Von der Erfolgsgeschichte zur Insolvenz: Die Hintergründe zur Pleite der Baumarkt-Kette Hellweg

Das Wichtigste in Kürze Pleite nach über 50 Jahren für Dortmunder BaumarktketteSteigende Mieten sorgten für Kaufzurückhaltung bei VerbrauchernTausende Mitarbeiter verlieren nach Zerschlagung ihre Jobs Der Hell...

  • 2 min read
Von der Erfolgsgeschichte zur Insolvenz: Die Hintergründe zur Pleite der Baumarkt-Kette Hellweg

Das Wichtigste in Kürze

  • Pleite nach über 50 Jahren für Dortmunder Baumarktkette
  • Steigende Mieten sorgten für Kaufzurückhaltung bei Verbrauchern
  • Tausende Mitarbeiter verlieren nach Zerschlagung ihre Jobs

Der Hellweg Baumarkt war eine Dortmunder Erfolgsgeschichte. Anfang der 1970er gründeten zwei Familien aus Unna und Menden die Kette. Das erste Geschäft eröffnete 1971 - passend zum Namen des Unternehmens - am Brackeler Hellweg 20. Der Name der Kette leitete sich von der mittelalterlichen Handelsstraße "Hellweg" ab.

Starkes Wachstum zur Wiedervereinigung

Das Unternehmen wuchs erst in der Heimat im Ruhrgebiet. Der Sprung zur bundesweiten Baumarkt-Kette gelang mit der Wiedervereinigung, als Hellweg in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zahlreiche Märkte eröffnete. 2012 übernahm Hellweg dann die Mehrheit an den süddeutschen BayWa-Märkten, die aber nie unter der Marke "Hellweg" geführt wurden. Später folgte dann noch indirekt die Übernahme der regionalen Kette Gartencenter Augsburg.

Trotz dieser Zukäufe blieb Hellweg mit etwa einer Milliarde Euro Umsatz (mit BayWa) ein kleiner Anbieter unter den deutschen Baumarkt-Ketten. Zum Vergleich: Die Branchenführer Bauhaus und Obi erzielten 2025 über vier Milliarden Euro Umsatz, Hornbach über drei Milliarden. Zuletzt war Hellweg nur die Nummer 8 unter den deutschen Baumärkten. Hornbach hatte 2025 fast 350 Filialen, Hellweg knapp 90.

Umsatzeinbruch nach Corona

Nach dem Boom in Corona mussten viele Baumarkt-Ketten Umsatzeinbrüche verkraften. Das setzte Hellweg stark zu. Wegen der Krise der deutschen Bauwirtschaft kauften darüber hinaus nicht mehr so viele Handwerker ein. Hellweg musste 2025 einen Umsatzeinbruch von über zehn Prozent verkraften.

Schon 2025 geriet Hellweg in Schwierigkeiten und musste einige Filialen schließen. Nach Berichten der Lebensmittel-Zeitung hatte Hellweg schon zuvor Geld aus der BayWa-Kette gezogen. Wirtschaftliche Schwierigkeiten bei BayWa sollen dazu geführt haben, dass kein Geld mehr von BayWa an die Dortmunder Kette überwiesen werden konnte.

Kaufzurückhaltung der Kunden

2026 meldeten Hellweg, BayWa und Gartencenter Augsburg dann Insolvenz an. Die Wirtschaftskanzlei Görg, die mit der Sanierung beauftragt war, nannte als Gründe unter anderem das geringe Wachstum in der Baummarkt-Branche, Lieferkettenengpässe, geopolitische Unsicherheiten, eine allgemeine Konsumzurückhaltung und steigende Mieten. Privaten Kunden fehlte das Geld, um bei Hellweg zu kaufen. Wegen der Krise der Baubranche brachen auch die Umsätze von Handwerkern ein.

Die Wirtschaftskanzlei konnte keine Käufer für die Baumarktkette finden. Niemand wollte Hellweg oder BayWa als Ganzes übernehmen. Die beiden Unternehmenszentralen in Dortmund und in Garching bei München werden geschlossen. Allein hier verlieren Ende November 340 Menschen ihren Arbeitsplatz. Für das Gartencenter Augsburg gab es immerhin gute Nachrichten: alle Filialen und Mitarbeiter werden übernommen.