Bald ganz neue Geldscheine in Europa – Optik könnte aus Bayern kommen

StartseiteBayernStand: 09.08.2026, 21:23 UhrKommentareUns auf Google folgenEuropa soll neue Geldscheine bekommen. Der Wettbewerb dazu geht jetzt in die finale Runde, unter den letzten zehn Entwürfen ist auch ei...

  • 3 min read
Bald ganz neue Geldscheine in Europa – Optik könnte aus Bayern kommen

Stand: 09.08.2026, 21:23 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Europa soll neue Geldscheine bekommen. Der Wettbewerb dazu geht jetzt in die finale Runde, unter den letzten zehn Entwürfen ist auch einer aus Bayern dabei.

München – Die Europäische Zentralbank (EZB) plant die größte Neugestaltung der Euro-Banknoten seit ihrer Einführung im Jahr 2002. Ziel des Redesigns ist es, die Scheine sicherer gegen Fälschungen zu machen, sie barrierefreier zu gestalten – etwa für sehbehinderte Menschen – und ihnen ein Aussehen zu geben, das die europäische Identität stärker widerspiegelt. Über 1.200 Grafikdesignerinnen und Designer aus der gesamten EU hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt, aus dem am Ende zehn Entwürfe in die Endauswahl kamen. Der EZB-Rat will voraussichtlich Ende dieses Jahres entscheiden, welches Design das Rennen macht; bis dahin läuft noch bis zum 21. September eine öffentliche Online-Umfrage, bei der alle Europäerinnen und Europäer mitbestimmen können. Es wird allerdings wohl noch Jahre dauern, bis die neuen Scheine dann tatsächlich im Umlauf sind.

Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) bei der Ansicht der engeren Auswahl von Designvorschlaegen zukünftiger EURO Banknoten in der Europäischen Union und des europäischen Waehrungsraum

Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) bei der Ansicht der engeren Auswahl von Designvorschlaegen zukünftiger EURO Banknoten in der Europäischen Union und des europäischen Waehrungsraum © IMAGO / Political-Moments

Bald ganz neue Geldscheine in Europa – Optik könnte aus Bayern kommen

Unter den zehn Finalisten ist auch ein bayerisches Designerpaar: Gisela Goppel und Florian Toperngpong aus Regensburg haben eine eigene Euroschein-Serie entworfen, die sich dem Thema „Flüsse und Vögel“ widmet, berichtet BR24. Auf ihren Scheinen sind heimische und europäische Vogelarten zu sehen – ein Mauerläufer auf dem Fünfer, ein Storch auf dem Fünfziger und ein Eisvogel mit fein aquarellierten roten Brustfedern auf dem Zehner. Für das sonst auf Buchcover spezialisierte Duo waren die Vögel bewusst gewählt: Sie sollen als Metapher für die Vielfalt der europäischen Kulturen stehen, sagt Goppel gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Monatelang recherchierten die beiden demnach in Fachbüchern und schauten Naturdokumentationen, um die Silhouetten möglichst originalgetreu zu zeichnen – und das alles unter strenger Geheimhaltung, zu der sie die EZB verpflichtet hatte.

Ganz neue Euro-Scheine bald für alle – Optik könnte aus Bayern kommen

Die Reaktionen auf die Vögel-Motive fallen etwa bei Reddit relativ eindeutig aus. So schreibt etwa ein User: „Ey die Vögel sind Premium! Wer für die Scheine ist, ohne Vögel, hat die Kontrolle verloren.“ Ein anderer meint: „Die Vögel wurden als Motiv gewählt weil Vögel keine Grenzen kennen. Finde ich eigentlich einen schönen Gedanken, der sehr gut zur Europäischen Union passt.“ Nur wenige kritisieren die Auswahl, und wünschen sich etwa andere Final-Optionen wie etwa die Gesichter berühmter Europäer.

Dass ausgerechnet ein Entwurf aus der Oberpfalz künftig europaweit durch Portemonnaies wandern könnte, ist für die beiden, wies weiter heißt, noch schwer vorstellbar. Bei aller Kreativität mussten Goppel und Toperngpong auch praktische Vorgaben beachten: Die Scheine müssen sich im Alltag – etwa im Dunkeln oder ertastet im Geldbeutel – weiterhin sicher unterscheiden lassen. Deshalb orientierten sie sich bei Weißraum für das Wasserzeichen und bei der Typografie bewusst an den bisherigen Banknoten und verstanden ihre Aufgabe eher als Redesign denn als kompletten Neuentwurf. Ob am Ende tatsächlich die „bayerischen Vögel“ den Euro zieren, entscheidet der EZB-Rat gegen Jahresende – bis dahin heißt es für das Regensburger Paar: abwarten und Daumen drücken. (Quelle: EZB, BR) (lso)