Kann der Schluff gerettet werden? Hoffnung und Zweifel in Krefeld
Pünktlich um 11:10 Uhr fährt die Lok dampfend aus dem Bahnhof in St. Tönis in Richtung Hülser Berg. Wie jeden Sonntag in der Saison. Doch diese Fahrt könnte die letzte reguläre Fahrt des Schluffs gewesen sein. ...
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Pünktlich um 11:10 Uhr fährt die Lok dampfend aus dem Bahnhof in St. Tönis in Richtung Hülser Berg. Wie jeden Sonntag in der Saison. Doch diese Fahrt könnte die letzte reguläre Fahrt des Schluffs gewesen sein. Denn die Stadtwerke Krefeld (SWK), die sich bisher um den Betrieb gekümmert haben, sehen keine Möglichkeit weiter zu machen. Der Betrieb sei zu teuer und die Strecke marode.
"Wir sind dabei“ Lars Dierich, Schluff Krefelder Eisenbahn gUG
Durch Gemeinnützigkeit mehr Geldquellen
Das Unternehmen sei bereits ins Handelsregister eingetragen und befinde sich derzeit in der Zertifizierung als Eisenbahninfrastrukturunternehmen. Auch die Anerkennung der Gemeinnützigkeit werde erwartet. Dadurch könnten neue Möglichkeiten entstehen, etwa über Fördergelder, Spenden und Zuwendungen Geld für Strecke und Betrieb zu bekommen, sagt Dierich.
Die Initiative will außerdem prüfen lassen, ob tatsächlich die komplette Strecke auf einmal saniert werden muss. Die Idee ist, zunächst die dringendsten Arbeiten zu erledigen und danach Schritt für Schritt weiterzumachen.
Zweifel in der Umsetzung
Ob das alles klappt, ist allerdings offen. Einer, der den Schluff seit Jahrzehnten kennt, ist Reinhold Sonau. Seit rund 40 Jahren fährt er als Dampflokführer im Museumsbahnbetrieb. Die Rettungspläne sieht er mit gemischten Gefühlen.
"Da sind natürlich hohe Ziele gesteckt worden. Wenn die erreicht werden würden, wäre das eine tolle Sache“. Reinhold Sonau, Dampflokführer
Aus seiner langen Erfahrung wisse er aber auch, wie viel Personal, Geld und Organisation hinter einem solchen Betrieb stecken.
"Ich hege da zarte Zweifel.“ Reinhold Sonau, Dampflokführer
Denn bisher konnte die Schluff-Mannschaft bei Schäden auf die Strukturen der SWK zurückgreifen – von der Werkstatt bis zur Hilfe, wenn ein Zug einmal auf der Strecke liegen bleibt. Bei einem Betrieb in neuer Trägerschaft müsste geklärt werden, wer solche Aufgaben künftig übernimmt und bezahlt.
Für die neue Schluff-Gesellschaft beginnen jetzt entscheidende Wochen. Laut Dierich stehen weitere Gespräche mit der SWK an. Danach soll klarer werden, ob und in welchem Umfang eine Übernahme möglich ist.