Alle oder keiner: So gehen Schulen in Dresden mit dem neuen Handyverbot um

Seit Montag gilt an Schulen in Sachsen ein Handyverbot bis Klasse 8. Heißt, die Schüler dürfen private Smartphones, Smartwatches und Tablets weder im Unterricht, noch in der Pause nutzen. Die neue Regelung ist für viele Schulen eine organisatorische Herausforderung.

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Alle oder keiner: So gehen Schulen in Dresden mit dem neuen Handyverbot um

AUDIO: Wie lief die erste Woche mit dem Handyverbot? (3 Min)

Neue Regel in Klassenzimmern

"Sind keine Verwahrer von Gegenständen": Eine Woche Handyverbot an Sachsens Schulen

Stand: 22.08.2026 06:00 Uhr

Seit Montag gilt an Schulen in Sachsen ein Handyverbot bis Klasse 8. Heißt, die Schüler dürfen private Smartphones, Smartwatches und Tablets weder im Unterricht, noch in der Pause nutzen. Die neue Regelung ist für viele Schulen eine organisatorische Herausforderung.

von Beate Dietze, MDR SACHSEN

Das Gymnasium Dresden-Pieschen hat die Handynutzung bisher eher locker geregelt. Nur beim Mittagessen in der Mensa und auf der Hofpause waren Handys tabu. Das kurz vor den Sommerferien erlassene Handy-Verbot bis zur 8. Klasse lasse sich auf die Schnelle nicht umsetzen, sagt Schulleiter David Obst.

Devise in Pieschen: Entweder alle oder keiner

Deshalb gilt jetzt eine Übergangsregelung, die paradoxerweise sogar strenger ist. "Wir haben die Handynutzung untersagt für die Klassen 5 bis 12, um es fair und transparent zu machen, weil die Unterscheidung, wer ist Klassenstufe 8, 9 oder 10 wirklich sehr schwerfällt. Jede Regel macht nur Sinn, wenn man sie auch umsetzen kann."

Video: Neue Regel auch in Chemnitz: Handyverbot bis Klasse 8 (2 Min)

Schülerin: "Ältere haben sich mehr im Griff"

Und damit müssen auch zwei Elftklässlerinnen auf ihr Handy verzichten. Sie sagen: "Es ist eine Regelung und man versucht sich weitestgehend daran zu halten. Man möchte auch Vorbild sein für die Jüngeren, vor allem für die neuen 5. Klassen, die sehr stark auf die Älteren gucken. Dafür ist es vielleicht gar nicht so schlecht."

Ihre Freundin hat in der Woche beobachtet: "Bei den jüngeren Klassen macht es einen extrem großen Unterschied. Die bleiben teilweise bis 17 Uhr, um einfach auf der Freitreppe an der Schule zu sitzen und zu spielen. Die Älteren haben sich da deutlich mehr im Griff."

Daddeln im Klassenzimmer? Das ist für jüngere Schüler bis Klasse 8 in Sachsen seit Schulsjahresbeginn verboten.

Kein Personal, keine sicheren Aufbewahrungsorte

Trotzdem: Die Handys müssen in den Ranzen und Taschen bleiben. Um die Geräte einzusammeln, fehlen das Personal und ein sicherer Aufbewahrungsort, betont der Schulleiter: "Ich tue mich bisschen schwer damit, personelle Ressourcen dafür herzugeben und abzustellen. Ich bin eher ein Freund davon erzieherisch tätig werden. Das ist mehr in unserer Verantwortung, als dafür hauptamtliche Verwahrer von Gegenständen zu werden." David Obst findet, Schulen sollen bei Medienschulung und Prävention aktiver werden.

Seit zwei Jahren Handy-Verbot in Gemeinschaftsschule

Andere Schulen haben sich schon auf den Weg gemacht, darunter die Gemeinschaftsschule Campus Cordis in Dresden-Neustadt. In der Schule gilt seit zwei Jahren ein generelles Handyverbot. Schulleiterin Miriam Bankert erklärt, wie es abläuft: "Morgens mit Betreten des Gebäudes wird das Handy in den Schlafmodus geschickt oder ausgeschaltet und in den Klassenräumen in in Handytresore verschlossen bis dann der Unterrichtstag zu Ende ist."

12.000 Euro für Tresore haben Eltern organisiert

Die Entscheidung hat die Schulgemeinschaft nach Abwägung aller Vor - und Nachteile gemeinsam getroffen - nachdem ein freiwilliger Handyverzicht gescheitert war. 12 .000 Euro haben die Handytresore in den Klassenräumen gekostet. Das Geld dafür haben die Eltern über einen Sponsorenlauf organisiert.

MDR (kk)