Bad Heilbrunn duftet: Expertin enthüllt Kräuter-Geheimnisse im Park
StartseiteLokalesBad TölzBad HeilbrunnStand: 13.09.2026, 13:00 UhrKommentareUns auf Google folgenFührung durch den Kräuterpark: Anneliese Stockinger stellt die essbare und dekorative Blüte der Cosmea vor. © Rox...
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Stand: 13.09.2026, 13:00 Uhr
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Im Kräuter-Erlebnis-Park in Bad Heilbrunn vermittelt Kräuterpädagogin Anneliese Stockinger seit 2013 bei Führungen und Workshops Wissenswertes über Heilpflanzen, ihre Verwendung und mögliche Risiken. Zwischen Kräuterbeeten, Teich und Wildbienenhaus erfahren Besucher Spannendes über historische Heilmittel, Düfte und Küchenkräuter.
Bad Heilbrunn – Zwischen duftenden Kräuterbeeten, bequemen Holzliegen und einem plätschernden Teich wird die Natur lebendig: Der Kräuter-Erlebnis-Park in Bad Heilbrunn nimmt seine Besucher mit auf eine Entdeckungsreise durch die Pflanzenwelt.
Seit 2013 regelmäßig Führungen
Die Kräuterpädagogin Anneliese Stockinger gibt hier seit 2013 regelmäßig informative Führungen. Während eines Spaziergangs durch den Park erläutert sie die Eigenschaften der Pflanzen, wie man sie verarbeitet und wo Verwechslungsgefahr besteht.
Die Führungen und Kräuter-Workshops „machen mir bis heute einen riesigen Spaß“, sagt die Bad Heilbrunnerin. Sie bringt viel Wissen und Erfahrung mit. Im Mittelalter hätten Nonnen und Mönche ihr Wissen über die heilsame Wirkung verschiedener Gewächse niedergeschrieben, berichtet Stockinger den Teilnehmern.
„Das im 13. Jahrhundert verfasste Benediktbeurer Receptar ist eine der ältesten medizinischen Handschriften aus dem bayerischen Raum”, erläutert sie und deutet auf zwei Beete mit Pflanzen, die im Receptar vorkommen. Schon im Mittelalter wusste man sich mit natürlichen Mitteln zu helfen. So habe man darauf gesetzt, dass die Heckenrose Leberschmerzen lindert und die Betonie gegen tränende Augen hilft.
Auf dem weiteren Pfad verweist Stockinger unter anderem auf die Gemeine Wegwarte: „Ihre Wurzel kann zu Zichorienkaffee verarbeitet werden. Das haben wir schon in einem Kurs ausprobiert“, erklärt sie. Die Expertin hält aber auch fest: „Wer keine Wildkräuter gewohnt ist, sollte bitte langsam damit beginnen, denn sie haben Wirkstoffe, die nicht jeder verträgt. Und nur die Pflanzen ernten, die man 100-prozentig kennt und die verzehrbar sind.“
Welt der Düfte
Ein Stück weiter tauchen Besucher in die Welt der Düfte ein – vom herben Heiligenkraut bis zur fruchtigen Erdbeerminze. Einige Beete widmen sich speziellen Themen, wie den Badekräutern, dem Räuchern oder der Haar- und Hautpflege. Im Teelabyrinth tut Stockinger ihre Vorliebe für die Zitronenmelisse kund: „Man kann sie für die Herstellung von Tee, aber auch Sirup verwenden. Ihr milder, zitroniger Geschmack ist mir persönlich lieber als das klassische Aroma des Holundersirups.“
Stockinger macht es große Freude, neue Rezepte auszuprobieren. „Wenn man die Kräuter kennt, entwickelt man ein Gespür dafür, was gut kombiniert werden kann. Damit werden die Speisen ein wenig aufgepeppt”, sagt sie. Passend dazu führt der Pfad weiter in Richtung der Küchenkräuter. Neben dem bekannten Currykraut und der Kapuzinerkresse gibt es auch Namen, die aufhorchen lassen.
Doch Stockinger muss die Besucher enttäuschen: „Das Kraut der Unsterblichkeit macht leider nicht unsterblich. Aber der Tee, den man daraus herstellen kann, soll dabei helfen, das Gedächtnis aufrechtzuerhalten“, erklärt sie. Da auch das Auge mitisst, gibt es dekorative Pflanzen – wie die Cosmea – deren essbare Blüte durch ihre kräftige Farbe jedem Dessert das gewisse Etwas verleiht.
Angelegt wurde der Kräuterpark 2008. Fördermittel dafür gab es aus dem europäischen Leader-Programm. Im Oktober 2009 wurde er offiziell eröffnet. Neben zahlreichen Kräutern bietet der Park heute auch Wildtieren ein Zuhause. „Für Vögel und Insekten sind die Samen der Pflanzen essenziell“, sagt Stockinger am Wildbienenhaus in der Nähe des Teichs.
Für die kleinen Gäste gibt es im Kräuterpark einen Kinderlehrpfad und einen Spielplatz zum Austoben. „Zusammen mit den Kitakindern habe ich Beete mit Kohlrabi, Karotten, Kartoffeln und einigen Kräutern angebaut. So lernen sie, wie man die Pflanzen richtig pflegt und erntet“, sagt Stockinger. Es freut sie, auch die Jüngsten für die Kräuterwelt zu begeistern.