Akkordeon und Geige – Minou bricht mit Klischees

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Akkordeon und Geige – Minou bricht mit Klischees

Stand: 17.09.2026, 19:00 Uhr

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Minou Taghi-Khani

Geige spielt Minou Taghi-Khani seit über zehn Jahren. „Sie hat mir so viel beigebracht, insbesondere über Intonation“, schwärmt die Schülerin. © Lucia Gefken

Beim Konzert in Visselhövede trifft Akkordeon auf Geige und Gesang. Minou Taghi-Khani steht dabei als Solistin auf der Bühne. Gerade diese Mischung sorgt für einen kleinen Wow-Effekt.

Visselhövede – Kraftvoll und leidenschaftlich – die beiden Worte beschreiben den Gesang von Minou Taghi-Khani sehr treffend. Wer alleine ihrer Stimme lauscht, würde kaum auf die Idee kommen, dass die vollen Töne aus dem Körper einer 17-jährigen Schülerin kommen. Aber genau so ist es. Minou ist erst 17 Jahre alt und bereits jetzt voller Talente und Liebe zur Musik.

Minou

Seit drei Jahren greift Minou auch gerne zum Mikrofon, um ihr Gesangstalent auszuleben. Zukünftig möchte die 17-Jährige die Musik zum Beruf machen. © Lucia Gefken

Von ihrer Vielseitigkeit kann sich das Publikum an diesem Samstag, 19. September, ab 19.30 Uhr beim Konzert des Akkordeonorchesters Visselhövede in der Oberschule Visselhövede selbst ein Bild machen. Denn obwohl die junge Frau kein Akkordeon spielt, wird sie gemeinsam mit dem Orchester auf der Bühne stehen. Und das mit gleich zwei Solo-Funktionen.

Konzert

Das Akkordeonorchester Visselhövede lädt zum Konzert in die Aula der Oberschule, Lönsstraße 13–14, ein, um gemeinsam mit dem Publikum das Instrument des Jahres – also das Akkordeon – zu feiern. Start ist an diesem Samstag um 19.30 Uhr, Einlass ist ab 19 Uhr. „Musikalisch und kulinarisch bestens versorgt“, verspricht das Orchester, das musikalisch die Vielseitigkeit des Akkordeons aufzeigen möchte.

Seit etwa drei Jahren unterstützt die Schülerin das Orchester sowohl mit ihrem Gesang als auch mit der Geige. Zwei Solo-Rollen, die unterschiedliche Facetten hervorbringen. „Mit meiner Geige unterstütze ich die Akkordeonmusik, beim Gesang muss ich das Orchester mehr führen“, fasst sie ihre Doppelfunktion zusammen. Geige spielt Minou bereits seit über zehn Jahren. Zum Orchester kam sie über ihre Mitschülerin Meike Löding, die ebenfalls gemeinsam mit ihrer gesamten Familie Teil der Akkordeon-Familie ist. Seitdem spielt Minou die einzige Geige unter den Akkordeons. Wie passt das zusammen?

„Geige und Akkordeon – das sind beides Instrumente mit Klischee“, beantwortet Minou die Frage. Die Geige wird oft in die klassische Ecke gedrängt, das Akkordeon assoziieren viele mit Seemannsliedern. „Das Orchester hat es sich zur Mission gemacht, das Klischee zu brechen“, meint die junge Solistin, die sich dieser Mission mit Begeisterung anschließt. „Auch die Geige ist wesentlich vielseitiger als ihr Ruf, sie ist sehr breit einsetzbar“, erklärt sie und verweist auf Musik von David Garrett, dem bekannten Geiger, der gerne rockige Lieder anstimmt.

Sie fühle sich geehrt, dass sie seit drei Jahren das Orchester unterstützen dürfe. Bei Liedern wie „Rock me Amadeus“ von Falco würden Geige und Akkordeon eine Symbiose bilden. Die Geige ist ihr Herzensinstrument. „Sie hat mir so viel beigebracht, insbesondere über Intonation.“ Und trotzdem legt sie ihre Geige immer häufiger aus der Hand, denn ihr Fokus liegt inzwischen auf ihrem Gesang.

„When I am down, and, oh, my soul, so weary – when troubles come, and my heart burdened be“, stimmt Minou die ersten Zeilen von „You Raise Me Up“ an, die Akkordeons spielen sacht im Hintergrund. Was leise startet, wird kraftvoller und lauter. Minous Stimme beherrscht den Raum, die Melodie der Akkordeons trägt sie durch die Luft. „Ich möchte die Leute erreichen, mit dem Publikum in die Musik eintauchen, die Botschaft der Lieder rüberbringen“, erklärt die 17-Jährige begeistert. Die Geige ist ihr Lehrmeister, aber der Gesang ihre Zukunft. Denn die Gymnasiastin möchte später mit ihrem Gesang Geld verdienen, idealerweise als Sängerin in Musicals.

Derzeit singt sie gerne Lieder vom Musical „Sister Act“, aber auch „Die Päpstin“ und „König der Löwen“ haben es ihr angetan. „Ich liebe dieses Genre, es ist unglaublich vielseitig.“ Um sich ihre Ziele zu erfüllen, übt sie regelmäßig, nimmt vereinzelt Gesangsstunden und bereitet sich im Musik-Leistungskurs an ihrer Schule auf ihre Zukunft vor. „Ich habe eine Leidenschaft und die darf ich mit anderen Menschen teilen“, freut sich Minou.

Dem Auftritt am Samstag blickt sie gelassen entgegen. Auch wenn sie als Solistin an diesem Abend zwischendurch im Mittelpunkt stehen wird, ist ihr klar, dass es ein Teamprojekt ist. Nur gemeinsam mit ihren Mitmusikern kann der Auftritt gelingen. „In einem Orchester lernt man, auf die anderen zu hören und gleichzeitig bei sich zu bleiben.“ Durch die Unterstützung des Orchesters habe sie viele Möglichkeiten, sich auszuprobieren. Dass die Kombination sehr gut passt, hätte ihr das Publikum bei vorherigen Auftritten bereits zurückgespielt. Auch Heike Pages, Vorsitzende des Akkordeonorchesters, bestätigt: „Minou hat schon beim letzten Konzert das Publikum mit ihrer tollen Gesangsstimme begeistert.“

Akkordeon kombiniert mit Geige und Gesang. Minou ist sich sicher: „Das ist ein kleiner Wow-Effekt, der das Publikum trifft.“ Sie jedenfalls ist bereit und freut sich auf das Konzert. „Das wird cool!“