August Hanning: Ex-BND-Chef soll Analyse für Aserbaidschan verfasst haben - Golem.de
Die Vorwürfe gegen Ex-BND-Chef August Hanning weiten sich aus. Ermittler prüfen, ob geheime Unterlagen für Analysen für Aserbaidschan genutzt wurden. Zentrale des BND in Berlin Bild: Jan Kleihues (St...
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Die Vorwürfe gegen Ex-BND-Chef August Hanning weiten sich aus. Ermittler prüfen, ob geheime Unterlagen für Analysen für Aserbaidschan genutzt wurden.
In der Spionageaffäre um den ehemaligen BND-Präsidenten August Hanning gehen die Ermittler laut Informationen des Spiegels(öffnet im neuen Fenster) nun dem dringenden Verdacht nach, dass der 80-Jährige nach seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst eine schriftliche Geheimnisanalyse für einen Kontaktmann des aserbaidschanischen Nachrichtendienstes verfasst haben soll.
Hanning soll sich über Jahre hinweg illegal geheime BND-Dokumente verschafft haben. Als Mittelsmann fungierte dabei angeblich sein ehemaliger Büroleiter Manfred D., der bis Juni 2022 rund 2.000 Papiere gegen Bezahlung an seinen ehemaligen Chef geliefert haben soll, darunter zahlreiche als geheim eingestufte Verschlusssachen. Es handelte sich unter anderem um Vorlagen für die BND-Leitungsebene zur Vorbereitung der nachrichtendienstlichen Lage im Kanzleramt.
Kontakte nach Aserbaidschan belegt
Aus diesem Material soll Hanning seine Analyse erstellt haben, die für einen Mitarbeiter des aserbaidschanischen Sicherheitsapparats bestimmt gewesen sein soll. Die Bundesanwaltschaft nannte den Staatsnamen bisher nicht, dem Spiegel zufolge handelt es sich jedoch eindeutig um Aserbaidschan.
Ob die Analyse den Adressaten tatsächlich erreichte, untersuchen die Ermittler noch. Hanning pflegte aber nachweislich Kontakte zu Vertretern Aserbaidschans. Er gehört seit Juli 2025 zum Vorstand des Deutsch-Aserbaidschanischen Forums.
Politische Forderungen nach Konsequenzen
Hanning wurde am Dienstagmorgen festgenommen. Voraus ging ein Ermittlungsverfahren des Generalbundesanwalts wegen des dringenden Tatverdachts auf landesverräterische Ausspähung, Auskundschaften von Staatsgeheimnissen, versuchten Landesverrats und geheimdienstliche Agententätigkeit. Zeitgleich nahm die Polizei seinen ehemaligen Büroleiter Manfred D. fest. Ihm wird Beihilfe zum versuchten Landesverrat und zur landesverräterischen Ausspähung vorgeworfen.
Bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung gilt für beide die Unschuldsvermutung. Sollte Hanning verurteilt werden, drohen ihm bis zu zehn Jahre Freiheitsstrafe.
Der Skandal löste laut dem Spiegel-Bericht in Berlin bereits politische Reaktionen aus. Geheimdienstkontrolleure fordern eine rasche Aufklärung und Anpassungen im Umgang mit Verschlusssachen nach dem Ausscheiden von Spitzenbeamten. Die Ermittlungen des Generalbundesanwalts dauern an.
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