Bayern-Star mit historischem WM-Rekord: Aber bei welchem Wert steht der wirklich?
tzSportFC BayernStand: 19.07.2026, 14:30 UhrKommentareUns auf Google folgenFür FCB-Superstar Michael Olise endet die WM 2026 mit einer riesigen Enttäuschung, obwohl er selbst einen bemerkenswerten Bestwert aufg...
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Stand: 19.07.2026, 14:30 Uhr
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Für FCB-Superstar Michael Olise endet die WM 2026 mit einer riesigen Enttäuschung, obwohl er selbst einen bemerkenswerten Bestwert aufgestellt hat. Passend zum Turnier ist dieser diskutabel. Ein Kommentar.
Miami – Im Spiel der (maßlos) Enttäuschten um den dritten WM-Platz, auf welches laut Ex-FCB-Coach Thomas Tuchel kein Spieler mehr Lust hatte, unterlag Michael Olise mit Turnierfavorit Frankreich England mit 4:6. Der angeblich von Real Madrid heißbegehrte Top-Vorbereiter stand dabei in Halbzeit eins als einziger Spieler des FC Bayern auf dem Platz. Beim Stand von 0:4 aus französischer Sicht wechselte der scheidende Trainer der Equipe Tricolore, Didier Deschamps, Dayot Upamecano nach 45 Minuten ein. Englands Kapitän Harry Kane wurde dagegen in dieser wilden Partie überhaupt nicht eingesetzt.

Und der Münchner Innenverteidiger brachte in der zweiten Halbzeit die Wende in der Partie: Nach einem robusten Ballgewinn leitete er den Ball zu seinem FCB-Teamkollegen Olise weiter, der bediente mustergültig Kylian Mbappe, der zum 1:4 einschoss. Diese Torvorlage bedeutete ganz offiziell die Einstellung des WM-Rekords der brasilianischen Fußballlegende Pele. Der dreifache Weltmeister (1958, 1962, 1970) hatte bei seinem letzten WM-Triumph beim Turnier in Mexiko bei sechs Treffern assistiert.
Stellte Olise den Pele-Rekord schon gegen Schweden ein?
Eigentlich hatte Olise diesen Rekord bereits im WM-Sechzehntelfinale egalisiert: Zum französischen Turnierstart gegen den Senegal (3:1) legte er zweimal auf, ebenso gegen den Irak (3:0) und im ersten K.-o.-Spiel gegen die Schweden (3:0). Zur Überraschung vieler Experten wurde ihm jedoch der zweite Assist gegen die Westafrikaner nachträglich nicht mehr gutgeschrieben. Ab dem Zeitpunkt berichtete ein Teil der Sportjournalisten von sechs Turnierassists, eine Mehrheit schloss sich der wohl offiziellen FIFA-Wertung mit fünf Torvorlagen an.
Beim 3:1 gegen den Senegal hatte Olise zuvor lahmende Franzosen mit seinem Zauberpass auf den Torschützen zum 1:0, Kylian Mbappe, ins Spiel bzw. Turnier gebracht. Beim 2:0 leistete er dann den Pre-Assist, und beim 3:1 bediente er erneut den Real-Superstar: Er setzte sich im Mittelfeld gegen klammernde und am Trikot zerrende senegalesische Gegenspieler durch, und der Ball landete bei Mbappe. Olise reklamierte Foulspiel, Mbappe gelang per Fernschuss die Spielentscheidung. Warum diese Torvorlage final nicht gewertet wurde – keine Ahnung. Nicht zuletzt deswegen wurde der Bayern-Dribbler nach der Partie von der FIFA zum Man of the Match gekürt.
Mit seinem zweiten Assist gegen England – wieder war Mbappe beim zwischenzeitlichen 3:4 der Nutznießer – hat der Münchner die Fußballlegende Pele auf alle Fälle in dieser Wertung überboten, egal ob er nun bei sieben oder acht Assists steht. Ob eine Aktion als Torvorlage gewertet wird oder nicht, ist im (Profi)Fußball mittlerweile genauso undurchsichtig und zuweilen ungerecht wie die Handspielregelung. Herrliche Flanken werden nicht als solche gewertet, weil dazwischen Haarspitzen den Ball berührt haben, ohne die Flugkurve zu verändern. Minimale Zehenspitzenberührungen ohne entscheidenden Einfluss dagegen schon.
Ob dieser WM-Rekord mit sieben (oder acht) Torvorlagen für Olise eine große Bedeutung hat, ist nicht bekannt. Der Bayernspieler dürfte vor allem schwer enttäuscht vom Turnierverlauf sein. Nach dem 4:6 gegen England soll es bei ihm in der Kabine sogar Tränen gegeben haben, weil er eine Großchance zum 4:4 nicht verwerten konnte.