Basketball-WM: DBB-Frauen unterliegen Frankreich im Halbfinale

Die deutschen Basketballerinnen haben ihr Halbfinale gegen Frankreich mit 64:86 verloren und das Finale verpasst. Insbesondere Frankreichs Starspielerin Gabby Williams stellte das DBB-Team mit ihren 22 Punkten vor eine Herausforderung. Dennoch: Der Traum von der WM-Medaille geht weiter.

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Basketball-WM: DBB-Frauen unterliegen Frankreich im Halbfinale
Frankreichs Marieme Badiane (l.) kämpft gegen Deutschlands Nyara Sabally um den Ball

Stand: 12.09.2026 • 19:20 Uhr

Die deutschen Basketballerinnen haben ihr Halbfinale gegen Frankreich mit 64:86 verloren und das Finale verpasst. Insbesondere Frankreichs Starspielerin Gabby Williams stellte das DBB-Team mit ihren 22 Punkten vor eine Herausforderung. Dennoch: Der Traum von der WM-Medaille geht weiter.

Nyara Sabally, Leonie Fiebich und Co. ließen die Köpfe hängen nach der Partie gegen bärenstarke Französinnen. Der Traum vom Finale ist geplatzt. "Ich glaube, wir sind mit dem Druck, den die Französinnen gebracht haben, nicht gut umgegangen", analysierte Lina Sontag nach der Partie im Sportschau-Interview, "Das hat uns in eine Spirale versetzt, aus der wir nicht mehr rausgekommen sind. Das ist frustrierend."

Frust auch bei Kapitänin Marie Gülich: "Man darf gegen Frankreich verlieren, schaut sie euch an, die sind krass. Für mich geht es eher darum, wie man verliert. Aber es ist eine Learning-Experience. Wir waren noch nie in so einer Position."

Auch deshalb jubelte die Berliner Halle ihrer deutschen Mannschaft trotz Niederlage lautstark zu. Die deutschen Basketballerinnen haben sich teuer verkauft bei diesem Heim-Turnier, bei dem immer noch eine historische Medaille drin ist. "Morgen geht es weiter. Und es geht ja auch noch um was. Und deswegen nehm ich das jetzt mit als Motivation, als Tritt in den Allerwertesten."

Beginn auf Augenhöhe

Frankreich startete direkt mit einem Dreier durch Gabby Williams ins Halbfinale. Williams ist der Motor der französischen Mannschaft, die bisher durch das Turnier geht, wie ein Messer durch weiche Butter. Aber auch die deutsche Mannschaft kam gut in die von Anfang an intensive Partie, bei der die Schiedsrichter auf beiden Seiten viel Physis zuließen. Durch Aktionen wie die Dreier von Leonie Fiebich und Alex Wilke zeigten die deutschen Basketballerinnen ihre Qualitäten und blieben den Französinnen auf den Fersen.

Wie schon in den vergangenen Spielen wechselte Bundestrainer Olaf Lange früh durch. Dort hatte sich das gerade hintenraus ausgezahlt. Auch dieses Mal knüpften die Spielerinnen von der Bank nahtlos an. 30 Sekunden vor Ende des ersten Viertels ging Deutschland durch Marie Gülich mit 23:22 zumindest kurzzeitig erstmals in Führung.

Deutschlands Marie Gülich (r.) im Halbfinale gegen Frankreich

Frankreich abgeklärt

Auch im zweiten Viertel ging es temporeich weiter. Frankreich versuchte mit einer aggressiven Abwehr, der deutschen Mannschaft den Zahn zu ziehen. Das zeigte Wirkung: Das DBB-Team hatte zunehmend Schwierigkeiten mit seinen Abschlüssen, sodass Frankreich sich Luft verschaffte und die Führung auf 34:26 ausbaute. Frankreichs Coach Jean-Aimé Toupane schien dennoch nicht zufrieden und nahm die Auszeit.

Doch es war das deutsche Team, das gestärkt aus dieser Auszeit kam, allen voran Nyara Sabally mit einem sehenswerten Wurf zum 38:31, der Basketball-Legende Dirk Nowitzki im Publikum staunen ließ. Leonie Fiebich verkürzte zwischenzeitlich auf vier Punkte (38:34), ehe Frankreich - angetrieben von Williams mit bis dahin 14 Punkten - den Abstand wieder vergrößerte. Bei den DBB-Frauen häuften sich die Ballverluste, auch bei den Freiwürfen ließen sie einiges liegen. Mit 45:38 ging es in die Halbzeit. "Ich finde, bis zur Halbzeit waren wir im Spiel. Und irgendwie auch nicht", sagte Marie Gülich am Sportschau-Mikro, "Diese Turnover waren jedes Mal ein Schlag ins Gesicht. Das hat uns viel Energie gekostet."

Zu viele Ballverluste

Dass die Französinnen mit einem 9:0-Lauf in die zweite Hälfte (54:38) starteten, ließ die ausverkaufte Berliner Arena nicht verstummen. "Defense, Defense"-Rufe hallten durch die Halle, ehe Nyara Sabally Grund zum Jubeln gab: Sie unterbrach den Lauf Frankreichs, ließ einen Dreier folgen und sorgte so dafür, dass das DBB-Team wieder besser ins Spiel fand (54:45).

Rund vier Minuten gelang es der französischen Auswahl nicht, zu punkten. Aber Pech am Korb und Ballverluste - die Achillesferse des DBB-Teams an diesem Abend - verhinderten, dass die deutsche Mannschaft gefährlich verkürzen konnte.

Frankreich lässt nichts anbrennen

Mit einem 50:64-Rückstand ging Deutschland ins letzte Viertel. Eine Bärenaufgabe für das Team von Olaf Lange. Insbesondere, weil die "Equipe Tricolore" weiterhin wenig Schwächen zeigte und Deutschland nur selten in gute Wurfpositionen kommen ließ. Die Aufholjagd gelang nicht mehr. Mit 64:86 unterlag das deutsche Team bärenstarken Französinnen. Gabby Williams war mit 22 Punkten beste Werferin Frankreichs. Auf deutscher Seite trugen sich Nyara Sabally und Marie Gülich mit je 12 Punkten in die Scorer-Liste ein. Leztere versprach, "dass wir morgen besser auf den Ball aufpassen". Auch Sontag machte Lust auf den Basketball-Sonntag: "Trotz der vielen Fehler, wir waren ein Team, haben kommuniziert. So müssen wir auch morgen zusammenhalten und so gut spielen, wie wir können. Und dann auch die Medaille holen."

Spiel um Bronze

Denn die WM ist noch nicht vorbei: Am Sonntag hat das deutsche Team noch die Chance auf Bronze. Es wäre die erste WM-Medaille für eine deutsche Frauen-Basketball-Nationalmannschaft. Um 16.30 Uhr geht es los. Gegner werden die Verliererinnen aus dem zweiten Halbfinale zwischen Spanien und den USA sein. Die Gewinnerinnen treffen dann um 20.00 Uhr im Finale auf Frankreich.

Quelle: red/mel