Aufstand gegen Infantino: UEFA plant mehrere „Mini-Weltmeisterschaften“
StartseiteSportFußballStand: 04.08.2026, 14:14 UhrKommentareUns auf Google folgenRebellion gegen FIFA-Chef Infantino: UEFA und Verbände erwägen eine eigene Global Nations League als Alternative zur WM. Fällt da...
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Stand: 04.08.2026, 14:14 Uhr
Rebellion gegen FIFA-Chef Infantino: UEFA und Verbände erwägen eine eigene Global Nations League als Alternative zur WM. Fällt das FIFA-Monopol?
Die brisanteste Option im aktuellen Machtkampf an der Spitze des Weltfußballs ist die Schaffung eigener internationaler Wettbewerbe als Alternative zur FIFA. Nach Informationen der Zeitung The Times erwägt das Bündnis aus UEFA, CONCACAF und der Asiatischen Konföderation (AFC) diese extreme Maßnahme für den Fall, dass Gianni Infantino nicht auf eine vierte Amtszeit verzichtet.
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(Dieser Artikel von Gasport entstand in Kooperation mit Gazzetta dello Sport)
Zu den diskutierten Maßnahmen gehört bereits ein „Boykott der FIFA-Führungsstrukturen“. Dabei würden die Vertreter der Konföderationen keine Sitzungen des Rats sowie der Kommissionen mehr besuchen und keine Beschlüsse des Weltverbands mehr absegnen.

UEFA attackiert FIFA: Projekt für ein alternatives Turnier
Der Plan geht noch deutlich weiter als ein bloßes Fernbleiben von Gremiensitzungen. Die Gegner von Infantino prüfen nicht nur politischen Druck, sondern fundamentale Reformen des internationalen Terminhalts. Damit stünde das Monopol der FIFA-Turniere grundsätzlich infrage.
Die UEFA verfügt bereits über ein Konzept für eine weltweite Nations League, das 2017 ausgearbeitet, aber nie umgesetzt wurde. Dieses Dossier könnte nun als Grundlage dienen, um ein internationales Turnier unter der Regie der Konföderationen statt der FIFA zu etablieren. Eine vom britischen Blatt zitierte Quelle beschreibt die Haltung der Gegner als unwiderruflich: „Alle sind entschlossen, es gibt kein Zurück mehr.“
Interesse der großen Fußballnationen – so könnte der globale Wettbewerb funktionieren
Der Insider ist überzeugt, dass die großen Fußballnationen im Falle eines endgültigen Bruchs ein starkes Interesse an hochwertigen Wettbewerben außerhalb des FIFA-Einflusses hätten. Er stellt die Frage, ob die großen südamerikanischen Nationalmannschaften lieber gegen Frankreich und Spanien spielen würden oder gegen den Libanon und Dschibuti. Sportlich reizvolle Duelle entstünden für die Topteams demnach eher in einem neuen Format unter Führung der Konföderationen.
Falls das Projekt umgesetzt wird, unterscheidet sich die Struktur deutlich von der aktuellen Weltmeisterschaft. Nach Angaben von Sky UK würden die Nations-League-Wettbewerbe der einzelnen Konföderationen – UEFA, CONMEBOL, CONCACAF, AFC, CAF und OFC – als Qualifikation dienen und die bisherigen Qualifikationsrunden ersetzen. Die besten Nationalmannschaften jedes Kontinents zögen anschließend in die Global Nations League ein. Dort würden sie auf der Grundlage der Weltrangliste in sieben Leistungsklassen eingeteilt.
Sieben parallele „Mini-Weltmeisterschaften“
Jedes dieser Turniere umfasst acht Mannschaften und startet direkt mit dem Viertelfinale, gefolgt von Halbfinale und Finale in einem zentralen Gastland. In der höchsten Klasse versammeln sich die stärksten Nationalmannschaften der Welt mit einem Schwerpunkt auf Teams aus Europa und Südamerika. Die übrigen Auswahlen treten in den unteren Stufen an. Ziel ist es, allen Verbänden eine internationale Endrunde zu garantieren und innerhalb jedes Turniers ein ausgeglichenes Niveau sicherzustellen.
Statt einer einzigen Weltmeisterschaft mit 48 Teilnehmern gäbe es sieben „Mini-Weltmeisterschaften“, die im selben Zeitraum stattfinden. Die Organisation übernähmen die Konföderationen und nicht die FIFA. Das würde den gewohnten Turnierkalender revolutionieren. Damit entstünde ein paralleles globales System, das direkt mit den bisherigen FIFA-Turnieren konkurriert.
Zuspitzung des institutionellen Konflikts
Die Schaffung alternativer Turniere wäre ein beispielloser Vorgang im Weltfußball. Auch wenn bislang keine formale Entscheidung getroffen wurde, zeigt schon die ernsthafte Prüfung dieser Möglichkeit, wie weit der Machtkampf nach dem Scheitern des Projekts FIFA Forward Enterprise (FFE) fortgeschritten ist. Infantinos ursprünglicher Plan, private Investoren an den Erlösen der FIFA-Wettbewerbe zu beteiligen, löste das Beben aus. Die Aussicht auf einen konkurrierenden Wettbewerb rüttelt am Monopol des Weltverbands.
Druckmittel gegen Infantinos vierte Amtszeit
Bislang bleibt dies ein Drohszenario. Laut The Times ist es jedoch eines der zentralen Druckmittel der Konföderationen gegen Infantino. Sie wollen ihn damit zum Rückzug von einer erneuten Kandidatur bewegen. Die Debatte um alternative Wettbewerbe wird damit zum entscheidenden Hebel im Machtkampf an der Spitze des Weltfußballs.