Baupause für neue Windräder? Landesregierung Sachsen will das prüfen

Sachsens Landesregierung will prüfen, ob einige Windkraftprojekte ausgesetzt werden können. Das hängt mit ausstehenden Energieplänen zusammen. Die Grünen in Sachsen kritisieren das Vorhaben.

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Baupause für neue Windräder? Landesregierung Sachsen will das prüfen
Die Morgensonne leuchtet über dem Nebel zwischen Windenergieanlagen im östlichen Brandenburg

AUDIO: Sachsen will Windkraftausbau teilweise aussetzen (2 Min)

Erneuerbare Energien

von MDR SACHSEN

Stand: 29.09.2026 20:09 Uhr

Sachsens Regierung prüft derzeit, ob sie Genehmigungen für Windräder verwehren kann, wenn sie nicht in die bisherigen Konzepte der regionalen Planungsverbände passen. Das hat das Infrastukturministerium MDR SACHSEN bestätigt. Die Regionalen Planungsverbände arbeiten noch bis Ende 2027 daran, Windenergiepläne zu erstellen, teilte Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU) schriftlich mit.

Regina Kraushaar (CDU), Ministerin für Infrastruktur und Landesentwicklung in Sachsen, bei einer Pressekonferenz.

Einzelne Windkraft-Vorhaben sollten keine Fakten schaffen, bevor die neuen Windenergiegebiete festgelegt sind, erklärte Sachsens Infrastrukturministerin Regina Kraushaar (CDU). (Archivbild)

Diese Arbeit dürfe nicht dadurch entwertet werden, das einzelne Windkraft-Vorhaben Fakten schaffen, bevor die neuen Windenergiegebiete festgelegt sind, so Kraushaar. Es gehe darum, dass Windräder ausschließlich dort entstehen, wo die Planung sie vorsieht. Und dass die Menschen vor Ort darauf vertrauen könnten, erklärte die CDU-Politikerin.

Grüne: Regierung erreicht Gegenteil von Akzeptanz

Die Grünen im Sächsischen Landtag kritisieren die Pläne der Landesregierung. Diese tue das komplette Gegenteil davon in Sachen Erneuerbaren Energien für Akzeptanz zu sorgen, sagte der Sprecher für Energiepolitik und Landesentwicklung, Thomas Löser. "CDU und SPD bremsen Sachsens Chancen auf günstigere Energiepreise und die Attraktivität für wirtschaftliche Neuansiedlungen."

Thomas Löser

Die Minderheitsregierung aus CDU und SPD bremsten Sachsens Chancen auf günstigere Energiepreise, sagte der Grünen-Landtagsabgeordnete Thomas Löser. (Archivbild)

Wer von 'Wildwuchs' spricht, tut so, als könne in Sachsen jeder Projektierer ein Windrad bauen, wo immer er will. Thomas Löser | Sprecher für Energiepolitik und Landesentwicklung im Sächsischen Landtag

Sachsen sei mit etwa 850 Anlagen bereits jetzt eines der Schlusslichter beim Windkraftausbau, so Löser. Die zuletzt gestiegenen Genehmigungen würge die Regierung durch ihr Vorhaben ab. Jede neue Anlage durchlaufe ein umfassendes Genehmigungsverfahren, betonte der Grünen-Politiker. "Wer von 'Wildwuchs' spricht, tut so, als könne in Sachsen jeder Projektierer ein Windrad bauen, wo immer er will." Die Landesregierung "hechle" nun diesem von der AfD verbreiteten Zerrbild hinterher.

Vorgabe: 1,4 Prozent der Landesfläche für Windkraftausbau

Im Vergleich der Flächenländer hat Sachsen nach dem Saarland die zweitwenigsten Windräder. Der Freistaat muss jedoch ein bundesweit einheitliches Ziel für den Ausbau der Windenergie erfüllen. Bis Ende 2027 müssen 1,4 Prozent der Landesfläche für den Bau von Anlagen ausgewiesen sein.

MDR (phb/jog)

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