Armutsrisiko in Sachsen-Anhalt wächst: Alleinerziehende besonders betroffen

In Sachsen-Anhalt galt 2025 rund jeder siebte Mensch als armutsgefährdet. Das sind mehr als im Jahr zuvor. Betroffen sind vor allem Menschen mit Kindern, insbesondere Alleinerziehende.

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Armutsrisiko in Sachsen-Anhalt wächst: Alleinerziehende besonders betroffen
ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Mutter hält am 01.07.2016 in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) ihren Sohn an der Hand

AUDIO: Zahlen des Statistisches Landesamtes: 15 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt sind armutsgefährdet (Symbolbild) (1 Min)

Statistisches Landesamt

15 Prozent der Menschen in Sachsen-Anhalt sind armutsgefährdet

Stand: 13.10.2026 13:32 Uhr

In Sachsen-Anhalt galt 2025 rund jeder siebte Mensch als armutsgefährdet. Das sind mehr als im Jahr zuvor. Betroffen sind vor allem Menschen mit Kindern, insbesondere Alleinerziehende.

von MDR SACHSEN-ANHALT

In Sachsen-Anhalt sind 2025 rund 15 Prozent der Menschen armutsgefährdet gewesen. Das berichtet das Statistische Landesamt in Halle. Die Armutsgefährdungsquote stieg demnach gegenüber dem Vorjahr um 0,2 Prozentpunkte. Die Quote misst sich am Landesmedian.

Wo liegt die Schwelle zur Armut?

Armutsgefährdet ist, wer über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens (Median) verfügt. In Sachsen-Anhalt waren das 2024 für eine allein lebende Person 1.200 Euro. Bei Haushalten mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren betrug die Schwelle 2.519 Euro.

Die Altersgruppe der 18- bis unter 25-Jährigen ist den Angaben zufolge mit einer Quote von 26 Prozent am stärksten armutsgefährdet. Der Wert befindet sich allerdings auf dem niedrigsten Stand seit 2021. Kinder unter 18 sind ebenfalls überdurchschnittlich betroffen (19,5 Prozent). Bei den Minderjährigen stieg die Quote das dritte Jahr in Folge.

Münzen auf einem Stapel vor blauem Hintergrund.

Alleinerziehende trifft es am häufigsten

Haushalte mit Kindern haben dementsprechend ein höheres Armutsrisiko als solche ohne. Dennoch sind auch Ein-Personen-Haushalte überdurchschnittlich oft armutsgefährdet (28,3 Prozent). Das geringste Armutsrisiko unter den Haushalten mit Kindern von 7,2 Prozent haben zwei Erwachsene mit einem Kind.

Das höchste Armutsrisiko von 33,5 Prozent aller untersuchten Gruppen haben Alleinerziehende. Kinderreiche Familien mit zwei Erwachsenen und drei oder mehr Kindern haben mit 29,7 Prozent ebenfalls ein deutlich erhöhtes Armutsrisiko.

MDR (Sebastian Gall)