Bei Regen und Wind: Der letzte Tag für das Diepholzer Freibad
StartseiteLokalesLandkreis DiepholzDiepholzStand: 04.09.2026, 19:32 UhrKommentareUns auf Google folgen„Tschüss, geliebtes Freibad“: Regelmäßige Nutzer des Bades drückten gemeinsam ihr Bedauern aus. © Eberhard J...
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Stand: 04.09.2026, 19:32 Uhr
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Das Diepholzer Freibad hat am Freitag nach 87 Jahren endgültig geschlossen. Ein Allwetterbad mit 25-Meter-Becken soll es ersetzen – die Bauzeit beträgt drei Jahre.
Diepholz – Es war nicht nur der letzte Tag der Saison 2026: Das Diepholzer Freibad schloss am Freitagabend für immer. Ein Allwetterbad wird es ersetzen. „Tschüss, geliebtes Freibad“, stand auf einem der Plakate, die Reinhard Steinki mitgebracht hatte. Er und etwa 30 andere regelmäßige Nutzer des Bades im Müntepark trafen sich am Nachmittag des letzten Öffnungstages und drückten gemeinsam ihr Bedauern aus. Sie und weitere Schwimmer hätten gern das Freibad – insbesondere dessen 50-Meter-Becken – behalten. Doch andere sehen Vorteile in einem Allwetter-Neubau mit Hallenbad im Müntepark, der das Hallenbad „Delfin“ an der Thouarsstraße ersetzt.
Regenwetter und Wind waren passend zu der Stimmung der zusammengekommenen Freibad-Freunde. Einer davon war Michael Pape. „Ich bin hier jeden Tag 1.000 Meter geschwommen“, erklärte der sportlich-schlanke Diepholzer. Im nächsten Sommer werde er wohl nach Lohne fahren, wo es noch ein 50-Meter-Becken gibt und er als Schwimmer besser seine Bahnen ziehen kann. Wie voll es in einem 25-Meter-Becken werden kann, das aktuell für das neue Allwetterbad geplant ist, hatte die Gruppe einige Tage zuvor im Nichtschwimmerbecken des Diepholzer Freibades demonstriert, das diese Größe hat.
Im 50-Meter-Becken zogen am Freitagnachmittag nur vereinzelte Schwimmer ihre Bahnen. Am letzten Tag kamen nur etwa 50 Badegäste, was bei dem herbstlich-regnerischen Wetter nicht verwunderte. Tristan Dultmeyer, Meister für Bäderbetriebe, nutzte bei seiner Aufsicht zeitweise einen Schirm. Insgesamt zählten die Stadtwerke Huntetal als Bad-Betreiber in diesem Jahr knapp 52.000 Freibad-Gäste. An heißen Spitzentagen seien etwa 2.000 Menschen im Bad gewesen. Vor Corona waren auch schon mal 70.000 Besucher in einer Saison im Diepholzer Freibad gezählt worden. „Viele haben sich während der Pandemie einen eigenen Pool für den Garten angeschafft“, sieht Stadtwerke-Pressesprecherin Jasmin Chiri eine Begründung für das geänderte Badeverhalten, das viele Freibäder betreffe.

Unter den versammelten Stammgästen am letzten Öffnungstag war auch Reiner Suhren. Der 91-Jährige ist der älteste Schwimmer der Gruppe und bedauerte die Freibad-Schließung. Für eine Planung des Allwetterbades mit 50-Meter-Becken hatten Sonja Behnisch, Angela Bredemeyer und Martina Volbert gekämpft und schließlich einen Bürgerentscheid erreicht, der aber nicht in ihrem Sinne ausging. Aufgrund ihres großen Engagements hatte Reinhard Steinki die drei Diepholzerinnen, die am letzten Öffnungstag ebenfalls anwesend waren, für den Titel „Zukunftsmacherinnen“ der Mediengruppe Kreiszeitung vorgeschlagen.
Der Umbau des Diepholzer Freibades zu einem Allwetterbad mit neu gestalteten, kleineren Becken hatte für heftige und monatelange Diskussionen gesorgt. Am Schluss stand im Januar ein offizieller Bürgerentscheid. Dabei stimmte zwar eine Mehrheit von 55,23 Prozent für die deutlich teurere Lösung mit einem 50-Meter-Becken, da aber zu wenige Bürger zur Abstimmungs-Urne gingen und mit einer Wahlbeteiligung von 31,49 Prozent das gesetzlich vorgeschriebene Quorum (Mindestbeteiligung) nicht erreicht wurde, blieb es bei der am 19. März 2025 vom Rat der Stadt Diepholz beschlossenen Variante mit einem 25-Meter-Becken. Die Baukosten dafür betragen etwa 26 Millionen Euro. Der gültige Ratsbeschluss beinhaltet eine Notbremse, falls die Kosten aus dem Ruder laufen.
Diese Variante wird nun weiter für eine Umsetzung geplant. Laut Mitteilung der Stadt wird aktuell eine detaillierte Kostenkalkulation aufgestellt, um damit dann die konkreten Ausschreibungen zusammenzustellen. Der städtische Verwaltungsausschuss thematisiert die Ergebnisse voraussichtlich in seiner Sitzung am 28. September.
Für das neue Diepholzer Allwetterbad wird mit einer Bauzeit von etwa drei Jahren gerechnet. Während dieser Zeit wird das Hallenbad „Delfin“ ganzjährig geöffnet haben.
Das Diepholzer Freibad im Müntepark stammt im Kern aus den 1930er Jahren und wurde am 9. Mai 1939 eröffnet. 1973 erfolgte eine grundlegende Sanierung. Es erhielt damals die heutige Beckenaufteilung. In den 1980er Jahren wurde es um das Kleinkinderbecken mit Spielbereich ergänzt.
Das neue Allwetterbad im Müntepark wird das Hallenbad „Delfin“ an der Thouarsstraße ersetzen. Dieses ist – wie das am Freitag geschlossene Freibad – technisch veraltet und seit 30 Jahren nicht grundlegend saniert worden. Noch ist das Hallenbad jedoch geöffnet: Die neue Saison beginnt dort am Montag, 7. September.