„Amann unframed“: Sind Sie Freiheitskämpferin oder Zensurbehörde, Frau Ballon?
KI-Stimme. InfoHass im Internet begegnet vielen Menschen täglich. Seien es herabwürdigende Kommentare auf Social Media, erniedrigende Posts oder verletzende Aussagen in Videos: Viele meinen, sich hinter der ver...
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KI-Stimme. Info
Hass im Internet begegnet vielen Menschen täglich. Seien es herabwürdigende Kommentare auf Social Media, erniedrigende Posts oder verletzende Aussagen in Videos: Viele meinen, sich hinter der vermeintlichen Anonymität im Netz verstecken und alles sagen zu dürfen. Eine, die das so nicht hinnehmen will, ist Josephine Ballon.
Sie ist Geschäftsführerin von HateAid, einer Organisation, die Menschen unterstützt, die online bedroht, beleidigt oder eingeschüchtert werden. Für viele Betroffene ist HateAid eine wichtige Anlaufstelle, wenn aus Kommentaren Angriffe werden und aus digitalem Hass reale Angst entsteht. Für ihre Arbeit hat die Gründerin von Hateaid, Annalena von Hodenberg, zuletzt das Bundesverdienstkreuz bekommen.
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Für andere ist die Organisation derweil ein Feindbild. Sie sehen in HateAid eine mächtige NGO, die Einfluss auf soziale Netzwerke nimmt und unter dem Deckmantel des Schutzes vor Hass die Meinungsfreiheit beschneidet. Diese Kritik kommt längst nicht mehr nur aus rechten Netzwerken oder von einzelnen Aktivisten. Ende 2025 verhängte die US-Regierung gegen Josephine Ballon und ihre Co-Geschäftsführerin Annalena von Hodenberg ein Einreiseverbot. US-Außenminister Marco Rubio nannte Ballon eine führende Akteurin eines angeblichen weltweiten Zensurindustriekomplexes.
Auf einer Sanktionsliste zu stehen, sei nicht leicht, so Josephine Ballon im FUNKE-Podcast „Amann unframed“: „Das ist auf jeden Fall ein Gefühl, an das ich mich ungern gewöhnen möchte.“ Sie habe sich gefragt, in welchen Akten diese Zuschreibungen nun über sie stünden und welche Folgen das noch haben könne. „Diese Bezeichnungen sind nicht unbedingt die, die ich für mich selber wählen würde.“

Josephine Ballon, Gründerin von Hate Aid, und FUNKE-Chefredakteurin Melanie Amann im „Amann unframed“-Studio.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini
Amann unframed: Josephine Ballon spricht über das Einreiseverbot der USA
Ballon sieht in der Entscheidung der US-Regierung mehr als einen Angriff auf ihre Person. Aus ihrer Sicht war das Einreiseverbot auch ein politischer Test. „Man wollte sehen, wie weit man sich vorwagen kann“, sagt sie. Die Frage sei, was die US-Regierung davon abhalte, beim nächsten Konflikt auch gegen staatliche Stellen in Deutschland oder Europa vorzugehen.
Im Gespräch mit Melanie Amann weist Ballon den Vorwurf der Zensur zurück und erklärt, sie sehe im Gegenteil digitale Gewalt als Gefahr für die Meinungsfreiheit. Sie sagt: Wer aus Angst vor Angriffen schweige, könne sich nicht frei äußern. Genau deshalb brauche es Beratung, juristische Unterstützung und klare Regeln für Plattformen.
Ist Josephine Ballon also eine digitale Freiheitskämpferin oder Teil einer Zensurbehörde? Um diese und viele weitere Fragen geht es in der neuen Folge „Amann unframed“ mit FUNKE-Chefredakteurin Melanie Amann.
Podcast „Amann unframed“ auf allen Plattformen
In „Amann unframed“ geht es um Persönlichkeiten, die Deutschland prägen, die selten in klare Schubladen passen. Menschen, die polarisieren, anecken, provozieren – und manchmal auch manipulieren. Manche werden unfair geframet, andere prägen die Debatte mit ihrem ganz eigenen Frame.
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