Street Parade Zürich: Stadt warnt vor gefährlichen Drogen
Publiziert7. August 2026, 20:43Street ParadeAngry Bird und Putin: Stadt warnt Raver vor diesen PillenAm Samstag findet in Zürich die weltgrösste Techno-Party statt. Die Stadt Zürich warnt vor dem Konsum synthet...
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Publiziert7. August 2026, 20:43
Street ParadeAngry Bird und Putin: Stadt warnt Raver vor diesen Pillen
Am Samstag findet in Zürich die weltgrösste Techno-Party statt. Die Stadt Zürich warnt vor dem Konsum synthetischer Drogen.


Darum gehts
- MDMA-Rückstände im Zürcher Abwasser sind nach der Street Parade 17-mal höher als an einem gewöhnlichen Sonntag.
- Rund eine Million Menschen feiern diesen Samstag auf der weltgrössten Techno-Party in Zürich.
- Experte Dominique Schori warnt: «Die grösste Gefahr besteht darin, nicht zu wissen, was man konsumiert.»
Das Drogeninformationszentrum der Stadt Zürich ruft die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Street Parade dazu auf, besonders vorsichtig im Umgang mit zirkulierenden Drogen zu sein.
Laut der Website Infodrog.ch, die von der Nationalen Koordinationsstelle für Suchtfragen geleitet wird, besteht die Hauptgefahr darin, eine Substanz zu konsumieren, deren tatsächliche Zusammensetzung unbekannt ist.
Hochdosierte MDMA-Pillen
In den letzten Monaten wurde vor mehreren hoch dosierten MDMA-Tabletten gewarnt. Dies ist insbesondere bei Pillen der Fall, die mit Motiven wie dem Kopf von Wladimir Putin, einem Drachen, einem Bitcoin oder dem Berghain, dem berühmten Techno-Club in Berlin, verziert sind. Laut Infodrog.ch wurden im letzten Monat etwa 50 Substanzen identifiziert, deren Dosierung höher war als angegeben oder die eine andere Substanz als die verkaufte enthielten.
Zahlreiche Risiken im Zusammenhang mit Ketamin
Die Experten sind besonders besorgt über den Anstieg des Konsums von Ketamin. Ursprünglich als Medikament verwendet, wird diese Substanz zunehmend als Partydroge konsumiert. Infodrog.ch mahnt, dass die Mischung mit Alkohol schnell gefährlich werden kann und dass regelmässiger Konsum in hohen Dosen zu Abhängigkeit sowie Gedächtnisstörungen, Psychosen, chronischen Bauchschmerzen oder Inkontinenz führen kann.
«Die grösste Gefahr besteht darin, nicht zu wissen, was man konsumiert»
Die Behörden sind auch besorgt über das Auftreten von Cathinonen, synthetischen Stimulanzien, die manchmal als MDMA verkauft werden. Diese Verwechslung kann Überdosierungen begünstigen, da die Wirkungen der beiden Substanzen nicht gleich schnell einsetzen. «Wir wissen sehr wenig über diese Substanzen und ihre langfristigen Auswirkungen. Deshalb raten wir vom Konsum ab», erklärt Dominique Schori, Leiter des Informationszentrums für Drogen, gegenüber der NZZ.

Substanzen auf keinen Fall mischen
Schori rät ausserdem davon ab, Drogen in der Nähe der Veranstaltung zu kaufen, da die Street Parade viele Verkäufer anzieht, die Produkte mit ungewisser Zusammensetzung anbieten. «Die grösste Gefahr besteht darin, nicht zu wissen, was man konsumiert», betont Dominique Schori. Experten empfehlen insbesondere, ausreichend Wasser zu trinken, Alkohol und Drogen nicht zu mischen, nicht allein zu konsumieren und zunächst eine sehr kleine Menge zu testen.
Ein Stand zum Testen der Substanzen

Am Samstag wird ein mobiles Labor vor der Schweizerischen Nationalbank, kurz vor der Quaibrücke, eingerichtet. Die Teilnehmenden können dort ihre Substanzen anonym und ohne Termin analysieren lassen.
Siebzehnmal mehr MDMA-Rückstände
Eine kürzlich durchgeführte Studie des Schweizerischen Bundesinstituts für Wasserwissenschaften und -technologien veranschaulicht das Ausmass des Konsums während der Street Parade. Die Analysen des Abwassers zeigen, dass die Rückstände von MDMA nach der Street Parade 17-mal höher sind als an einem gewöhnlichen Sonntag. Auch die Konzentrationen von Kokain verdoppeln sich, während die von Ketamin verdreifacht werden.

François Schlatter (frs) ist Journalist und seit 2010 stellvertretender Chefredakteur bei 20 minutes. Er ist verantwortlich für die Print-Ausgabe, die Priorisierung der Artikel und die Gestaltung der Titelseite der Zeitung.

Justin Arber (jar), Jahrgang 1999, arbeitet seit 2022 als Redaktor am Newsdesk. Zeitweise übernimmt er da die Schichtleitung im Früh- und Spätdienst.
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