AfD-Überdosis bei ARD und ZDF, Linnemann hilft Pflegenden – Merz erntet Pfiffe
KI-Stimme. InfoLiebe Leserin, lieber Leser,reden die lieben Kollegen von der ARD eigentlich gelegentlich mit den Kollegen vom ZDF? Diese Frage stellte sich nach der Überdosis AfD, die uns mit den Sommerintervie...
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KI-Stimme. Info
Liebe Leserin, lieber Leser,
reden die lieben Kollegen von der ARD eigentlich gelegentlich mit den Kollegen vom ZDF? Diese Frage stellte sich nach der Überdosis AfD, die uns mit den Sommerinterviews mit Alice Weidel sowie mit Timo Chrupalla am Sonntagabend verabreicht wurde. Es ist ja grundsätzlich richtig, auch die AfD-Spitzen zu befragen. In der – unabgestimmten – Ballung wirkte es aber wie ein öffentlich-rechtlicher Werbeblock für die AfD und war – so empfinde ich es jedenfalls – ganz schön anstrengend.
Wer die Interviews verfolgte, den beschlich das Gefühl: Den Parteivorsitzenden waren die Fragen der Interviewer herzlich egal.

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Besonders Alice Weidel nutzte das ZDF als Medienrampe für Grobheiten gegenüber dem politischen Gegner. „Die CDU wird nie wieder Bundestagswahlen gewinnen“, behauptete Weidel ohne Widerspruch zu ernten. Dabei verfiel sie in eine Sprache, die man im öffentlich-rechtlichen TV selten hört. „Flachzangen, die da oben sitzen“, die Leute hätten „die Schnauze voll“.

Zwei Wochen vor der entscheidenden Wahl in Sachsen-Anhalt wird der Ton der AfD-Spitze deutlich aggressiver. Dabei ist es eigentlich eine alte Weisheit von Kampagnen-Managern, dass Wählerinnen und Wähler zu harte Töne überhaupt nicht schätzen.
Ich bin gespannt, ob die verschärfte Sprache zum von der AfD gewünschten Ergebnis führt – oder ob da zwei auf den letzten Metern vor der Wahl zu früh vor Kraft kaum laufen können und manchen potenziellen AfD-Erstwähler noch zum Nachdenken bringen.
Pfiffe nach dem Kanzler-Urlaub

Dieser Auftritt kam nicht gut an: Kanzler Merz am Wochenende bei der Feuerwehr im Hürtgenwald© Getty Images | Pool
In der CDU haben sich über die Sommerferien des Kanzlers Frust und schlechte Nachrichten aufgestaut, die bei der Routinesitzung der Gremien heute auf den Tisch kamen. Auf eine Pressekonferenz verzichteten die CDU-Granden lieber. Denn bereits der erste öffentliche Auftritt des gebräunten Kanzlers in dunkelblauem Pilotenblouson bei der Feuerwehr am Wochenende im Hürtgenwald war schlecht gelaufen.
Zur Begrüßung des Kanzlers gab es Pfiffe und Buhrufe. Friedrich Merz sah sich sogar genötigt zu erklären, warum er erst nach dem Waldbrand bei den Frauen und Männern der Feuerwehr Flagge zeigte. Dabei missachtete er die Grundregel erfolgreicher Machtpolitiker: „Never complain, never explain“ (niemals klagen, niemals rechtfertigen).
Als Gerhard Schröder 2002 in Gummistiefeln auf die überfluteten Oder-Deiche stieg, stand er – wie jeder Politiker an Katastrophenorten – den Helfern dumm im Weg herum. Sein Herausforderer Edmund Stoiber übte vornehme Zurückhaltung und las in der bayerischen Staatskanzlei derweil Akten. Schröder aber gewann die Wahl mit hauchdünnem Vorsprung. Manchmal macht der Instinkt für die richtigen Bilder den Unterschied.
Linnemann mit Herz für die Pflegenden

Gesundheitsminister Carsten Linnemann verwirft die Rentenpläne für pflegende Angehörige von seiner Vorgängerin Nina Warken© Getty Images | Maryam Majd
Erst wollte er das Amt gar nicht, jetzt zeigt er als Bundesgesundheitsminister mutig Kante. Carsten Linnemann will pflegenden Angehörigen die Rente nicht kürzen, wie es seine Vorgängerin und jetzige Kanzleramtschefin geplant hatte. Nina Warken wollte eigentlich den Zuschuss zur Rente für pflegende Angehörige von 100 auf 70 Prozent reduzieren. Das sollte 2027 rund 1,8 Milliarden einsparen. Diesen Plan sammelt Linnemann jetzt ein und erklärte in der Bild am Sonntag, pflegende Angehörige seien die „Alltagshelden Deutschlands“ und müssten „stärker in den Fokus“. Das hilft natürlich den fleißigen Pflegenden und den belasteten Krankenkassen, aber kostet den Staat auch viel Geld. Experten rechnen mit einer Summe von fünf Milliarden Euro pro Jahr.
Stimmung schlecht, DAX stabil

Auch Siemens zählt zu den Schwergewichten im DAX© picture alliance / SZ Photo | Robert Haas
Ein hochinteressantes Phänomen lässt sich derzeit an der deutschen Börse beobachten. Obwohl kein Tag mit Nachrichten über die dramatische Schwäche der deutschen Wirtschaft vergeht, entwickelt sich der Deutsche Aktienindex mit den Top-30-Unternehmen solide.
Aber kann der DAX wirklich resistent sein gegen diesen täglichen Wettbewerb um die düsterste Zukunftsprognose? Mein Kollege Dominik Bath ging dieser Frage nach und gibt allen etwas Hoffnung, die noch an den Wirtschaftsstandort Deutschland glauben.
Wirtschaft ist zu 50 Prozent Psychologie, das wusste schon der große Ludwig Erhard. Ich würde mir wünschen, dass wir – Politik wie Medien – nicht jeden Tag die Zukunft von Industrie, Mittelstand und der vielen Familienunternehmen derart schlecht reden.
Selbst wenn unsere Wirtschaft mit Strukturproblemen zu kämpfen hat – übertriebener Pessimismus hilft überhaupt nicht. Er macht aber vielen fleißigen Menschen Angst und den harten Kampf von Unternehmerinnen und Unternehmern unnötig schwer.
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche und optimistische Woche,
herzlich, Ihr
Jörg Quoos
Chefredakteur der FUNKE Zentralredaktion
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