Auf dünnen Sohlen zum Erfolg: Zweite Auflage der Barfußschuh-Messe in Offenbach

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Auf dünnen Sohlen zum Erfolg: Zweite Auflage der Barfußschuh-Messe in Offenbach

Stand: 25.07.2026, 06:00 Uhr

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Bereits am ersten Messetag ist das Interesse an den Ständen der Barfußschuhmesse in Offenbach groß.

Bereits am ersten Messetag ist das Interesse an den Ständen groß. Die Barfußschuhbranche boomt. © Schade

Die „Barefoot – European Shoe Fair" findet zum zweiten Mal in den Offenbacher Messehallen statt. Die Branche wächst – und schon jetzt ist die Messe ein wichtiger Treffpunkt. Am Sonntag ist Publikumstag.

Offenbach – Die Premiere im vergangenen Jahr war ein großer Erfolg: Gut 2.000 Besucher, darunter 500 Fachbesucher, zählte die „Barefoot – European Shoe Fair“ in den Offenbacher Messehallen, die weltweit erste und einzige Barfußschuhmesse. Dementsprechend sind mit ihrer Fortsetzung hohe Erwartungen verbunden. Und die scheinen sich zu erfüllen: An diesem Eröffnungs-Freitag dürfte die Zahl der 500 Fachbesucher bereits geknackt worden sein, wie sich Messe-Chef Arnd Hinrich Kappe freut.

Eröffneten die „Barefoot“-Messe mit einer Gesprächsrunde (von links): Roman Degenhardt, Mit-Initiator und Geschäftsführer von Zehenspiel, Franzisca Lubba vom BTE Handelsverband Textil, Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut, Messe-Chef Arnd Hinrich Kappe, Torben Schütz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie.

Eröffneten die „Barefoot“-Messe mit einer Gesprächsrunde (von links): Roman Degenhardt, Mit-Initiator und Geschäftsführer von Zehenspiel, Franzisca Lubba vom BTE Handelsverband Textil, Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut, Messe-Chef Arnd Hinrich Kappe, Torben Schütz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie. © Schade

Drei Tage lang ist Offenbach erneut Zentrum der Barfußschuh-Branche, die sich seit einigen Jahren im stetigen Aufwind befindet. „Das Wachstum ist langsamer als noch 2020/21, aber wir wachsen weiterhin“, sagt Roman Degenhardt, Mit-Initiator der Messe und Inhaber von Deutschlands größtem Barfußschuhgeschäft Zehenspiel in Erbach. Wie Claudia Schulz vom Deutschen Schuhinstitut in Offenbach feststellt, wird zwar keine Statistik speziell für Barfußschuhe geführt – geschätzt wird ihr Anteil aber auf etwa 1,5 Prozent des Schuhmarktes. Doch auch das bedeutet einen Umsatz von mehr als 150 Millionen Euro. Steigerungen auf bis zu sieben Prozent Marktanteil werden erwartet.

122 Aussteller: Zahl hat sich fast verdoppelt

Entdecken doch neben den ursprünglichen Barfußschuhmarken immer mehr weitere Marken das Segment für sich. Bei so manchem Händler sind Barfußschuhe längst kein Nischenprodukt mehr, sondern die bestverkaufte Warengruppe. Bei Schuhen für Erwachsene machen sie durchschnittlich mittlerweile 13 Prozent der Kollektion aus, bei Kinderschuhen sogar 30 Prozent. Dass immer mehr Marken auf den Zug aufspringen, macht sich auch auf der Messe bemerkbar: Bei der Erstauflage vor einem Jahr waren es 70 Aussteller, in diesem Jahr hat sich ihre Zahl mit 122 fast verdoppelt. Sie stammen aus 26 Ländern, darunter Australien und Brasilien.

„Deutschland ist ein Barfußland“, stellt Kappe fest. Dass der Sporthandel nun überlege, das Segment aufzunehmen, verspreche weiteres Potenzial. Dieses sieht er durch die „Barefoot“ und ihre Besucher auch für Offenbach. „Wer Barfußschuhe trägt, ist gesundheitsbewusst und interessiert sich für Lifestyle-Themen“, sagt er. Seine Vision: Flankierend zur Messe könnten weitere (Gesundheits-)Veranstaltungen etwa im Büsingpark stattfinden, ein Mehrwert für Messebesucher und Stadt und ein Beitrag zu ihrer positiven Entwicklung. „In Offenbach hat sich in den vergangenen Jahren schon sehr viel Gutes getan“, schwärmt er.

Mit ihrer dünnen, flachen und flexiblen Sohle sollen Barfußschuhe ein Gehen ermöglichen, das dem natürlichen Barfußgang möglichst nahekommt. Für den Fuß, insbesondere die Zehen, bieten sie ausreichend Platz, um sich natürlich zu entfalten. Das Tragen dieser Schuhe soll die Muskulatur stärken und eine natürliche Körperhaltung ermöglichen. Nicht empfohlen werden sie bei Fußfehlstellungen, Knieproblemen oder wenn orthopädische Einlagen notwendig sind. Eine Eingewöhnungszeit ist immer erforderlich.

Gute Beratung beim Kauf ist Kunden wichtig

Eine gute Beratung beim Kauf ist deshalb unabdingbar, weiß Franzisca Lubba vom BTE Handelsverband Textil. „Die Mitarbeiter im Einzelhandel müssen entsprechend geschult werden, damit sie das Fachwissen und die Philosophie rüberbringen können.“ Dass es Barfußschuhe nicht zu Schleuderpreisen geben könne, darüber ist sie sich mit Degenhardt einig. „Die Kunden haben einen hohen Beratungsbedarf“, bestätigt er. „Sie wählen ihre Produkte sehr bewusst und überlegt aus.“ Während der ganzen Messe wird es ein Rahmenprogramm mit Vorträgen und Workshops geben, insbesondere beim Publikumstag am Sonntag stehen die gesundheitlichen Aspekte im Fokus. Anders als im vergangenen Jahr wird dieses Mal aber nicht verkauft.

Längst sind Barfußschuhe nicht mehr die unförmigen Treter wie zu ihren Anfangszeiten. Es gibt sie in vielen Designs und Stilen – und nicht mehr nur sommertauglich. Stiefel finden sich mittlerweile genauso wie Wander- und Businessschuhe. Torben Schütz, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Schuh- und Lederwarenindustrie, begrüßt die immer vielfältigeren Auswahlmöglichkeiten, die auch auf der Messe zu finden sind. „Wir wollen hier was Neues sehen, ins Gespräch kommen und uns vernetzen.“ Offenbach sei bereits jetzt ein unentbehrlicher Treffpunkt der Branche.

Und zwar so sehr, dass es die „Barefoot“ künftig zweimal im Jahr geben soll. Bereits für Januar 2027 ist die dritte Auflage geplant. „Schon jetzt haben sich dafür 58 Aussteller angemeldet“, sagt Messe-Geschäftsführer Kappe.