Auf Kickls Facebook-Seite geht es nach einem Dürre-Posting heiß her

FPÖ-Chef Der FPÖ-Chef nutzte die Auswirkungen der von seiner Partei geleugneten Klimakrise, um die Regierung zu kritisieren – und erntete einen tagelangen Shitstorm 7. August 2026, 19:03 ...

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Auf Kickls Facebook-Seite geht es nach einem Dürre-Posting heiß her

FPÖ-Chef

Der FPÖ-Chef nutzte die Auswirkungen der von seiner Partei geleugneten Klimakrise, um die Regierung zu kritisieren – und erntete einen tagelangen Shitstorm

7. August 2026, 19:03

Luftaufnahme eines Traktors auf einem trockenen Feld in Niederösterreich, der den Boden nach der Getreideernte auflockert. Eine Staubwolke zieht hinter dem Traktor her, da der Boden von anhaltender Trockenheit und Hitze ausgetrocknet ist.
Die anhaltende Trockenheit, Hitze und Dürre setzen der Landwirtschaft in Österreich weiter zu. Lösungsvorschläge fehlen bisher von der FPÖ.

"Herr Kickl entdeckt die Dürre", kommentiert ein Facebook-User am Donnerstag auf der Facebook-Seite des FPÖ-Parteichefs, "schade, dass ihm bei der Klimakrise jahrelang der Weitblick gefehlt hat". Es ist nur einer von hunderten hämischen, teils auch sichtlich sehr verärgerten Kommentaren unter einem Posting, das auf Kickls Seite bereits am Mittwochabend veröffentlicht wurde.

Angriff auf Totschnig

Der Ursprungskommentar war eigentlich ein Angriff auf den ÖVP-Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig, dem FPÖ-Generalsekretär Michael Schnedlitz den Rücktritt nahegelegt hatte. Kickl gab Schnedlitz recht und setzte nach: "Der ÖVP-Landwirtschaftsminister muss aufgrund der Trockenheit endlich handeln! Unsere Bauern brauchen jetzt keine weiteren Beobachtungsrunden, Arbeitskreise oder unverbindlichen Ankündigungen, sondern rasche und konkrete Hilfe. Die FPÖ fordert deshalb ein sofortiges Dürre-Hilfspaket mit unbürokratischen Direkt- und Überbrückungshilfen."

Ein Schuss, der nach hinten losging.

Das Posting ging auf dem Höhepunkt der jüngsten Hitzewelle online, als es in ganz Österreich neuerlich zu historischen Höchsttemperaturen gekommen war. Es löste auch auf Kickls Seite ein historisches Unwetter aus: einen sogenannten Shitstorm.

Jausenwurst

Auch der Kabarettist Klaus Oppitz stellt unter Kickls Posting zwei kurze Nachfragen der Verwunderung: "Wie jetzt? Ich dachte, den menschengemachten Klimawandel gibt es nicht und Dürre ist nur eine Jausenwurst!?"

Folgendes Posting eines weiteren Users hat fast 1000 Likes bekommen: "Herr Kickl, Sie und weite Teile Ihrer Partei leugnen den Klimawandel. Da kommen dann so sinnbefreite Aussagen wie 'Wir hatten schon immer heiße Sommer. Das ist ganz normal.' Nein, ist es eben nicht. Geben sie es endlich zu, dass der Klimawandel real ist, und arbeiten sie aus ihrer Oppositionsrolle konstruktiv mit, etwas dagegen zu tun. Jetzt die Bauern vorschieben, damit sie wieder lauthals einen Rücktritt fordern, und das Land weiter spalten können, ist populistischer Unfug."

"Ach, ich dachte, im Sommer ist einfach heiß und trocken", schreibt ein anderer und eine weitere Person erinnert den FPÖ-Chef an die angebliche "Klimahysterie". Auch die Worte der blauen Politikerin Dagmar Belakowitsch, wonach es halt ein "ganz normaler Sommer" sei, wurden mehrmals spöttisch zitiert.

Auch eine Presseaussendung, die die Nationalratsabgeordnete Katayun Pracher-Hilander mit dem EU-Abgeordneten Gerald Hauser gestaltet hatte, bekommt ihr Fett in der Facebook-Community ab: "Dachte, das ist alles nur eine Ablenkung vom "Impf-Desaster". Na, was ist es jetzt? Vielleicht doch eine Klimakrise?" heißt es da.

Denn die beiden Blauen hatten sich in einer Aussendung über "angebliche" Hitzetote ausgelassen und behauptet, dass Covid-Impfungen die Pandemie "angeheizt" hätten. Darüber hatte auch das Recherche-Portal Stoppt die Rechten berichtet.

Ausgetrocknet

Doch Kickl blieb diese Woche nicht allein. Sein Schicksal teilte er mit dem Landesparteisekretär der FPÖ Oberösterreich, Michael Gruber, der sich ebenfalls etwas spät auf die Seite der ausgetrockneten Natur – oder zumindest der verzweifelten Landwirte – stellen wollte. Sein Posting auf Facebook: "Wenn der Regen ausbleibt, muss die Regierung liefern!"

"So etwas Dummes" war die Replik eines Facebook-Users. "Bei der FPÖ ist das doch eh ein normaler Sommer", eine andere. In diesem Ton geht es auch auf Grubers Facebook-Seite seit Tagen dahin.

Nachdem die FPÖ wissenschaftliche Warnungen stets in den Wind geschlagen hatte, nehmen offenbar in der Bevölkerung viele die Auswirkungen der Klimakrise doch nicht als einen "Sommer wie damals" wahr. (Colette M. Schmidt, 7.8.2026)