Rhätische Bahn schützt Unesco-Strecke vor Steinschlag
Bahnsicherheit So schützt die Rhätische Bahn die Unesco-Strecke vor Steinschlag Auf der bekannten Albulalinie ersetzt die Rhätische Bahn derzeit zig Steinsch...
- 3 min read
Bahnsicherheit So schützt die Rhätische Bahn die Unesco-Strecke vor Steinschlag
Auf der bekannten Albulalinie ersetzt die Rhätische Bahn derzeit zig Steinschlagnetze. Augenschein bei einer arbeitsintensiven Aufgabe.
Teilen
Im steilen Waldstück zwischen den Bündner Orten Filisur und Bergün arbeitet sich ein Bagger durch das Gelände. Polier Andi Spreiter macht sich an den alten Schutzbauten oberhalb der Bahnlinie zu schaffen. Sie haben ausgedient und werden ersetzt. Rund 8.5 Millionen Franken investiert die Rhätische Bahn dort in neue Schutzvorrichtungen.
SRF/Julia Capaul
Schutznetze gegen Steinschlag gibt es an vielen Orten in der Schweiz. Wie wichtig dieser Schutz ist, zeigt sich immer wieder. Vergangenes Jahr beschädigten beispielsweise herunterfallende Felsbrocken im Glarnerischen Filzbach mehrere Autos. Laut der Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Lawinen WSL häufen sich Steinschläge und Felsstürze. Inwiefern der Klimawandel einen Einfluss darauf hat, sei nicht restlos erforscht.
Warnung vor herunterfallenden Steinen beim Alteschgletscher. Das WSL untersucht, ob der Rückgang des Permafrosts im Gebirge zu mehr Steinschlägen führt.
Keystone/Dominic Steinmann
Auf der RhB-Baustelle bei Filisur ist das Entfernen der alten Palisaden aufwendig. Die über zwei Meter langen Schutzwände sind aus alten Eisenbahnschienen gebaut. «Ein Meter einer solchen Schiene kann bis zu 60 Kilogramm schwer sein», erzählt Bauführer und Projektleiter der Firma Cresto Geo, Gianin Hemmi. Und sie stehen im steilen Gelände. Ihr Abtransport ist eine Herausforderung. Zum Einsatz kommt nebst dem Bagger eine mobile Seilbahn.
SRF/Julia Capaul
Insgesamt vier Jahre dauern die Bauarbeiten der Rhätischen Bahn auf dem Abschnitt Filisur–Bergün. Die gesamte Bahnstrecke gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Mehr als zwanzig neue Netze gegen Steinschlag werden hier aufgestellt. Die Netze sind drei bis sieben Meter hoch und absorbieren im Ernstfall, je nach Grösse, unterschiedlich viel loses Gestein.
Die neuen Netze werden näher an die Bahnstrecke gebaut als früher. Das erleichtere den Unterhalt, sagt die RhB.
SRF/Julia Capaul
Bei einem Steinschlag geben die Drahtgeflechte nach und bremsen die herunterfallenden Steine auf diese Weise ab.
Einige der neuen Netze halten gut zwei Tonnen Steinen stand, wenn diese mit rund 100 Stundenkilometern talwärts donnern.
Regelmässige Kontrollen
Rund ein Drittel des RhB-Schienennetzes liegt auf über 1500 Metern über Meer. Ob die Schutzbauten erneuert werden müssen, analysiert das Bahnunternehmen mithilfe einer speziellen Karte. Mitarbeitende kontrollieren das über 380 Kilometer lange Streckennetz regelmässig zu Fuss. «Mehr als 2700 Schutzbauten säumen die Hänge», sagt der Verantwortliche Tobias Ott. Auch Mauern, Dämme und Lawinenverbauungen gehören dazu.
Spektakuläre Landschaft, viele Naturgefahren: Die Züge der Rhätischen Bahn brauchen viel Schutz.
KEYSTONE/EQ IMAGES/Urs Bucher
Bis 2028 sollen die Arbeiten an den Schutzbauten bei Filisur abgeschlossen sein. Die Einhaltung des Zeitplans ist immer auch vom Wetter abhängig. Bei Regen oder starkem Wind werde unterhalb der Steinschlagzonen aus Sicherheitsgründen nicht gearbeitet, so Projektleiter Gianin Hemmi.
Regionaljournal Ostschweiz, 23.7.2026, 17:30 Uhr ; aegw;gygm;stat;liea