US-Berufungsgericht: Bau von Trumps Ballsaal ist vorerst gestoppt
400-Millionen-Dollar-Projekt Berufungsgericht stoppt den Bau des Ballsaals im Weissen Haus Teilen ...
- 2 min read
400-Millionen-Dollar-Projekt Berufungsgericht stoppt den Bau des Ballsaals im Weissen Haus
Teilen
- Ein Berufungsgericht hat den von US-Präsident Donald Trump angestossenen Bau eines Ballsaals im Weissen Haus gestoppt.
- Der US-Präsident muss demnach eine Zustimmung des US-Kongresses einholen.
- Geklagt hatten Denkmalschützer. Sie kritisieren unter anderem den Eingriff in den historischen Bau und die hohen Kosten von rund 400 Millionen Dollar.
Gemäss einer Gerichtsentscheidung darf US-Präsident Donald Trump seinen umstrittenen Ballsaal im Weissen Haus nicht eigenmächtig bauen lassen. Stattdessen müsse er die Zustimmung des Kongresses einholen, der Bau müsse daher bis auf Weiteres eingestellt werden. Der Trump-Regierung bleiben nun 14 Tage Zeit, um gegen die Entscheidung vorzugehen und den Fall vor das Oberste Gericht zu bringen.
Der Ballsaal von US-Präsident Trump soll rund 400 Millionen Dollar kosten. Dafür wurde der Ostflügel des Weissen Hauses bereits abgerissen.
Reuters / Kevin Lamarque
Die Richter urteilten mit zwei zu einer Stimme, dass die Regierung nicht habe vorweisen können, dass der US-Kongress Trump oder dem National Park Service die Befugnis für einen derartigen Bau erteilt habe. «Ob ein riesiger Ballsaal gebaut werden soll oder nicht, ist Sache des Kongresses und nicht eine Angelegenheit der Exekutive», hiess es weiter.
Die Richter führten zugleich aus, dass die Entscheidung nicht zwangsläufig bedeute, dass der Bau des Ballsaals damit vom Tisch sei.
Trump sieht Entscheidung als «völlig falsch»
In einer ersten Reaktion kündigte Trump an, dass man «umgehend Berufung beim Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten einlegen» werde, wie er auf seiner Plattform Truth Social schrieb. Er bezeichnete die Entscheidung des Gerichts als «völlig falsch» und forderte den Supreme Court auf, die «ungerechte Entscheidung» vollständig aufzuheben.
Denkmalschützer waren gegen die US-Regierung vor Gericht gezogen, um Trumps Prestigeprojekt zu stoppen. Das Projekt ist wegen der Kosten, des Vergabeverfahrens und der Eingriffe in das historische Ensemble des Weissen Hauses stark umstritten und war mehrfach Gegenstand von Gerichtsverfahren.
Trump hingegen bezeichnet den neuen Ballsaal als «grossen Dienst» für die nationale Sicherheit. Der Saal wird seit dem Herbst 2025 auf dem Gelände des ehemaligen Ostflügels des Weissen Hauses errichtet. Nach Angaben des Weissen Hauses soll der mehrere tausend Quadratmeter grosse Erweiterungsbau künftig deutlich grössere Staatsbankette ermöglichen als das bisher genutzte Gebäude.
SRF 4 News, 7.8.2026, 19:00 Uhr ; dpa/stol; kurn