Sacha Baron Cohen bringt Ali G zurück: Boykottaufrufe in Grossbritannien

Publiziert29. August 2026, 20:15Nicht mehr zeitgemäss?Baron Cohen bringt Ali G zurück – jetzt hagelts BoykottaufrufeSacha Baron Cohen bringt seine Kunstfigur Ali G zurück ins Kino. In Grossbritannien läuft dage...

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Sacha Baron Cohen bringt Ali G zurück: Boykottaufrufe in Grossbritannien

Publiziert29. August 2026, 20:15

Nicht mehr zeitgemäss?Baron Cohen bringt Ali G zurück – jetzt hagelts Boykottaufrufe

Sacha Baron Cohen bringt seine Kunstfigur Ali G zurück ins Kino. In Grossbritannien läuft dagegen eine Kampagne: Zehntausende E-Mails sollen Kinobetreiber dazu bewegen, den Film gar nicht erst zu zeigen.

Leonie Projer

Darum gehts

  • Sacha Baron Cohen (54) bringt seine Kultfigur Ali G mit dem Film «Ali G: Who Iz I?» zurück ins Kino.
  • In Grossbritannien läuft eine Boykottkampagne: Allein an einem Tag wurden über 36'000 E-Mails an Kinoketten verschickt.
  • Die Initiatoren werfen Baron Cohen vor, Satire als Deckmantel für rassistische Stereotype zu nutzen.

Sacha Baron Cohen (54) bringt Möchtegern-Gangster Ali G zurück. Der britische Komiker hat jüngst den Trailer zu seinem neuen Film «Ali G: Who Iz I?» veröffentlicht. Die Mockumentary sorgt nicht nur für positive Reaktionen.

Auf Social Media sammeln sich die Kommentare, die Ali G, der teilweise mit falschen Dreadlocks und Rastafari-Mütze auftritt, als «überholte» und «rassistische» Karikatur bezeichnen. In Sachas Heimat Grossbritannien wurde sogar eine Kampagne gestartet, um zu verhindern, dass die Amazon-Produktion ins Kino kommt.

Ali G: Kritiker sehen Alibi für Rassismus

Laut «Variety» wurde die Kampagne von der Medienbeobachtungsplattform News Cord gestartet. Wer sich registriert, lässt über die Plattform automatisch E-Mails an grosse Kinoketten verschicken. Nach eigenen Angaben wurde News Cord demnach allein am Freitag mit dem Versand von mehr als 36'000 Nachrichten beauftragt.

Die Initiatoren werfen Baron Cohen vor, Satire als «Deckmantel» zu nutzen, um rassistische Stereotype zu verfestigen. Sie berufen sich auf einen Zeitungsbericht aus dem Jahr 2000, in dem schwarze britische Komiker die Figur als «Alibi für Rassismus» bezeichneten.

Ob Baron Cohen mit Protest in diesem Ausmass gerechnet hat, ist offen. Mit generellem Gegenwind aber offenbar schon. Zum Trailer schrieb er: «In einer Zeit, in der die Karriere eines Komikers durch einen einzigen unkorrekten Witz beendet werden kann, dachte ich, ich gehe auf Nummer sicher und hole diesen Typen zurück.»

Wie stehst du zur Rückkehr von Ali G ins Kino?

Ich finde das lustig und zeitgemäss genug für eine neue Runde.

Ich sehe den Reiz, aber die Figur wirkt heute schnell problematisch.

Für mich ist Ali G klar überholt.

Ich mag Satire, aber diese Figur geht mir zu weit.

Ich kenne Ali G kaum und habe keinen Bezug dazu.

Das lange Leben von Kunstfigur Ali G

Baron Cohen schuf die Figur Ali G 1998 für die Sendung «The 11 O'Clock Show» von Channel 4 und spielte den fiktiven Londoner Anfang der 2000er-Jahre in seiner eigenen «Da Ali G Show» erneut.

Im Jahr 2002 folgte dann der Kinofilm «Ali G in da House». Bei «Ali G: Who Iz I?» wird Baron Cohen jetzt erstmalig auch selbst Regie führen. Hinter dem Film stecken die Amazon MGM Studios. Der Kinostart ist für den 23. Oktober geplant.

Als Kunstfigur Ali G interviewte Baron Cohen in der Vergangenheit Prominente wie Donald Trump (80), bevor dieser US-Präsident wurde, David (51) und Victoria Beckham (52) oder Noel Gallagher (59) von Oasis.

Baron Cohen war bislang drei Mal für einen Oscar nominiert – für die Drehbücher beider «Borat»-Filme sowie als Nebendarsteller für «The Trial of the Chicago 7».

Mit Material von Spot On.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Leonie Projer

Leonie Projer (pro), Jahrgang 1997, ist stellvertretende Leiterin im Ressort People und arbeitet seit Oktober 2022 bei 20 Minuten. Ihre ersten journalistischen Erfahrungen sammelte sie bei Tele M1 und «ArgoviaToday».

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