Österreich-Urlaubern drohen ab 1. November bis zu 10.000 Euro Strafe: Strenge Regel für Autofahrer

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Österreich-Urlaubern drohen ab 1. November bis zu 10.000 Euro Strafe: Strenge Regel für Autofahrer

Ab 1. November drohen bis zu 10.000 Euro Strafe: Strenge Winterreifen-Regel trifft Österreich-Urlauber

Stand: 13.10.2026, 13:32 Uhr

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Auto fährt durch eine verschneite Straße

Vor allem bei Schnee können Winterreifen ihre Stärken so richtig ausspielen – auch allein bei niedrigen Temperaturen sind sie von Vorteil. (Symbolbild) © Pond5 Images/Imago

Vom 1. November bis 15. April gilt in Österreich eine situative Winterreifenpflicht. Autofahrer müssen strengere Vorgaben als in Deutschland beachten.

Autofahrer, die in den Wintermonaten nach Österreich reisen, müssen die dort geltenden Verkehrsvorschriften beachten. Wie in Deutschland gilt auch im Nachbarland eine sogenannte situative Winterausrüstungspflicht. Diese ist in Österreich jedoch an einen festen Zeitraum gebunden: Sie tritt am 1. November in Kraft und endet am 15. April des Folgejahres.

Für Pkw und leichte Lkw bis 3,5 Tonnen greift die Pflicht, sobald winterliche Straßenverhältnisse wie Schnee, Schneematsch oder Eis vorliegen.

Zwei zulässige Optionen für Pkw

Bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen haben Fahrer zwei Möglichkeiten, die gesetzlichen Vorgaben zu erfüllen:

  • Winterreifen: An allen vier Rädern müssen vorschriftsmäßige Winterreifen montiert sein.
  • Schneeketten: Bei einer durchgehend mit Schnee oder Eis bedeckten Fahrbahn ist alternativ die Nutzung von Schneeketten auf mindestens zwei Antriebsrädern gestattet.

Als Winter- und Ganzjahresreifen anerkannt werden nach Angaben des Automobilclubs ÖAMTC Reifen mit den Kennzeichnungen „M+S“, „M.S.“ oder „M&S“ sowie Modelle mit dem Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke). In Deutschland ist das Alpine-Symbol auf Winter- und Ganzjahresreifen inzwischen Vorschrift.

Strengere Profiltiefen als in Deutschland

Ein wesentlicher Unterschied zur deutschen Rechtslage betrifft die geforderte Mindestprofiltiefe: Winterreifen müssen in Österreich mindestens vier Millimeter Profiltiefe (Radialreifen) aufweisen, bei Diagonalreifen sind es fünf Millimeter. Auch dies ist ein Unterschied zu Deutschland. Hierzulande liegt die Mindestprofiltiefe sowohl für Winter- als auch für Sommerreifen bei 1,6 Millimetern – auch wenn Experten ebenfalls mindestens vier Millimeter für Winterreifen empfehlen.

Bußgelder bei Verstößen

Die Nichteinhaltung der Vorschriften wird in Österreich streng geahndet:

  • Einfache Verstöße: Rund 100 Euro Bußgeld.
  • Bei Gefährdung oder Unfall: Bis zu 5.000 Euro.
  • Schwere Fälle: Gesetzlicher Strafrahmen bis zu 10.000 Euro.

Regelungen für Lkw und Busse

Für schwere Fahrzeuge gelten gesonderte und witterungsunabhängige Bestimmungen: Lkw über 3,5 Tonnen müssen vom 1. November bis 15. April unabhängig von den Witterungsbedingungen mindestens an einer Antriebsachse mit Winterreifen ausgerüstet sein. Zusätzlich müssen Schneeketten mitgeführt werden. Bei Omnibussen gilt diese Pflicht vom 1. November bis 15. März.

Auch die Verwendung von Spikes ist vom 1. Oktober bis 31. Mai in Österreich erlaubt. Die maximale Geschwindigkeit ist dann auf 80 km/h (Überland) beziehungsweise 100 km/h (Autobahn) beschränkt. Am Heck muss ein Spike-Aufkleber angebracht werden. Reifen, deren Spikes mehr als 2 mm über die Lauffläche herausragen, sind nicht erlaubt. In Deutschland sind Spike-Reifen grundsätzlich verboten – nur für eine sehr kleine Region gibt es eine Ausnahme.

Vignettenpflicht und Vorschriften zur Maut

Neben der Winterausrüstung müssen Reisende auf österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen die Vignettenpflicht beachten. Wer ohne gültigen Nachweis fährt oder eine Klebevignette fehlerhaft anbringt (etwa im Tönungsstreifen oder mit Hilfsmitteln wie Folien und Saugnäpfen), muss eine Ersatzmaut zahlen. Diese beträgt für Pkw bis 3,5 Tonnen 200 Euro (Motorräder: 100 Euro). Wird der Betrag nicht beglichen, drohen Geldstrafen zwischen 300 und 3.000 Euro. Bis 2027 stellt die Autobahngesellschaft ASFINAG das System schrittweise vollständig auf digitale Vignetten um.