neuer Oderbrücke an der deutsch-polnischen Grenze zwischen Küstrin-Kietz und Kostrzyn ebenfalls in einem Stück. Die Brücke wurde damals auf der deutschen Seite der Oder montiert und dann als Ganzes über den Fluss verschoben. Aufgrund der geringen Wassertiefe und des schwankenden Wasserstandes war der Einsatz eines Pontons oder Krans nicht möglich, weshalb die Ingenieure mit speziellen Vorrichtungen und hydraulischen Hebesystemen arbeiteten.
In Hamburg sei die größte Herausforderung wiederum der begrenzte Platz im eng bebauten Stadtgebiet gewesen sowie der Transport über öffentliche Straßen, sagt eine Mammoet-Sprecherin.
Neue Sternbrücke soll voraussichtlich Anfang September in Betrieb gehen
500 Meter wurde die Brücke auf der Max-Brauer-Allee mithilfe von den SPMTs mit einer Geschwindigkeit von einem Kilometer pro Stunde transportiert – verfolgt von zahlreichen Schaulustigen. Mithilfe der 360-Grad-Achsen der Räder wurde die Brücke in ihre Endposition gedreht und anschließend abgestapelt. Dabei sank die Brücke auf ihre Endposition auf den Widerlagern.
Bevor die Brücke voraussichtlich Anfang September wieder in Betrieb geht, muss die Deutsche Bahn allerdings noch Gleise und Oberleitungen verlegen. Unten drunter werkelt der Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG) an einem neuen Kreuzungsbereich.