Ärger um Ausländer-Regelung: Bayernliga-Teams üben Kritik an Kaderzusammensetzung und kündigen Konsequenzen an

Mehrere Eishockey-Teams aus der Bayernliga verweigern Vereinen mit vielen Kontingentspielern künftig Pressekonferenzen und Pauseninterviews. Auch Peißenberg und Schongau beteiligen sich am Boykott.

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Ärger um Ausländer-Regelung: Bayernliga-Teams üben Kritik an Kaderzusammensetzung und kündigen Konsequenzen an

Stand: 10.10.2026, 07:30 Uhr

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Eine ewige Debatte: Zahlreiche Bayernliga-Clubs haben ein Problem mit der steigenden Anzahl ausländischer Spieler (Symbolbild).

Eine ewige Debatte: Zahlreiche Bayernliga-Clubs haben ein Problem mit der steigenden Anzahl ausländischer Spieler (Symbolbild). © Andreas Mayr

Mehrere Eishockey-Teams aus der Bayernliga verweigern Vereinen mit vielen Kontingentspielern künftig Pressekonferenzen und Pauseninterviews. Auch Peißenberg und Schongau beteiligen sich am Boykott.

Peißenberg/Schongau – Die Debatte um die Kaderzusammensetzung in der Bayernliga spitzt sich weiter zu. Während die finanzstarken Klubs höherer Ligen bis weit über den regionalen Tellerrand hinaus ihre Fühler nach Verstärkung ausstrecken, versteht sich die Bayernliga traditionell als Talentschmiede. Doch das sehen offenbar nicht alle so. Zahlreiche Teams ziehen nun im Kollektiv die Reißleine und kündigen Konsequenzen gegen diejenigen an, die in großer Zahl Ausländer verpflichten.

Rückblick: Um einem „Wettrüsten“ im Amateurbereich den Riegel vorzuschieben, hatten sich die Bayernliga-Teams einst auf ein „Gentlemen‘s Agreement“ geeinigt. Heißt: Sie erklärten, freiwillig und ohne Vorgabe des Verbands auf den Einsatz von mehr als zwei Importspielern verzichten zu wollen. Das sollte nicht nur für eine Chancengleichheit innerhalb der Liga sorgen, sondern auch dem Nachwuchs zu mehr Spielzeit verhelfen. Im vergangenen Jahr wurde die Regelung neu verhandelt. Künftig waren maximal drei Spieler ohne deutschen Pass erlaubt. Alle Teams stimmten zu, nur Burgau und Schweinfurt nicht. Das „Agreement“ begann zu bröckeln.

Vor wenigen Monaten dann der nächste Rückschlag: Der EHC Waldkraiburg schnappte sich auf dem Transfermarkt weitere Akteure ohne deutschen Pass und versammelte zeitweise sechs Kontingentspieler in seinen Reihen. Klostersee und Miesbach sagten daraufhin ihre Testspiele gegen Waldkraiburg ab. Die Debatte nahm Fahrt auf. Schließlich meldete sich selbst der Bayerische Eissport-Verband zu Wort – und schreibt nun seinerseits vor: Zur laufenden Saison dürfen maximal drei kontingentpflichtige Spieler gemeldet und zwei pro Partie eingesetzt werden. EU-Ausländer sind davon allerdings ausgenommen.

Den Teams, die sich an das Gentlemen’s Agreement halten, stößt die Entwicklung mit immer mehr ausländischen Spielern in der Bayernliga sauer auf. In den vergangenen Tagen sind auf den Social-Media-Kanälen zahlreicher Klubs (unter anderem Peißenberg und Schongau) Statements aufgetaucht. Der Wortlaut ist weitestgehend derselbe: Die gegenwärtigen Entwicklungen seien „mit dem Anspruch einer regionalen Liga und der nachhaltigen Entwicklung des bayerischen Eishockeys nicht vereinbar“. Die Bayernliga dürfe nicht gegenüber „kurzfristigen sportlichen Interessen in den Hintergrund treten“, heißt es darin.

Sämtliche Vereine, die sich an der Protestaktion beteiligen, möchten beim Aufeinandertreffen mit Mannschaften, die diesen Leitgedanken nicht teilen, künftig auf die Teilnahme an den Pressekonferenzen verzichten, Spieler besagter Teams nicht zu Pauseninterviews bei „Sprade TV“ einladen und – im Falle von Auswärtsspielen – auch die eigenen Spieler nicht für Pauseninterviews zur Verfügung stellen.