Bayerns süßeste Versuchungen: In diesen Cafés im Münchner Umland wird noch alles handgemacht

tzMünchenRegionStand: 30.08.2026, 14:15 UhrKommentareUns auf Google folgenSensationell fluffige Riesen-Windbeutel gibt es beim Windbeutelbaron in Berchtesgaden. © Marika Hildebrandt / WindbeutelbaronManche Kult...

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Bayerns süßeste Versuchungen: In diesen Cafés im Münchner Umland wird noch alles handgemacht

Stand: 30.08.2026, 14:15 Uhr

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Sensationell fluffige Riesen-Windbeutel gibt es beim Windbeutelbaron in Berchtesgaden.

Sensationell fluffige Riesen-Windbeutel gibt es beim Windbeutelbaron in Berchtesgaden. © Marika Hildebrandt / Windbeutelbaron

Manche Kult-Cafés im Münchner Umland sind seit Jahrzehnten Institutionen, andere haben sich gerade erst zum Geheimtipp entwickelt. Ihre Betreiber haben das Gespür dafür, mit vielen kleinen Details eine Atmosphäre schaffen, die man in großen Ketten vergeblich sucht. Lassen Sie sich inspirieren!

Im Café Goldammer in Dießen gibt es alles in Bio

Eigentlich wollte Markus Dieffenbach vor acht Jahren nur mit seinem Bioladen von Fürstenfeldbruck an den Ammersee nach Dießen ziehen. Doch dann fand er kein Ladenlokal – entdeckte aber, dass für das Traditionscafé Sixt, datierend auf das Jahr 1870, neue Pächter gesucht werden. So stieg er mit 50 noch einmal völlig um. Riss den altbackenen Resopalboden raus, strich die Decke mit Goldfarbe, baute eine Theke ein und machte sein Hobby – das Backen feinster Kuchen – zur Berufung.

Dießen,25.08.2026, Cafe am See-Goldammer, Team (v.li.): Markus Tiefenbach, Leo, Dario, Heidi

Das Café am, See Goldammer in Dießen: Markus Dieffenbach und seine Mitarbeiter Leo, Dario und Heidi präsentieren Köstlichkeiten. © Andrea Jaksch

Alle Gaumenfreuden sind im Café Goldammer in Dießen in Bioqualität: „Etwas anderes kommt für mich nicht infrage, ich bin Bio durch und durch und setze zudem auf regionale Saisonküche“, betont der dreifache Vater. Alle Kuchen in der Theke sind selbst gemacht. Auf den Namen Goldammer kam Markus Dieffenbach für sein Café, weil der schöne gelbe Vogel Ammer im Namen trägt und sehr gerne Getreide pickt. „Deshalb ist die Goldammer auf Bioqualität angewiesen“, sagt Dieffenbach. Die Goldammer ist übrigens auch Hotel, zudem gibt es Bio-Feinkost zu kaufen. Im Café kostet ein Cappuccino 4,80 Euro, ein Stück Kuchen 5,90 Euro, im Laden 4,40 Euro.

Diese Apfel-Mandel-Tarte ist ein Gedicht für Ihren Gaumen

Dießen,25.08.2026, Cafe am See-Goldammer, Markus Tiefenbach

Markus Dieffenbach hat mit 50 komplett umgesattelt und bäckt in seinem Café Goldammer am See Köstlichkeiten rein aus Bio-Zutaten. © Andrea Jaksch

Um die echte Goldammer-Tarte zu backen, brauchen Sie alles in Bioqualität und aus Ihrer Region – darauf besteht Markus Dieffenbach. Im Einzelnen: fünf bis sieben Äpfel, 150 Gramm gehobelte Mandeln, 50 Gramm Mehl, 105 Gramm Sahne oder Hafercuisine, 150 Gramm Rohrohrzucker und 150 Gramm Butter, zudem etwas Vanille und Zitronenabrieb. Dazu einen klassischen Mürbteig für den Boden, auch 1-2-3-Teig genannt: Mehl, Butter und Zucker im Verhältnis 3:2:1. Mit der Hand verknetet man 300 Gramm Mehl mit 200 Gramm Butter (kalt, in Stückchen) und 100 Gramm Zucker. Diesen Mürbteig auf 3,5 Millimeter ausrollen und die Form damit auslegen. Die Äpfel klein schneiden und auf der Form verteilen. Zucker, Sahne und Butter in einem Topf aufkochen lassen. Mehl unter Rühren dazugeben und kurz köcheln lassen. Anschließend die Mandeln unterheben. Die Masse auf den Äpfeln verteilen und glatt streichen. Bei 190 Grad 50 Minuten backen.

Torten-Liebelei in Bairawies

Liebelei: Der Name des Cafés von Hanna-Sophie Kölmel (27) ist Programm. Dass die junge Konditormeisterin im alten Gutshof in Bairawies bei Dietramszell ihre Liebelei eröffnete, war eigentlich eher Zufall: Sie suchte nach einer Backstube, fand aber keine – stattdessen entdeckte sie, dass für das Café im alten Gutshof Pächter gesucht werden. Dort gibt es nun also die prächtigen Kuchen von Hanna-Sophie Kölmel, allerdings nur zu den Öffnungszeiten am Mittwoch von 11 bis 17 Uhr, am Donnerstag von 9 bis 22 Uhr und am Freitag von 9 bis 17 Uhr. Zudem ist jeden ersten Sonntag im Monat von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Das Café ist ein echter Geheimtipp. Denn die Kuchen der Chefin sind legendär, man kann sie auch bestellen zu besonderen Anlässen (www.patisserie-liebelei.de). Eine Tasse Kaffee kostet 3,60 Euro, ein Stück Kuchen 4,40 Euro, für ein Stück Traum-Torte zahlt man 4,80 Euro.

Hanna-Sophie Kölmel von der Liebelei ist bekannt für ihre Torten.

Hanna-Sophie Kölmel von der Liebelei in Bayrawies ist bekannt für ihre spektakulären Torten. © Liebelei

Der Geheimtipp für Radler

Radlfahrer lassen das ansonsten eher sehr abgelegene Hofcafé Golkofer von Monika und Johann März nie links liegen, und das hat süße Gründe. Sie lieben die hausgemachten Streuselkuchen, vor allem die mit Mohn, Kirschen oder Vanille. Und auch den legendären Zwetschgendatschi (Stück 4,50 Euro), der jetzt wieder Saison hat. Das Café am Golkofen 1 in Egling bei Wolfratshausen lockt bei schönem Wetter mit Tischen im Obstgarten zwischen den Apfelbäumen, es gibt auch kleine hausgemachte Gerichte. Und wenige Sahnetorten: „Die verkaufen wir nicht so gut, die sind den Radfahrern zu schwer“, weiß Monika März. Eine Tasse Cappuccino kostet 4,50 Euro. Die Auswahl an selbstgebackenen Kuchen ist riesig. Aber Achtung: Alle werden aber nur zum Verzehr im Café verkauft und nicht zum Mitnehmen. Das Café ist geöffnet von Freitag bis Sonntag jeweils von 11 bis 19 Uhr.

Hofcafé Golkofer

Das abgelegene Hofcafé Golkofer bei Egling ist besonders bei Radlern beliebt. © Hofcafé Golkofer

Karibische Köstlichkeiten von drei Brüdern

Sie stammen aus der Dominikanischen Republik und haben viele Rezepte mitgebracht. Die drei Brüder Fraylin, Cristopher und Fredherik Oziória Gomez backen und kochen viel und gerne mit Tamarinde. Die süß-säuerliche Frucht ist auch in einer selbstgemachten Limonade enthalten. Wer es weniger exotisch will, kann Himbeer- oder Ingwergeschmack wählen. Neben Kuchen gibt es im Café Flor an der Münchener Straße 17 in Feldkirchen-Westerham auch hausgemachtes Birchermüsli, Karaoke-Abende und Cocktails. Die Betreiber Fraylin (31) und Fredherik Ozoria Gomez (30) haben ihr Café erst zu Jahresbeginn aufgemacht, und es jetzt schon geschafft, zum Kult zu werden und frischen Schwung ins Dorf zu bringen. Übrigens: Ein Cappuccino und ein Stück Kuchen kosten 7 Euro

Fraylin Ozoria Gomez (links Inhaber)
-Cristopher Ozoria Gomez (in der Mitte)
-Fredherik Ozoria Gomez (rechts , Inhaber)

Drei Brüder betreiben das Café Flor: Fraylin Ozoria Gomez (links, Inhaber), Cristopher Ozoria Gomez (in der Mitte) und Fredherik Ozoria Gomez (rechts, Inhaber) © Café Flor

Windbeutel mit Weitblick

Die selbst gebackenen Windbeutel, die man im holzgetäfelten Gasthof oder auf der Panoramaterrasse genießen kann, sind nach altem Berliner Rezept hergestellt. Mit verschiedenen Füllungen gibt es die sensationelle Süßspeise im Café Graflhöhe Windbeutelbaron ab 8,80 Euro aufwärts. Ein Stück hausgemachter Kuchen kostet 5 Euro, ein Haferl Biokaffee 5,30 Euro. Wirt Hans Ebner verkauft im Windbeutelbaron an der Scharitzkehlstraße 8 über Berchtesgaden auch Enzianschnaps aus den Berchtesgadener Alpen und „Soizberg Gin“, der nach Walcholderbrennrecht von 1692 in der ältesten Bergbrennerei Deutschlands destilliert wurde.

Windbeutelbaron

Café Windbeutelbaron in Berchtesgaden: Die Terrasse bietet einen sensationellen Ausblick. © Windbeutelbaron

Sonne, Sahne, Spritz und Supertorten

Wandern auf dem Breitenstein ist eine Möglichkeit, aber wer seinen Besuch im Café Winklstüberl noch gemütlicher und weit weniger anstrengend gestalten will, kann die Berge von der Panoramaterrasse aus betrachten und einfach nur durch die Sammlung historischer Kaffeemühlen schlendern. Die Wirtin Thekla und ihre Tochter Sophia Mairhofer betreiben das Kult-Café in Fischbachau am Leitzachtal 68 mit sehr viel Liebe und Feingefühl. Es hat eine beeindruckende Geschichte: Erstmals wurde es um das Jahr 1300 schriftlich erwähnt, damals gehörte es zum Kloster Maxlrain, später dann zum Kloster Scheyern. 1950 übernahmen Josef Mairhofer und seine Ehefrau Thekla das Café Winklstüberl. Seit 2003 steht es unter der Leitung von Tochter Thekla Mairhofer.

Zu den Besonderheiten des Cafés zählt sicherlich die Größe der Tortenstücke, zudem gibt es täglich von Montag bis Freitag, von 8 bis 21 Uhr, mehr als 40 verschiedene Kuchen und Torten zur Auswahl. Im Herbst dürfen natürlich auch herbstliche Köstlichkeiten vom Zwetschgendatschi bis zu einem Glas Federweißen mit Zwiebelkuchen auf keinen Fall fehlen.

Ein Stück bayerische Vanillecremetorte oder Bienenstich kostet 4,30 Euro, der Apfelstrudel 4,20 Euro, die Blaubeersahne gibt es schon für 3,90 Euro.

Ein unzertrennliches Team: Schauspielerin und Winklstüberl-Wirtin Thekla Mairhofer und Tochter Sophia.

Ein unzertrennliches Team: Schauspielerin und Winklstüberl-Wirtin Thekla Mairhofer und Tochter Sophia. © Michaela Stache

Schlemmen am Schliersee

Zur Konditorei-Cafe-Confiserie Mesner kommen die Leut aus nah (rund um den Schliersee) und fern (München, mindestens). Bei schönem Wetter unter die alten Kastanien im Kaffeegarten, bei schlechtem Wetter in die gute Stube. Alle vereint die Freude an täglich frischen, selbst gemachten Kuchen, Torten, Teegebäck, Baumkuchen, Pralinen & Co. Seit 101 Jahren führt die Familie Guggenbichler den Traditionsbetrieb, der „selbst die Kriegsjahre unbeschadet überstanden“ hat. Ein echter Renner an den Freitagen und Samstagen ist der Rahmapfelstrudel (4,50 Euro). Ein Stückerl unter einer Kastanie mit Blick auf den sonnigen Schliersee – passt.

Lautererstraße 2, 83727 Schliersee, Tel. 08026/64 36, cafe-mesner.de. Geöffnet dienstags bis sonntags von 10–18 Uhr, Montag Ruhetag.

Café Mesner in Schliersee.

Café Mesner in Schliersee. © THOMAS PLETTENBERG

Krinner geht immer

Der Bäcker im Ort, das ist der Chef und Senior, er steht um 23 Uhr auf. Sagt uns eine seiner Töchter, Susanne. Damit in der Bäckerei und dem Backstüberl Krinner in Großhöhenrain alles parat ist für die Kunden ab 6 Uhr morgens. Das Café lockt u. a. mit einem „Höhenrainer Frühstart“ (Semmel, Brot, Wurst, Käse, Spiegelei, Speck, Butter für 12,50 Euro). Schon in sechster Generation gibt‘s den Betrieb, derzeit sind fünf Familienmitglieder im Brot-Boot. Tradition verpflichtet.

Für Susanne Krinner klingelt der Wecker um drei Uhr. Und das fünf Tage die Woche, sonntags und montags ist geschlossen. Besonders beliebt sind für die Süßen unter uns der altbayerische Bienenstich und die Prinzregententorte. Die Krinner-Handwerksbäckerei existiert nämlich schon seit 1869, die Torte (mehr dazu siehe Randspalte rechts) seit 1886. Kirchdorferstraße 5, 83620 Großhöhenrain, Tel. 08063/96 67, krinner-backstüberl.de

Chefin Daniela Krinner vom Backstüberl Krinner mit einem Stück Altbayerischer (links) und einer Schokocremetorte.

Chefin Daniela Krinner vom Backstüberl Krinner mit einem Stück Altbayerischer (links) und einer Schokocremetorte. © privat

Bohnengenuss im Bahnhof

Immer schön, wenn ein altes Bahnhofsgebäude nicht verfällt, sondern bespielt wird. In diesem Fall sogar mit anziehenden Aromen. Das Café Hey Schaffner in Huglfing im Pfaffenwinkel ist klein und fein. Über der Durchreiche baumeln die Kuchenformen, und man kann den Kreativen beim Backen zuschauen. Alles mit Dinkelmehl, die Bio-Eier sind aus der Region, versprechen die Chefs Alex Thieler, die früher in München ein Café hatte, und Margot Asam.

Der Kaffee kommt aus der Murnauer Kaffeerösterei. Bis Ende der bayerischen Sommerferien müssen Sie warten, danach ist freitags bis sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Ein Kuchenstück kostet vier Euro, ein Teller hausgemachte Suppe 5,90 Euro. Tel. 08802/913 88 11, cafe-heyschaffner.de.

Das Café Hey Schaffner in Huglfing (Pfaffenwinkel).

Das Café Hey Schaffner in Huglfing (Pfaffenwinkel). © Betreiber

Die helle Freude in Freising

Um 9 Uhr macht die Goldmarie in der Altstadt von Freising auf. Das Café mit guten Dinzler-Bohnen ist freundlich hell, hat eine abwechslungsreiche Speisekarte und lässt mit drei Rühreiern mit reichlich Lachs und Gebäck für zwölf Euro keine Wünsche offen. Danach ist der Domberg fast so hoch wie die Zugspitze.

Die Bedienungen sind freundlich, die Käsekuchen mit verschiedenen Obst-Varianten werden selbst gemacht – auch alle Eissorten, worauf man in der Goldmarie besonders stolz ist, sagt uns Geschäftsführer Moritz. Dass hier viele Frauen in Gruppen oder auch allein kommen, sei ein schönes Zeichen dafür, dass sie sich hier sicher fühlen.

Geöffnet mittwochs bis samstags 9–24 Uhr, sonntags 9–18 Uhr, montags und dienstags 9–22 Uhr. Am Wörth 1, 85354 Freising, goldmarie-freising.de

Café Goldmarie in Freising.

Café Goldmarie in Freising. © Bieber

Naschereien und Mode

Neben Leckereien gibt es im Ladencafé Joya in Dachau an der Wieningerstraße 3 auch Mode regionaler Labels und viele exotische Gerichte. Wirtin Adina Fiedlern ist eigentlich Marketing-Expertin und will alle Sinne ihrer Gäste ansprechen, sagt sie: „Bei mir gibt es neben Kuchen und Brunch auch Freude und die Lust am Entdecken.“ Bei den Dachauern kommen auch die Matcha-Spezialitäten gut an. Der Käsekuchen mit Blaubeeren kostet 4,50 Euro, ein Mango-Matcha 5,70 Euro.

Im neuen Ladencafé „Joya“ mit ihrem Kaffee strahlt Adina Fiedler zufrieden.

Im neuen Ladencafé „Joya“ mit ihrem Kaffee strahlt Adina Fiedler zufrieden. © dn