Bald drei Millionen Euro Mieteinnahmen? Karben vermarktet Conti-Gelände

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Bald drei Millionen Euro Mieteinnahmen? Karben vermarktet Conti-Gelände

Stand: 10.10.2026, 12:00 Uhr

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Die großen Hallen können als Lager- oder Produktionsfläche genutzt werden.

Die großen Hallen können als Lager- oder Produktionsfläche genutzt werden. © Jennifer Ningel

Die Stadt Karben ist fleißig dabei, Mieter für das ehemalige Conti-Gelände zu finden. Seit dem 1. Oktober können sie frei darüber verfügen. Bei einem Rundgang berichten Bürgermeister Guido Rahn und Harald Kirch über den aktuellen Stand und zeigen, wie es derzeit in dem Gebäude aussieht.

Karben – Lange hat die Stadt Karben auf diesen Tag gewartet. Seit dem 1. Oktober ist es nun so weit: Bis auf den linken Gebäudeteil und einen Teil des mittleren Gebäudes kann die Stadt frei über alles verfügen. Zwar gehört der Wohnungsbaugesellschaft das Gelände seit Juli, aber erst seit dem 1. Oktober hat Aumovio den Großteil der Gebäude geräumt. 30 Prozent des 122.000 Quadratmeter großen ehemaligen Conti-Geländes im Karbener Industriegebiet sind somit für die nächsten zehn Jahre an Aumovio vermietet. Diese Mindestlaufzeit des Mietvertrags müsse das Unternehmen einhalten, eine Verlängerung sei natürlich möglich, sagt Bürgermeister Guido Rahn bei einem Rundgang über das Gelände.

In der Kantine soll am 22. Oktober der Unternehmertag stattfinden.

In der Kantine soll am 22. Oktober der Unternehmertag stattfinden. © Jennifer Ningel

Weiße Wände, graue Teppiche

Zu sehen gibt es in den Hallen und Büros nur noch wenig. In den Gängen der Büroetagen kann man sich dennoch leicht verirren. Weiße Wände mit kleinen orangen Akzenten bieten wenig Orientierung, wenn ein Flur um mehrere Ecken führt und andere kreuzt. Auch die Büro- und Konferenzräume ähneln sich: grauer Teppich, weiße Wände, in den Konferenzräumen ein Continental-Schriftzug. Nur einer hat Wiedererkennungswert – für Rahn und Harald Kirch, Technischer Leiter des Kommunalen Immobilienmanagements (KIM), weil dort die ersten Gespräche für den Kauf des Geländes stattfanden; für die Rundgangteilnehmer, weil auf einem der Tische ein einziger Löffel zurückgeblieben ist.

Während es bei der Gestaltung der Büroräume also noch Luft nach oben gibt, haben sie ein Ausstattungselement, das viele Arbeitnehmer freuen wird: Es gibt eine Lüftung, in einigen Büros sogar Klimaanlagen. Beides sorgt dafür, dass es sich bei Hitze im Sommer in den Räumen aushalten lässt, sagt Kirch.

Ein Unternehmen ist bereits dabei, sich einzurichten. Das Catering-Unternehmen „Green Times“ wird in der ehemaligen Kantine mehrere Tausend Essen am Tag vorbereiten. Sie liefern an Kindergärten und Schulen. Wenn weitere Firmen eingezogen sind, könnte „Green Times“ vielleicht die Kantine wiedereröffnen. „Erst mal müssen sie alles zum Laufen bringen, dann können wir ein Modell entwickeln“, sagt Kirch. Umgebaut und neu ausgestattet wurde die Kantine bereits. Ihr erstes Highlight wird der Unternehmertag am 22. Oktober sein, der dort um 17.30 Uhr startet.

Rahn und Kirch sind zuversichtlich, dass sie bis zum Ende des Jahres weitere Mietverträge abschließen können. Das Ziel war, 80 Prozent der Fläche bis dahin zu vermieten. Mittlerweile gehen sie davon aus, dass sie auf jeden Fall 65 Prozent der Räume vermieten können. Denn drei weitere Unternehmen würden großes Interesse zeigen, und es hätten bereits mehrere Gespräche stattgefunden. Ein Unternehmen hätte gerne 5.000 Quadratmeter für seine Produktion. Ein weiteres Unternehmen wünscht sich 2.000 Quadratmeter Bürofläche. Ein drittes hätte gerne 12.500 Quadratmeter, also eine ganze Halle und 2.000 bis 3.000 Quadratmeter Bürofläche. Damit wären rund 65 Prozent der drei Hallen vermietet. Mit einem vierten Unternehmen ist die Wobau in Gesprächen. Dieses hätte Interesse an 5.000 Quadratmetern Reinräumen und 2.500 Quadratmetern Bürofläche. Sollte dieses Unternehmen unterschreiben, wären die gewünschten 80 Prozent der Gebäude vermietet.

Die großen Hallen können als Produktions- oder Lagerfläche genutzt werden. Sie befinden sich dabei nicht nur im Erdgeschoss, sondern auch im ersten Stock. Ein spezieller Aufzug ermöglicht es, dass auch schwere Lasten vom Ober- ins Erdgeschoss kommen. Ein weiteres Ladedock an der Vorderseite einer Halle soll den potenziellen Mietern zusätzliche Freiheiten geben. Auf der Rückseite der drei Gebäudeteile gibt es bereits drei Ladedocks.

Es ist nicht das Einzige, was die Stadt in nächster Zeit angehen will. Zwei der drei Dächer müssen gemacht werden, sagt Kirch. „Foliendächer halten maximal 30 Jahre. Wir sind jetzt schon bei 35 Jahren.“ 2027 sollen die Arbeiten angegangen werden. Auch Photovoltaik-Anlagen sollen auf den Dächern installiert werden. Zudem möchte Kirch die Beschichtung der Tiefgaragen erneuern. Neue Sicherheitskameras wurden bereits angebracht.

Hier soll ein Empfangsbereich entstehen.

Hier soll ein Empfangsbereich entstehen. © Jennifer Ningel

Klares Ziel für Mieteinnahmen

Hinter einer der Tiefgaragen befindet sich ein weiterer Lagerraum, der rund 3.000 Quadratmeter groß ist. Was damit passieren soll, ist noch nicht ganz klar. Sicher ist dagegen schon, dass die Wobau und das Kommunale Immobilienmanagement (KIM) auch Büros in dem Gebäude bekommen sollen. Gegebenenfalls könnte dieser Lagerraum dann auch von der Stadt genutzt werden. Aktuell steht die Suche nach Mietern jedoch im Vordergrund. Denn Rahn hat ein klares Ziel für die zukünftigen Mieteinnahmen: „Wir wollen drei Millionen Euro Kaltmiete im Jahr erzielen.“