Nato baut digitales Gefechtsfeldnetzwerk an Ostflanke

Ein Netzwerk aus Drohnen, Sensoren und KI soll die Nato-Ostgrenze sichern. Über Angriffe entscheiden aber weiterhin menschliche Operatoren. 17. August 2026 um 08:20 Uhr / Nils Matthiesen Nato plant Droh...

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Nato baut digitales Gefechtsfeldnetzwerk an Ostflanke

Ein Netzwerk aus Drohnen, Sensoren und KI soll die Nato-Ostgrenze sichern. Über Angriffe entscheiden aber weiterhin menschliche Operatoren.

17. August 2026 um 08:20 Uhr / Nils Matthiesen

Nato plant Drohnenabwehr. (Symbolbild) (Bild: Kim Hong-Ji - Pool/Getty Images)

Nato plant Drohnenabwehr. (Symbolbild) Bild: Kim Hong-Ji - Pool/Getty Images

Laut Business Insider(öffnet im neuen Fenster) plant die Nato den Aufbau eines digitalen Netzwerks, um ihre östliche Grenze von Finnland bis zum Schwarzen Meer zu verstärken. Das Bündnis nutzt dafür Tausende Drohnen, Sensoren und Satelliten, die per künstlicher Intelligenz verbunden sind. Die Eastern Flank Deterrence Initiative soll mögliche Grenzverletzungen durch Russland oder Belarus erkennen und Angriffe abwehren. Konventionelle Streitkräfte wie Panzer, Kampfflugzeuge und Artillerie verbleiben dabei als Basis der Verteidigung.

Wie Offiziere der US-Armee mitteilten, unterstützt KI die Steuerung der Drohnen, während menschliche Operatoren die Ziele auswählen. US-Major Ben Schiff erklärte im Hauptquartier in Wiesbaden, dass KI langwierige Überwachungsflüge automatisiere. Die Entscheidung über den Waffeneinsatz träfen weiterhin Menschen, da nicht ausreichend Piloten für eine zeitgleiche Steuerung zahlreicher Drohnen existierten. Schiff arbeitet als Produktmanager für das Efdi Data Backbone, das inkompatible Computersysteme der Bündnispartner verbindet und Daten in Echtzeit vom Grenzgebiet an Hauptquartiere übermittelt.

Vom Kill Chain zum Kill Web

Das neue System ersetzt die bisherige lineare Befehlskette, die sogenannte Kill Chain, durch ein Kill Web. In dieser Struktur leiten Sensoren ihre Daten ohne Umwege direkt an Waffensysteme und Operatoren weiter. Laut US-Major Matt Blubaugh hängt der Wert einer Drohne oder eines Sensors nicht allein von der Einzelleistung ab, sondern von der Integration in das gesamte operative Ökosystem.

Erfahrungen aus der Ukraine

Bei der Planung berücksichtigt das Bündnis Erkenntnisse aus dem Ukrainekrieg. Die Ukraine setzt KI bereits für Navigation, Zielerkennung und Präzisionssteuerung ein. Andrii Hrytseniuk, Leiter der Innovationsplattform Brave1, gab an, dass mehr als 200 einheimische Unternehmen KI-Komponenten für KI-fähige Drohnen entwickelten.

Der Drohnenhersteller Wild Hornets integriert KI schrittweise in Aufklärung, Identifikation und Zielansteuerung. Das Unternehmen betont, dass Menschen die finale Entscheidung träfen, da Russland seine Taktik ständig anpasse. Kommandeur Grek vom 21. Regiment für unbemannte Systeme Kraken ergänzte, dass KI den Menschen entlaste, damit dieser sich auf Aufgaben mit menschlicher Urteilskraft konzentriere. Nato-Captain Ronan Sefton stellte klar, dass die Allianz die Ukraine nicht kopiere, sondern von ihr lerne.