540 Euro vom Staat und trotzdem Geld verschenken? Dieser Fehler kann beim Altersvorsorgedepot teuer werden
Ab 2027 können Anlegerinnen beim neuen Altersvorsorgedepot bis zu 540 Euro Grundzulage im Jahr erhalten. Doch wer nur auf die staatliche Förderung achtet, übersieht möglicherweise einen entscheidenden Faktor: die laufenden Kosten
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Stand: 16.10.2026, 19:09 Uhr
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Ab 2027 können Anlegerinnen beim neuen Altersvorsorgedepot bis zu 540 Euro Grundzulage im Jahr erhalten. Doch wer nur auf die staatliche Förderung achtet, übersieht möglicherweise einen entscheidenden Faktor: die laufenden Kosten
540 Euro zusätzlich vom Staat erhalten und gleichzeitig langfristig in ETFs investieren: Das neue Altersvorsorgedepot klingt für viele Menschen nach einer attraktiven Möglichkeit, die eigene Rente aufzubessern.
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Dieser Artikel ist in Zusammenarbeit mit Fortunalista entstanden. Das neue Altersvorsorgedepot verbindet ab 2027 staatliche Zulagen mit der Möglichkeit, langfristig in ETFs zu investieren. Doch neben der Förderung spielen auch Kosten, Fondsauswahl und die eigene Anlagestrategie eine wichtige Rolle.
Im kostenlosen Whitepaper zum Altersvorsorgedepot erklärt Finanzexpertin Margarethe Honisch, wie die staatliche Förderung funktioniert, welche steuerlichen Vorteile vorgesehen sind und worauf Anlegerinnen bei der Auswahl eines Anbieters achten sollten.
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Ab dem 1. Januar 2027 soll es möglich sein, staatliche Zulagen, steuerliche Vorteile und die Geldanlage am Kapitalmarkt in einem Depot zu kombinieren.

Doch eine hohe Förderung bedeutet nicht automatisch, dass am Ende auch besonders viel Vermögen aufgebaut wird. Denn neben der Höhe der Einzahlungen und der Entwicklung der Kapitalmärkte spielen die laufenden Kosten eine wichtige Rolle.
Warum die staatliche Förderung nicht alles ist
Beim Altersvorsorgedepot beträgt die maximale Grundzulage 540 Euro jährlich. Dafür müssen 1.800 Euro selbst eingezahlt werden.
Wer Kinder hat, kann zusätzlich bis zu 300 Euro Kinderzulage pro Kind und Jahr erhalten, solange Kindergeld bezogen wird.
Die staatliche Unterstützung erhöht damit den Betrag, der für die langfristige Altersvorsorge zur Verfügung steht. Wie viel Vermögen daraus tatsächlich entsteht, hängt allerdings auch davon ab, welche Kosten für die Geldanlage anfallen.
„Die staatliche Förderung ist ein wichtiger Vorteil. Anlegerinnen sollten darüber aber nicht vergessen, dass auch die Kosten über viele Jahre Einfluss auf den Vermögensaufbau haben“, erklärt Margarethe Honisch, Finanzexpertin und Gründerin von Fortunalista.
Wie aus kleinen Gebühren große Unterschiede werden
Wie stark sich laufende Kosten auswirken können, zeigt eine Modellrechnung mit einer monatlichen Einzahlung von 200 Euro über 30 Jahre.
In allen drei Varianten wird eine Bruttorendite von sieben Prozent pro Jahr angenommen. Lediglich die Gebühren unterscheiden sich.
Bei 0,2 Prozent jährlichen Gebühren bleiben 6,8 Prozent Nettorendite. Daraus ergibt sich nach 30 Jahren ein Depotwert von rund 218.700 Euro.
Bei einem Prozent Gebühren sinkt die Nettorendite auf sechs Prozent. Der Depotwert liegt dann bei rund 189.700 Euro.
Bei zwei Prozent Gebühren bleiben fünf Prozent Nettorendite. Nach 30 Jahren ergibt sich ein Depotwert von rund 159.500 Euro.
Zwischen der günstigsten und der teuersten Variante liegen damit rund 59.200 Euro Unterschied.
Dabei handelt es sich um eine Modellrechnung mit einer konstant angenommenen Rendite, nicht um eine garantierte Entwicklung.
Ein Prozent Kosten kann bereits viel ausmachen
Für das neue Altersvorsorgedepot ist ein Kostendeckel von maximal einem Prozent pro Jahr vorgesehen.
Die Modellrechnung mit zwei Prozent Gebühren dient deshalb als Vergleich mit einer teureren Geldanlage außerhalb dieser Kostenobergrenze.
Doch selbst innerhalb des vorgesehenen Kostendeckels können Unterschiede relevant sein.
Zwischen der Variante mit 0,2 Prozent Gebühren und jener mit einem Prozent liegen nach 30 Jahren in der Modellrechnung bereits rund 29.000 Euro.
„Gerade bei der Altersvorsorge wird häufig über Renditechancen gesprochen. Dabei sollten die Kosten genauso selbstverständlich geprüft werden. Denn Gebühren fallen unabhängig davon an, ob sich die Kapitalmärkte gerade gut oder schlecht entwickeln“, erklärt Honisch.
Nicht jeder Anbieter bietet dieselben Bedingungen
Neben den Kosten sollten Anlegerinnen auch die Fondsauswahl und die Flexibilität der angebotenen Altersvorsorgedepots vergleichen.
Denn nicht jeder Anbieter muss dieselben Möglichkeiten bieten.
Eine weitere wichtige Frage betrifft die Anlagestrategie. Das Altersvorsorgedepot ermöglicht eine Aktienquote von bis zu 100 Prozent. Welche Aktienquote tatsächlich gewählt wird, sollte jedoch zur persönlichen Situation und zur langfristigen Planung passen.
Auch die regionale Aufteilung und die Diversifikation des Portfolios verdienen Aufmerksamkeit.
Erst vergleichen, dann entscheiden
Die staatliche Förderung kann ein zusätzlicher Anreiz sein, sich mit der privaten Altersvorsorge zu beschäftigen. Sie ersetzt jedoch keine sorgfältige Entscheidung über Anbieter, Kosten und Anlagestrategie.
Wer das Altersvorsorgedepot ab 2027 nutzen möchte, sollte deshalb nicht nur prüfen, welche Zulagen möglich sind. Ebenso wichtig ist die Frage, wie viel von den Einzahlungen und möglichen Kapitalmarkterträgen langfristig tatsächlich im Depot verbleibt.
Denn eine gute Altersvorsorge zeichnet sich nicht allein dadurch aus, wie viel Geld eingezahlt wird, sondern auch dadurch, wie effizient dieses Geld über viele Jahre investiert bleibt.