"Ich muss alles selbst bezahlen": AOC macht Fruchtbarkeitsbehandlung öffentlich
"Ich muss alles selbst bezahlen" Alexandria Ocasio-Cortez lässt Eizellen einfrierenVon t-online10.08.2026 - 21:37 UhrLesedauer: 3 Min.Alexandria Ocasio-Cortez zeigt im Netz, wie sie sich Hormone spritzt – und r...
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"Ich muss alles selbst bezahlen"
Alexandria Ocasio-Cortez lässt Eizellen einfrieren
Von t-online
10.08.2026 - 21:37 UhrLesedauer: 3 Min.
Alexandria Ocasio-Cortez zeigt im Netz, wie sie sich Hormone spritzt – und rechnet mit dem US-Gesundheitssystem ab. Die Behandlung ist auch in Deutschland teuer.
Die linke US-Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez hat angekündigt, ihre Eizellen einfrieren zu lassen. Sie halte es für wichtig, dass "wir als Führungskräfte diese Gespräche führen und diese Prozesse offenlegen, insbesondere für berufstätige Frauen im ganzen Land, und sie normalisieren", sagte die auch als "AOC" bekannte Politikerin im Gespräch mit dem US-Sender ABC News. Dass sie den Schritt öffentlich macht, habe auch mit dem politischen Klima zu tun: Die Regierung verweigere Frauen im ganzen Land reproduktive Versorgung – vom Recht auf Abtreibung bis zur Betreuung während der Schwangerschaft.
In mehreren Beiträgen auf Instagram nimmt die Demokratin ihr Publikum bei den ersten Schritten der Behandlung mit – etwa, wie sie sich selbst eine Spritze setzt. Dabei gibt sie auch einen Einblick in die Kosten. "Meine Versicherung übernimmt keinen Cent davon. Ich muss alles selbst bezahlen", betonte die 36-Jährige. Sie habe lange auf die Behandlung gespart und die Entscheidung sorgfältig abgewogen, schrieb sie.
Sie nutzte die Gelegenheit, um Kritik am US-Gesundheitssystem zu äußern: Dieses sei marode und vernachlässige die "Gesundheitsversorgung von Frauen, insbesondere deren Fruchtbarkeitsbehandlung".
Was das Einfrieren kostet – und was in Deutschland gilt
Der Ablauf ist in den USA und in Deutschland derselbe: Frauen spritzen sich Hormone, damit mehrere Eizellen gleichzeitig heranreifen. Nach der Entnahme lagern die Zellen bei minus 196 Grad und lassen sich Jahre später auftauen und im Labor befruchten.
Entscheidend für den Erfolg ist das Alter der Frau bei der Entnahme: je jünger die Eizelle, desto größer die Chance auf eine spätere Schwangerschaft. In Deutschland sind die Frauen im Schnitt gut 35 Jahre alt, wenn sie sich dafür entscheiden. Eine Garantie auf ein Kind gibt es nicht.
In den USA kostet eine Behandlung je nach Klinik und Stadt zwischen 10.000 und 20.000 Dollar, einschließlich Medikamenten und dem ersten Jahr Lagerung. Für die Lagerung kommen danach 500 bis 1.000 Dollar pro Jahr dazu. US-Krankenversicherungen zahlen den Eingriff in der Regel nicht, wenn kein medizinischer Grund vorliegt. Nur etwa 20 Prozent der großen Arbeitgeber bieten ihn als Zusatzleistung an, vor allem Technologie- und Finanzkonzerne.
Auch in Deutschland ist das vorsorgliche Einfrieren eigener Eizellen erlaubt. Verboten bleibt dagegen die Eizellspende: Einer Frau dürfen keine fremden Eizellen eingesetzt werden.
Eine Behandlung in Deutschland ist günstiger und kostet je nach Klinik zwischen 2.500 und 4.000 Euro. Dazu kommen die Hormonpräparate mit 1.000 bis 1.800 Euro sowie Lagerkosten von etwa 200 bis 500 Euro im Jahr. Wer mehrere Behandlungen benötigt und die Eizellen später auch nutzt, zahlt schnell einen fünfstelligen Betrag. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen diese Kosten in der Regel nicht, private Versicherer ebenfalls nicht.
Weiterhin Unklarheit über Präsidentschaftsambitionen
Mit Blick auf eine Kandidatur bei den US-Präsidentschaftswahlen 2028 ließ Ocasio-Cortez sich nicht in die Karten blicken. "Ich schließe diese Möglichkeit nicht aus und bin sehr dankbar für die große Unterstützung", sagte die Demokratin bei ABC News. Zugleich verwies sie darauf, dass vor der Partei die sogenannten Midterms liegen – die US-Kongresswahlen am 3. November in diesem Jahr. "Ich denke, wir haben die Verantwortung, uns auf die Zwischenwahlen zu konzentrieren und nicht auf unsere persönlichen Ambitionen oder Pläne", sagte sie weiter.
Auf die Frage, ob sie gegen den amtierenden Minderheitsführer der Demokraten im US-Senat, Chuck Schumer, kandidieren wolle, sagte sie unterdessen: "Ich meine, im Moment ist alles möglich."