RTX Spark im Test: Was kann das ProArt P16 auf Akku?

Für die getestete Ausstattung werden knapp 4.300 Euro fällig. Entsprechend reicht es beim ProArt P16 H7607BA nicht, dass Baldur’s Gate 3 startet und ein KI-Benchmark Punkte ausgibt. Interessanter ist, ob das No...

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RTX Spark im Test: Was kann das ProArt P16 auf Akku?

Für die getestete Ausstattung werden knapp 4.300 Euro fällig. Entsprechend reicht es beim ProArt P16 H7607BA nicht, dass Baldur’s Gate 3 startet und ein KI-Benchmark Punkte ausgibt. Interessanter ist, ob das Notebook seine Leistung auch abseits der Steckdose hält und welche Arbeit sich damit tatsächlich erledigen lässt. Genau hier setzt RTX Spark einen eher ungewohnten Akzent: In unseren Gaming- und KI-Messungen liegen Netz- und Akkubetrieb ungewöhnlich nah beieinander. Wie lange das unter Dauerlast möglich ist, steht auf einem anderen Blatt.

Ausstattung: Viel Speicher für ein mobiles Gerät

Zur Ausstattung gehören drei USB4-Anschlüsse, HDMI 2.1 und ein SD-Express-7.0-Kartenleser. Geladen wird das ProArt P16 über USB-C mit bis zu 140 Watt.
Bildquelle: PC Games Hardware

Zur Ausstattung gehören drei USB4-Anschlüsse, HDMI 2.1 und ein SD-Express-7.0-Kartenleser. Geladen wird das ProArt P16 über USB-C mit bis zu 140 Watt.

Im Testgerät arbeitet Nvidias RTX Spark N1X mit 20 Arm-CPU-Kernen und einer Blackwell-Grafikeinheit mit 6.144 CUDA-Kernen. CPU und GPU nutzen einen gemeinsamen Speicherpool mit 64 GiB LPDDR5X. Für lokale KI-Anwendungen ist das ein wesentlicher Teil der Ausstattung: Größere Modelle müssen nicht allein in einen begrenzten dedizierten Grafikspeicher passen. Die 64 GiB stehen allerdings auch Windows und den übrigen Anwendungen zur Verfügung. Wie viel Speicher für ein konkretes Projekt frei bleibt, hängt somit vom laufenden System ab.

Der Arbeitsspeicher ist fest verlötet. Bei der SSD bleibt mehr Spielraum: Unser Gerät enthält ein 1-TB-Laufwerk von Samsung, insgesamt sind zwei M.2-Steckplätze vorgesehen. Wer mit umfangreichen Bilddaten oder lokal gespeicherten KI-Modellen arbeitet, kann den Massenspeicher damit später erweitern. Ein RAM-Upgrade ist dagegen nicht möglich.

Das 16-Zoll-OLED löst mit 3.840 × 2.400 Pixeln auf, bietet 120 Hz und unterstützt Touch-Eingaben. Hinzu kommen drei USB4-Anschlüsse, USB-A, HDMI 2.1, ein SD-Express-Kartenleser und eine 3,5-mm-Kombibuchse. Speicherkarten lassen sich somit ohne zusätzlichen Leser einbinden; für kabelgebundenes Netzwerk ist hingegen ein Adapter oder Dock nötig. Das Netzteil liefert 140 Watt über USB-C. Mit 1,77 kg bleibt das P16 für ein 16-Zoll-Gerät gut transportierbar, der Akku fasst 99,9 Wh.

Windows auf Arm: Die Software entscheidet mit

RTX Spark bringt eine Arm-Plattform in ein Windows-Notebook. Über Prism kann Windows 11 zahlreiche x86- und x64-Anwendungen ausführen. Daraus folgt allerdings keine vollständige Kompatibilität. Insbesondere Kernel-Treiber benötigen eine passende Arm64-Version – eine Hürde, die unter anderem Anti-Cheat-Systeme betrifft. Nvidias technische Dokumentation weist ausdrücklich auf diese Abhängigkeit hin.

Die 64 GByte LPDDR5X-Arbeitsspeicher des Testgeräts sind fest verlötet. Für SSDs stehen dagegen zwei M.2-2280-Steckplätze zur Verfügung.
Bildquelle: PC Games Hardware

Die 64 GByte LPDDR5X-Arbeitsspeicher des Testgeräts sind fest verlötet. Für SSDs stehen dagegen zwei M.2-2280-Steckplätze zur Verfügung.

Battlefield 2042 wegen EA Javelin nicht spielen. Counter-Strike 2 funktionierte, ebenso die für unsere Benchmarks genutzten Spiele Baldur’s Gate 3 und Cyberpunk 2077. Für Call of Duty ist die Unterstützung von RTX Spark erst für 2027 angekündigt; ein konkreter Serienteil wurde dabei nicht genannt. Für die Kaufentscheidung ist das wichtiger als eine weitere Fps-Zahl: Ein schnelles Notebook hilft wenig, wenn ein regelmäßig genutztes Spiel oder ein benötigtes Werkzeug gar nicht startet. Auch bei spezieller Kreativsoftware samt Plug-ins und Gerätetreibern empfiehlt sich deshalb ein Blick auf die Arm-Kompatibilität.

Gaming: Flüssig auf Akku, aber nur in den getesteten Spielen

Baldur’s Gate 3 und Cyberpunk 2077 liefen für unsere Messungen in Full HD mit Ultra-Preset und ohne DLSS. Baldur’s Gate 3 erreicht am Netz durchschnittlich 78 Fps, auf Akku 74 Fps. Cyberpunk 2077 bleibt in beiden Betriebsarten bei 60 bis 70 Fps. Ein Wechsel vom Schreibtisch auf das Sofa kostet in diesen beiden Spielen somit kaum Bildrate. Das ist der eigentliche Gaming-Vorteil des P16: Die gemessene Leistung ist nicht an das angeschlossene Netzteil gebunden.

Die Zahlen gelten für 1.920 × 1.080 Pixel. Das interne Display muss mit 3.840 × 2.400 Pixeln mehr als viermal so viele Bildpunkte darstellen. Wir messen in so niedriger Auflösung, um die Vergleichbarkeit mit anderen Notebooks aufrechterhalten zu können.

Zur mobilen Nutzung gehört übrigens leider auch die unüberhörbare Geräuschkulisse. Unter Spielelast messen wir im Netzbetrieb 3,4 Sone; das P16 ist dann deutlich hörbar.

Lokale KI: Was die Sekundenwerte im Alltag bedeuten

Bei der Bildgenerierung haben wir Stable Diffusion 1.5 und SDXL mit Procyon, TensorRT und FP16 geprüft. Stable Diffusion 1.5 benötigt bei 512 × 512 Pixeln am Netz durchschnittlich 4,87 Sekunden pro Bild, auf Akku 4,83 Sekunden. SDXL erzeugt Bilder mit 1.024 × 1.024 Pixeln und braucht dafür 29,28 beziehungsweise 29,07 Sekunden. Innerhalb desselben Tests ist der Unterschied zwischen den Betriebsarten damit gering.

Für die praktische Arbeit sind vor allem die absoluten Wartezeiten entscheidend. Bei Stable Diffusion 1.5 lässt sich unter diesen Testbedingungen rasch eine Reihe von Varianten durchgehen. Mit SDXL dauert schon ein einzelner Versuch rund eine halbe Minute; zehn Varianten entsprechen rechnerisch knapp fünf Minuten reiner Generierungszeit. Das P16 verkürzt diese Wartezeit auf Akku nicht, verlängert sie aber auch kaum. Wer unterwegs einen Entwurf überarbeiten oder zusätzliche Bildideen prüfen möchte, muss für dieselbe Aufgabe in unserem Test praktisch keinen Leistungsabschlag einplanen.

KI-Textgenerierung: Weniger als zwei Prozent Abstand

Bei der Textgenerierung setzt sich das Bild dann auch fort. Das schnellste der vier geprüften Modelle, Phi, erreicht 68,8 Token pro Sekunde am Netz und 67,7 auf Akku. Bei Llama 2 sind es 26,7 und 26,5 Token pro Sekunde. Mistral und Llama 3 liegen ebenfalls nur rund ein bis zwei Prozent auseinander. Bis zum ersten ausgegebenen Token vergehen in den geprüften Fällen etwa 0,3 bis 0,5 Sekunden. Die Ausgabe beginnt somit zügig; bei längeren Antworten macht sich vor allem der Unterschied zwischen den Modellen bemerkbar. Eine Antwort mit 500 Token entspräche bei konstantem Durchsatz rechnerisch gut sieben Sekunden mit Phi und knapp 19 Sekunden mit Llama 2 – ohne zusätzliche Zeit für die Verarbeitung einer Eingabe.

Akkulaufzeit: Leistung und Ausdauer getrennt betrachten

Im Procyon-Test zur Videowiedergabe lief das P16 5 Stunden und 45 Minuten. Dabei sank der Akkustand von 81 auf 2 Prozent; die Displayhelligkeit stand laut Protokoll bei 76 Prozent. Beim Gaming fällt die Laufzeit deutlich kürzer aus. In Cyberpunk 2077 hielt das P16 insgesamt 72 Minuten durch. Dabei zeigte sich allerdings eine Einschränkung: Ab einem Akkustand von 28 Prozent sank die Bildrate auf unter 30 Fps. Die zuvor gemessenen 67 Fps lassen sich somit nicht über die gesamte Akkulaufzeit halten. Das Notebook liefert zwar zunächst nahezu dieselbe Gaming-Leistung wie am Netz, reduziert diese bei niedrigem Akkustand aber erheblich. Bei anhaltender KI-Last, in diesem Fall Stable Diffusion, hielt der Akku 86 Minuten lang. Für eine vollständige Ladung benötigte das Notebook im Test 1 Stunde und 36 Minuten.

Summa summarum: Der Akkubetrieb bremst die Leistung kaum

Das ProArt P16 H7607BA zeigt, was RTX Spark auf Akku leisten kann: Baldur’s Gate 3 verliert vier Fps, Cyberpunk 2077 in unserer Messung keine. Auch bei lokaler Bild- und Textgenerierung bleiben Netz- und Akkubetrieb eng beieinander. Der gemeinsame 64-GiB-Speicher, das 16-Zoll-OLED und die Anschlussausstattung machen das Notebook für mobile Kreativarbeit interessant. Die gemessene Videolaufzeit und die geschätzte KI-Dauerlast mahnen zugleich dazu, hohe Leistung ohne Netzteil nicht mit unbegrenzter Ausdauer gleichzusetzen.

Die Einschränkungen liegen an anderer Stelle. Windows auf Arm verlangt bei Spielen weiterhin einen Blick auf die Kompatibilität. Unser Videotest liefert 5:45 Stunden für einen Ladebereich von 81 bis 2 Prozent. Für Spiele und KI-Dauerlast fehlt eine eigene Laufzeitmessung. Unter Spielelast kommen zudem 3,4 Sone im Netzbetrieb hinzu.

Die Allround-Note beträgt 2,60. Für das Preis-Leistungs-Verhältnis setzen wir angesichts der 4.299 Euro 4,0 („ausreichend“) an. Eine Kaufentscheidung fällt am ehesten zugunsten des P16 aus, wenn die tatsächlich genutzten Programme auf Arm funktionieren, der große gemeinsame Speicher gebraucht wird und Leistung auf Akku regelmäßig zählt. Für reines Gaming am Netz ist der Aufpreis eigentlich nur schwer zu begründen.

Meinung

  • KI: 64 GiB RAM; die Leistung bleibt im Akkubetrieb nahezu auf dem Niveau des Netzbetriebs.
  • Gaming: In Full HD mit Ultra-Preset und ohne DLSS erreicht Cyberpunk 2077 jeweils 67 Fps, Baldur’s Gate 3 78 beziehungsweise 74 Fps. Dabei messen wir 3,4 Sone.
  • Fazit: Einzelne Spiele scheitern noch am Anti-Cheat unter Windows auf Arm. Die Allround-Note beträgt 2,60.

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