Bad Heilbrunn: Handwerkermarkt lockt Hunderte – Erlös hilft Kinderheim
StartseiteLokalesBad TölzBad HeilbrunnStand: 14.09.2026, 06:30 UhrKommentareUns auf Google folgenEine Halle, 16 Aussteller: Vielfältig war das Angebot beim Bad Heilbrunner Handwerkermarkt. © Arndt PröhlBeim Bad...
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Stand: 14.09.2026, 06:30 Uhr
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Beim Bad Heilbrunner Handwerkermarkt von Ofenbaumeister Josef Waldherr präsentierten 16 regionale Betriebe und Künstler ihre Arbeiten. Neben Musik mit Liedermacher Roland Hefter stand der gute Zweck im Mittelpunkt: Standgebühren und Tombolaerlös kommen der Kinder- und Jugendhilfe in Seeshaupt zugute.
Bad Heilbrunn – Kuhmist ist ein bewährter Dünger und wird in vielen Regionen der Welt getrocknet auch als Brennstoff genutzt. Werner Härtl aus Reichersbeuern hat für das Naturmaterial allerdings eine ganz andere Verwendung gefunden: Er setzt die Exkremente als Malmittel ein und nennt seine Arbeiten „Kuhmistkunst“. Dafür wird der Dung mit Wasser verdünnt und ermöglicht unterschiedliche Sepiatöne und feine Lasuren. Die ungewöhnliche Idee kam dem gelernten landwirtschaftlichen Betriebshelfer 2012 bei der Stallarbeit. Ist ein Werk vollständig getrocknet, erinnert nichts mehr an seinen ursprünglichen Ausgangsstoff. „Der Geruch verfliegt“, versichert Härtl. Einige seiner Arbeiten veredelt der Künstler sogar mit Blattgold.
16 Betriebe präsentieren ihre Produkte
Härtls Bilder mit Rindern, Bauernhöfen und Almen waren ein echter Blickfang beim Bad Heilbrunner Handwerkermarkt. Dazu hatte Josef Waldherr am Sonntag (13. September) in seine neue Halle im Gewerbepark 9 eingeladen. Wie berichtet, feierte der Wackersberger Ofenbaumeister damit die Eröffnung des Domizils – allerdings nicht mit einem klassischen Festakt, sondern mit Handwerk, Kunst, Musik und Begegnungen. 16 Betriebe und Künstler aus der Region präsentierten ihre Produkte.
„Das zeigt, wie vielfältig das Handwerk ist“, freute sich Waldherr, der nach eigenen Angaben den Gewerbekomplex mit Büros und einer Wohnung gekauft und einen Teil der Flächen vermietet hat. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit zum Schauen, Einkaufen und Austauschen. Bereits am Vormittag herrschte auf dem Gelände reger Betrieb, im Laufe des Tages wurden bis zu 330 Gäste gleichzeitig gezählt. Waldherr zeigte sich mehr als zufrieden: „Alles läuft wie geplant. Es sind viele gut gelaunte Leute da.“

Die Bandbreite der Aussteller reichte von kulinarischen Angeboten wie Schnaps, Nudeln, Marmeladen und Brotaufstrichen über Schmuck bis hin zu Kunsthandwerk. Beispielsweise hatte die Holzbildhauermeisterin Angelika Dominique Rauchenberger aus Lenggries einige ihrer Arbeiten mitgebracht, darunter eine imposante Flusspferd-Skulptur. Für sie biete die Schau eine gute Gelegenheit, sich und ihr Schaffen einem größeren Publikum vorzustellen. „Ich finde das super“, sagte sie.
Auch Roswitha Heufelder aus Arzbach, die Waldherr bei der Organisation unterstützt hatte, zeigte sich angetan von der Vielfalt. „Toll – so bunt“, lautete ihr Fazit. Handwerker aus ganz unterschiedlichen Bereichen seien vertreten. Gemeinsam mit ihrem Mann Nikolaus bot sie an einem Stand Dekoratives aus Holz und Metall an, darunter Herzen, Blumen und verschiedene Figuren.
Wie gut das Sortiment bei den Besuchern ankam, zeigte sich etwa bei Martina Waldherr aus Benediktbeuern, die bereits einige kulinarische Spezialitäten in ihrer Einkaufstüte hatte. Der Bummel über den Markt sei für sie eine schöne Sonntagsbeschäftigung, erzählte sie. Besonders angetan war sie davon, dass die Produkte allesamt selbst hergestellt waren.
Liedermacher Roland Hefter zu Gast
Musikalischer Höhepunkt war der Auftritt des Liedermachers Roland Hefter, der am Nachmittag ohne Gage für Unterhaltung sorgte. „Die Aktion zeigt, was die Unternehmen vor der Haustüre leisten“, betonte der Musiker. Auch für Kinder gab es ein Programm. Unterstützt wurde der Organisator von zahlreichen Helfern aus der Region. Der Heilbrunner Trachtenverein übernahm die Bewirtung, die Ski-Sparte des SV Wackersberg-Arzbach kümmerte sich um Kaffee und Kuchen.

Im Mittelpunkt stand jedoch nicht nur die neue Halle, sondern der gute Zweck. Die Standgebühren und der Erlös einer Tombola, für die Firmen und Prominente attraktive Preise gespendet hatten, kommen der Kinder- und Jugendhilfe in Seeshaupt zugute. Dort wurde für knapp drei Millionen Euro ein Kinderheim errichtet. Heranwachsende, die wegen schwieriger familiärer Verhältnisse nicht in ihrem gewohnten Umfeld leben können, finden dort ein Zuhause am Starnberger See. „Da ist das Geld am besten angelegt“, ist Waldherr überzeugt. Der 41-Jährige hatte in der sozialen Einrichtung auf dem Gebiet des Brandschutzes beruflich zu tun. Der Besuch beeindruckte ihn nachhaltig. „Das hat mich so berührt.“