Atomwaffen: Donald Trump fordert Abrüstung – doch für den Kreml ist es „kein geeignetes Thema“

wa.dePolitikStand: 17.10.2026, 14:00 UhrKommentareUns auf Google folgenWladimir Putin (li.) und Donald Trump am Telefon – in der Mitte eine Trident-II-D5-Rakete der USA bei einem Testflug 2011. © Montage: Imago...

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Atomwaffen: Donald Trump fordert Abrüstung – doch für den Kreml ist es „kein geeignetes Thema“

Stand: 17.10.2026, 14:00 Uhr

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Wladimir Putin und Donald Trump am Telefon mit einer Trident-II-D5-Rakete

Wladimir Putin (li.) und Donald Trump am Telefon – in der Mitte eine Trident-II-D5-Rakete der USA bei einem Testflug 2011. © Montage: Imago/StockTrek Images/Mikhail Metzel/picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP

US-Präsident Trump will Verhandlungen über nukleare Abrüstung führen. Doch Moskau und Peking winken ab, während Verträge wie New START Geschichte sind.

Washington, D.C. – ⁠Donald Trump will angeblich nur eins: die Welt befrieden. Deshalb kann er auch nicht verstehen, dass Oslo ihn bei der Vergabe des Friedensnobelpreises immer wieder ignoriert. Die diesjährige Auszeichnung an Navi Pillay bezeichnete der US-Präsident noch am selben Abend auch gleich einmal als „schändlich“. Gerne verweist er dann auf all die Kriege, die er während seiner Amtszeit beendet haben will. Zuletzt lag diese Zahl bei acht. Wenn irgendwann einmal der von ihm selbst geführte Iran-Krieg endet, dürfte Trump seiner Liste dann sicher einen neunten Konflikt hinzufügen.

Doch nun schlägt er einen anderen Weg ein, um seinen Ruf als Friedensengel zu stärken: Denn nach seinen Worten führen die USA derzeit Gespräche ‌mit Russland und China über eine atomare Abrüstung der Länder ‌mit den größten Atomwaffenarsenalen. Allerdings nannte Trump in dem Interview mit dem US-Sender Newsmax weder konkrete Unterhändler noch Orte oder Termine. Auch genaue Zielmarken blieben offen.

Trump nennt keine Details – China baut Arsenal rasant aus

„Die ganze Angelegenheit ist bedauerlich, denn ich ⁠würde gerne atomar abrüsten, wenn möglich“, sagte Trump in dem Interview. Und weiter: „Wir sprechen tatsächlich mit Russland darüber, und wir sprechen mit China über diese nukleare Abrüstung.“ Bereits im Mai hatte Trump erwähnt, mit Chinas Staatschef Xi Jinping über Denuklearisierung gesprochen zu haben.

Trump erklärte, Chinas Arsenal liege zwar noch hinter jenen der USA und Russlands, er erwarte jedoch, dass Peking innerhalb der nächsten fünf bis sechs Jahre aufschließe. Peking baut sein Nukleararsenal derzeit mit neuen Silofeldern im Norden und Osten des Landes massiv aus. Laut dem Friedensforschungsinstitut SIPRI verfügt Russland über die meisten eingelagerten Sprengköpfe, gefolgt von den USA und China.

Die weltweiten Atomwaffen-Arsenale im Überblick

Nach aktuellen Erhebungen des Friedensforschungsinstituts SIPRI verteilen sich die weltweiten Bestände wie folgt:

LandSprengköpfe (Schätzung)
Russlandca. 5420
USAca. 5042
Chinaca. 620
Frankreichca. 290
Großbritannienca. 225
Indienca. 190
Pakistanca. 170
Israelca. 90
Nordkoreaca. 60

Kreml hält Nukleararsenale für „ungeeignetes Thema“

Der Kreml reagierte zurückhaltend auf die Äußerungen aus Washington. Kremlsprecher Dmitri Peskow betonte, Nukleararsenale seien bei einem möglichen Dreiergipfel „kein geeignetes Thema, um es zur Sprache zu bringen“. Ein solches trilaterales Format gilt als unwahrscheinlich, da Peking seine nuklearen Fähigkeiten nicht auf Augenhöhe mit den weit größeren Beständen Washingtons und Moskaus sieht.

Chinas Außenamtssprecherin Mao Ning verwies auf die „besondere Pflicht“ der Supermächte zur Abrüstung. Von China eine Teilnahme an Verhandlungen zu verlangen, sei unfair und nicht umsetzbar. Peking hatte Verhandlungen im Dreierformat bereits in der Vergangenheit abgelehnt.

Mit New START fehlt die letzte Obergrenze

Der Rüstungskontrollvertrag New START, der die Zahl der strategischen Sprengköpfe auf jeweils 1550 und die der Trägersysteme auf 700 begrenzte, ist ausgelaufen. Ein Nachfolgeabkommen kam nicht zustande. SIPRI warnt vor einem neuen nuklearen Wettrüsten, da beide Seiten bestehende Trägersysteme nun theoretisch ohne Obergrenze mit zusätzlichen Sprengköpfen bestücken können.

Deutschland besitzt völkerrechtlich keine eigenen Atomwaffen, ist aber über die nukleare Teilhabe der NATO direkt in die Abschreckungsstrategie eingebunden. Auf dem rheinland-pfälzischen Fliegerhorst Büchel lagern US-amerikanische Atombomben vom Typ B61. Um die veraltete Tornado-Flotte in dieser Rolle abzulösen, investiert die Bundeswehr rund zehn Milliarden Euro in 35 moderne F-35A-Tarnkappenjets als neue Trägersysteme. (Quellen: Newsmax, Reuters, Tagesspiegel, SIPRI, New-Start-Vertrag) (cs)