Bahn lenkt ein: Teilstrecke des Brenner-Nordzulaufs bekommt Lärmschutz – auch Tunnel wird länger
Die Vorplanungen der Deutschen Bahn zum Brenner-Nordzulauf sind abgeschlossen. Die Stadt Grafing hat dabei zumindest auf einer Teilstrecke erste Erfolge erzielt. Doch der Kampf für die Umsetzung weiterer Forderungen gegen die „Gaunerbande“ geht weiter.
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Stand: 23.07.2026, 06:24 Uhr
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Die Vorplanungen der Deutschen Bahn zum Brenner-Nordzulauf sind abgeschlossen. Die Stadt Grafing hat dabei zumindest auf einer Teilstrecke erste Erfolge erzielt. Doch der Kampf für die Umsetzung weiterer Forderungen gegen die „Gaunerbande“ geht weiter.
Grafing – „Das war kein Dialogverfahren, sondern ein Monologverfahren.“ „Wir wurden zwar angehört, aber nicht gehört.“ Und: „Gaunerbande“. Die Wortmeldungen im Stadtrat zum Abschluss der Vorplanungen der Deutsche Bahn InfraGO AG über den Brenner-Nordzulauf auf Grafinger Flur waren deutlich und auch von Enttäuschung gekennzeichnet. Dabei haben die Grafinger Erfolge vorzuweisen im Kampf gegen die mächtige Bahn. Der Saalachtunnel wurde nahezu doppelt so lange wie ursprünglich vorgesehen und in Grafing-Bahnhof gibt es zusätzlichen Lärmschutz freiwillig. Die Riesenbaustelle wird trotzdem viel Schaden anrichten.
Stadt erreicht Lärmschutz für Teilstrecke des Brenner-Nordzulaufs
„Das wird erhebliche Auswirkungen auf die Grafinger Flur haben“, sagte Bürgermeister Christian Bauer (CSU) über den Abschluss der Vorplanungen. Die neuen Resultate wurden dem Stadtrat zur Kenntnisnahme vorgelegt. Ein Beschluss wurde nicht gefasst. Er hätte auch keinen Einfluss mehr. Immerhin: „Wir konnten erreichen, dass in Nettelkofen ein freiwilliger Lärmschutz errichtet wird.“ Die Entscheidung allerdings werde erst im Herbst fallen, so der Bürgermeister.
Zu diesem Zeitpunkt wird dann der Bundestag über die Kernforderungen entscheiden, die landkreisweit aufgestellt wurden (wir berichteten mehrfach). Erst im Anschluss kommt es zur Entwurfsplanung und schließlich zum Planfeststellungsverfahren.
Für den Planungsabschnitt Grafing-Ostermünchen sieht die Vorzugsvariante eine zweigleisige Neubaustrecke vor. Die Trasse beginnt bei Osterseeon, verläuft zunächst parallel zur bestehenden Bahnstrecke und führt anschließend durch den 3,7 Kilometer langen Saalachtunnel in Richtung Ostermünchen. „Diese Verlängerung ist ein großer Erfolg für Grafing“, urteilte Stadtrat Max Graf von Rechberg (CSU).
Viele kleinere Biotope müssen Bauarbeiten weichen
Günter Baumgartner (Bayernpartei) dankte in diesem Zusammenhang Bauamtsleiter Josef Niedermaier. Der hatte im Verfahren erfolgreich darauf hingewiesen, dass die Trassenpläne der Bahn im Ortsteil Elkofen die dortige Trinkwasserversorgung gefährden könnten und damit das Recht der Stadt auf kommunale Daseinsvorsorge berührt werde. Das sei ein hohes Rechtsgut und das war auch ein scharfes Schwert. Es war ein wenig wie David gegen Goliath. Aber: Die Bahn lenkte ein. Die Trassenführung wurde grundlegend überarbeitet, das Wasserschutzgebiet untertunnelt, was sichtbare Eingriffe in Natur und Landschaft reduziert. Stadtrat Baumgartner legte trotzdem nach und verwies auf viele kleine Biotope, die von der Maßnahme beeinträchtigt oder ganz zerstört werden: Er habe die Bahn schon als „Gaunerbande“ erlebt und fordere deshalb „ortsnahe Ausgleichsflächen und nicht im brasilianischen Urwald“.
Zu den weiteren Forderungen der Stadt gehört ein aktiver Lärmschutz an der Neubaustrecke, ein zusätzliches Lärmsanierungsprogramm an der Bestandsstrecke Grafing-Bahnhof/Pierstling, die Erhaltung der Park&Ride-Anlage und der barrierefreien Bahnsteigunterführung, sowie eine hochwasserangepasste Entwässerung und die Erhaltung des Bahngrabens.
Über Forderungen, die über den gesetzlichen Standard hinausgehen, entscheidet der Bundestag im Rahmen der parlamentarischen Befassung. Da geht es bisher nicht um eine Baugenehmigung, sondern um die Grundsatzentscheidung über die Finanzierung des Projektes. Mal sehen, ob es überhaupt so weit kommt, unkte Bürgermeister Bauer mit Hinweis auf die finanzielle Lage des Bundes.