Abschied von einem Unbequemen: Ehemaliger Stadtpfarrer Rupert Frania gestorben

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Abschied von einem Unbequemen: Ehemaliger Stadtpfarrer Rupert Frania gestorben

Stand: 10.08.2026, 06:31 Uhr

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Höhenrain,12.05.2015, Rupert Frania

Rupert Frania, der am Samstag gestorben ist, war zuletzt Ruhestandspfarrer in Höhenrain. © Andrea Jaksch

Der frühere Tölzer Stadtpfarrer Rupert Frania ist am Samstag im Pasinger Krankenhaus gestorben. Nachruf auf einen Unbequemen.

Bad Tölz/Höhenrain – Trauer um Pfarrer Rupert Frania. Der 86-Jährige, der bis 2013 Stadtpfarrer in Bad Tölz war und seit 2015 als Ruhestandsgeistlicher in Höhenrain lebte, starb am Samstag im Pasinger Krankenhaus. „Er ist friedlich eingeschlafen“, sagte der Leiter des Aufkirchner Pfarrverbands, Pfarrer Mathias Klein-Heßling.

Auszeichnung zum Abschied: Als Stadtpfarrer Rupert Frania 2013 verabschiedet wurde, verlieh ihm die Stadt die Bürgermedaille in Gold.

Auszeichnung zum Abschied: Als Stadtpfarrer Rupert Frania 2013 verabschiedet wurde, verlieh ihm die Stadt die Bürgermedaille in Gold. © Krinner/Archiv

Frania war aus Überzeugung Pfarrer geworden. „Die Philosophie stellt Fragen, aber die Theologie gibt Antworten“, habe ihm ein Pater während seines Studiums gesagt – das hatte ihn überzeugt. Nach seiner Priesterweihe 1968 war er in Haar, Fürstenfeldbruck, Haidhausen und Pasing, bevor er 16 Jahre lang als Stadtpfarrer in Bad Tölz wirkte.

Ex-Landrat Niedermaier: „Die Worte stromlinienförmig und angepasst passen sicherlich nicht zu ihm“

Mehr als 50 Jahre kannte der ehemalige Tölzer Bürgermeister und spätere Landrat Josef Niedermaier Rupert Frania. „Als ich Ministrant war, war er Dekanatsjugendpfarrer und war immer wieder in Bad Tölz.“ Kurz nachdem Niedermaier 1996 in den Stadtrat gewählt worden war, trat Frania die Stelle als Stadtpfarrer an. „Von da an hatten wir dann viel miteinander zu tun.“ Frania sei „kein bequemer Mensch“ gewesen. „Die Worte stromlinienförmig und angepasst passen sicherlich nicht zu ihm“, sagt Niedermaier. Auch er selbst habe in seiner Zeit als Tölzer Bürgermeister (2000 bis 2008) mit Frania „manche Diskussion gehabt, aber es war immer freundlich“, erinnert sich Niedermaier. „Er war ein guter Seelsorger. Als Stadtpfarrer hat er in Bad Tölz auf jeden Fall Spuren hinterlassen.“

Er eckte an – auch in der Diözese

Großen Einsatz bewies Frania bei den Kirchenrenovierungen – und das gegen so manche Widerstände. Als Mann des offenen Wortes machte er den Tölzern klar, dass die Kirche während der Arbeiten für Jahre zugesperrt werden muss. Das brachte ihm nicht nur Freunde ein – auch nicht bei der Erzdiözese. Tatsächlich war die Kluft so groß, dass Frania 2013 praktisch in den Ruhestand gezwungen wurde. Dabei hatte der Pfarrer angeboten, noch zwei Jahre dranzuhängen, um den Umbau der Stadtpfarrkirche bis zum Ende zu begleiten. Doch das Ordinariat lehnte ab.

Goldene Bürgermedaille der Stadt zum Abschied

In Tölz wusste man Franias Bemühungen allerdings schon zu schätzen. „Absolute Managerqualitäten“ hatte ihm der damalige Tölzer Bürgermeister Josef Janker bei Franias Verabschiedung 2013 attestiert. Das bestätigt Niedermaier. „Die Kirchen würden heute nicht so schön ausschauen, wenn er nicht gewesen wäre.“ Für sein 16-jähriges Wirken in der Kurstadt wurde Frania zum Abschied mit der Bürgermedaille in Gold ausgezeichnet, eine von der Stadt selten vergebene Ehrung.

Herzlicher Empfang als Ruhestandspfarrer

Zwei Jahre später, 2015, freute sich der Geistliche Rat dann über einen herzlichen Empfang, den ihm der Pfarrverband Aufkirchen bereitete. Dort traf er einen alten Bekannten wieder – mit dem Wangener Prälaten Wolfgang Schwab war er zum Priester geweiht worden. Das fröhliche Klatschen der Gläubigen, als er im Gottesdienst als neuer Ruhestandsgeistlicher vorgestellt wurde, beeindruckte Frania. Und er wusste auch, dass er mit seiner Einsatzbereitschaft und Erfahrung im damals noch jungen Pfarrverband, der erst noch zu einer Einheit zusammenwachsen musste, nützlich sein und den verantwortlichen Pfarrer entlasten konnte. Er unterstützte, wo er konnte. „Seine Pflicht zu tun, war ihm bis zum Ende wirklich wichtig“, sagt Pfarrer Klein-Heßling.

Bis zuletzt hatte der Geistliche seine Schwester betreut

Franias Tod traf viele überraschend. Er starb nach einer geplanten, aber notwendigen Operation. Bis zuletzt hatte der Geistliche seine Schwester betreut, die ihm viele Jahre lang den Haushalt geführt hatte. Ein Termin für Trauergottesdienst und Beerdigung steht noch nicht fest. Sein Priestergrab wird in Höhenrain sein. Das habe er sich so ausgesucht, sagt Pfarrgemeinderatsvorsitzende Resi Much.