Angespielt! Silver Palace – zwischen viktorianischer Pracht und spektakulären Kämpfen • JPGAMES.DE

Silver Palace hat schon mit seinen ersten Trailern für Aufmerksamkeit gesorgt. Das liegt nicht zuletzt an einer ungewöhnlichen Mischung: Eine riesige, vom viktorianischen Zeitalter inspirierte Metropole trifft ...

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Angespielt! Silver Palace – zwischen viktorianischer Pracht und spektakulären Kämpfen • JPGAMES.DE

Silver Palace hat schon mit seinen ersten Trailern für Aufmerksamkeit gesorgt. Das liegt nicht zuletzt an einer ungewöhnlichen Mischung: Eine riesige, vom viktorianischen Zeitalter inspirierte Metropole trifft auf Anime-Charaktere, Fantasy, Detektivarbeit und schnelle Echtzeitkämpfe. Entwickelt wird der Titel von Silver Studio auf Basis der Unreal Engine 5, während Elementa als Publisher auftritt.

Damit bewegt sich Silver Palace in einem inzwischen ziemlich umkämpften Feld. Titel wie Genshin Impact, Zenless Zone Zero, Wuthering Waves, aber auch kommende Spiele wie Ananta oder Neverness to Everness buhlen um eine ähnliche Zielgruppe. Gerade erst ging die zweite große geschlossene Testphase, die „Dichotomy Beta“, zu Ende.

Gleichzeitig konnte Elementa Mitte August bereits mehr als zehn Millionen Vorregistrierungen vermelden. Ein konkretes Veröffentlichungsdatum steht allerdings weiterhin aus. Das Spiel soll auf mobile Geräte, den PC und die PlayStation 5 kommen.

Auf der diesjährigen Gamescom bekam das Spiel nicht nur einen neuen Trailer, wir konnten selbst rund 30 Minuten in Silver Palace verbringen. Und zumindest dieser erste Eindruck zeigt: Hinter der hübschen Fassade steckt ein Titel, der sich vor der Konkurrenz spielerisch und vor allem inszenatorisch nicht verstecken muss.

Silvernia macht schon beim ersten Besuch Eindruck

Bereits das Intro hinterließ einen erstaunlich hochwertigen Eindruck und machte schnell Lust auf mehr. Anschließend verschlug es uns nach Silvernia, einer Metropole, deren Architektur stark vom 19. Jahrhundert geprägt ist. Gaslaternen, Kutschen, Uhrentürme, enge Straßen und aufwendig verzierte Fassaden treffen hier auf Fantasy und magische Technologie. Das fiktive Element „Silverium“ bildet dabei eine Grundlage dieser Welt.

Das funktioniert optisch ausgesprochen gut. Silver Palace wirkt nicht einfach wie ein Anime-Spiel, dem nachträglich ein paar viktorianische Gebäude spendiert wurden. Vielmehr zieht sich die Ästhetik konsequent durch die Umgebung. Unterstützt wird das durch dynamisches Wetter sowie einen Tag-Nacht-Wechsel. Auch technisch konnte die Unreal Engine 5 in unserer Demo durchaus zeigen, was in ihr steckt.

Ähnlich interessant ist die musikalische Untermalung. Klassische Klänge werden mit elektronischen Einflüssen kombiniert und passen damit hervorragend zu dieser Mischung aus historischem Vorbild und fantastischer Technologie.

Allzu lange durften wir die Umgebung allerdings nicht friedlich betrachten. Bereits nach wenigen Minuten wurden wir in einen Kampf zwischen zwei gigantischen Statuen hineingezogen. Später wartete unter anderem eine große Kutsche als Gegner. Gerade bei solchen Begegnungen fährt Silver Palace ordentlich auf: Animationen, Ultimates und Finisher werden spektakulär inszeniert und vermitteln schon früh ein Gefühl dafür, dass große Setpieces eine wichtige Rolle spielen dürften.

Überraschend früh bekamen wir außerdem ein Pegasus als Reittier. Damit lässt sich Silvernia deutlich schneller erkunden. An bestimmten Stellen kann das Tier sogar in einen Gleitflug übergehen und größere Distanzen überwinden. Später sollen zudem Pferderennen möglich sein. Gerade in einer entsprechend großen Stadt könnte sich diese Form der Fortbewegung noch als ziemlich praktisch erweisen.

Beim Kampfsystem lässt Zenless Zone Zero grüßen

Spielerisch wurden die Parallelen zu anderen Character-Action-Titeln während unserer Demo allerdings schnell deutlich. Besonders Zenless Zone Zero kam uns beim Kampfsystem mehrfach in den Sinn. Ihr stellt eine Gruppe verschiedener Figuren zusammen und könnt während der Auseinandersetzungen in Echtzeit zwischen ihnen wechseln.

Gerade die getimten Wechsel fallen auf. Charaktere springen in den Kampf, während Ausweichmanöver und Paraden im richtigen Moment ausgeführt werden wollen. Visuelle und akustische Hinweise kündigen entsprechende Möglichkeiten an. Gelingt das Timing, folgt auf einen perfekten Block direkt der Konter – und genau diese Momente fühlten sich bereits in der Demo angenehm befriedigend an.

Hinzu kommen deutlich unterschiedliche Waffen und Kampfstile. Vier spielbare Figuren konnten wir während unserer Anspielsession ausprobieren, wodurch schnell deutlich wurde, wie wichtig die einzelnen Charaktere für das Kampfsystem sind. Hier lässt sich die Gacha-DNA des Titels kaum übersehen. Wie die Monetarisierung im fertigen Spiel konkret aussehen wird, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht seriös beurteilen.

Abseits der Kämpfe schlüpfen wir in die Rolle eines Detektivs oder einer Detektivin – das Geschlecht lässt sich auswählen. Ermittlungen und die Geheimnisse Silvernias sollen neben der Open-World-Erkundung einen weiteren wichtigen Teil des Abenteuers bilden. Davon konnten wir in den rund 30 Minuten allerdings noch deutlich weniger sehen als von den Kämpfen und der Präsentation.

Ein Städtetrip, den wir gerne wiederholen wollen

Unser erster Eindruck fällt dennoch positiv aus. Silver Palace erfindet das Character-Action-Rad bislang nicht neu und gerade beim Kampfsystem sind seine Vorbilder kaum zu übersehen. Die Kombination aus viktorianischer Großstadt, Magipunk, Detektivgeschichte und aufwendigen Actionsequenzen verleiht dem Spiel aber bereits eine eigene Identität. Besonders die Inszenierung der großen Kämpfe und die überraschend hochwertige Präsentation blieben nach unserer Demo hängen.

Ob daraus am Ende mehr als nur ein weiterer hübscher Vertreter eines inzwischen gut gefüllten Genres wird, müssen vor allem die offene Welt, die Ermittlungen und das langfristige Charakter- sowie Monetarisierungssystem zeigen. Nach unserem ersten Ausflug nach Silvernia würden wir uns die Stadt aber definitiv gerne noch einmal genauer ansehen.

Bildmaterial: Silver Palace, Elementa, Happy Elements, Silver Studio