Ägypten: Sicherheitsapparat nimmt gesamte Redaktion von Faktencheck-Plattform »Matsada2sh« fest
Bislang liegen wohl keine Angaben über den Ort der Haft oder deren Gründe vor: Ägyptische Behörden haben sechs Investigativjournalisten festgenommen – zwei davon auf offener Straße.
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In Ägypten sind sechs Journalisten der Faktencheck-Plattform »Matsada2sh« festgenommen worden. Damit werde nun das gesamte Redaktionsteam festgehalten, teilte das Medium am Mittwoch auf seiner Facebook-Seite mit. Bislang lägen keine Angaben über den Ort der Haft oder deren Gründe vor, hieß es.
Die Ägyptische Initiative für Menschenrechte (EIPR) bestätigte die Festnahmen und verurteilte die Repressionen gegen die Medienschaffenden. Ihren Angaben zufolge wurden vier der Journalisten in ihren Wohnungen festgenommen, während zwei weitere auf einer Straße in der Hauptstadt Kairo aufgegriffen wurden.
Die Plattform »Matsada2sh« ist seit 2018 auf die Überprüfung von Informationen spezialisiert. Immer wieder stellt sie auch Aussagen von Behörden und Regierungsorganisationen infrage. Zu den jüngsten Veröffentlichungen zählt etwa ein Faktencheck zu Aussagen des ägyptischen Außenministers Badr Abdelatty zur Zahl der Geflüchteten im Land.
Machthaber Abdel Fattah el-Sisi regiert Ägypten mit harter Hand. Für den Westen ist er ein enger Verbündeter. Erst vor wenigen Tagen war der Chef des US-Auslandsgeheimdienstes CIA, John Ratcliffe, den Ex-Militär getroffen.
Laut Sisis Büro »lobte« Ratcliffe bei seinem Besuch »Ägyptens entscheidende Rolle bei der Unterstützung von Versuchen, friedliche und umfassende Lösungen für regionale Krisen zu erzielen.«
Der Besuch des CIA-Chefs erfolgte wenige Tage, nachdem der saudi-arabische Kronprinz Mohammed bin Salman in Kairo gewesen war. Dabei hatten beide eine gefahrlose Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus und die Meerenge Bab al-Mandab gefordert.
Probleme in der Meerenge Bab al-Mandab betreffen auch Ägypten, weil Schiffe das Gebiet durchfahren müssen, um vom Süden her zum Suezkanal zu gelangen. Wegen der Angriffe durch die von Iran unterstützte Huthi-Miliz waren die wirtschaftlich essenziellen Kanal-Einnahmen zuletzt stark gesunken.