Beinahe-Tragödien erschüttern Münchner Flughafen – zahlreiche Vorfälle seit Eröffnung
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Stand: 19.08.2026, 13:54 Uhr
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Der Flughafen München hat seit der Eröffnung im Jahr 1992 eine lange Liste dramatischer Zwischenfälle. Ein Überblick über die spektakulärsten Unfälle.
Flughafen München – Notlandungen, kollabierte Fahrwerke, Rauch in der Kabine: Der Flughafen München hat seit seiner Eröffnung vor mehr als drei Jahrzehnten eine ganze Reihe von Luftfahrt-Zwischenfällen erlebt. Mindestens 15 Vorfälle hat die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) am Münchner Airport seit 1992 dokumentiert – bei insgesamt mehr als 11,3 Millionen Flugbewegungen. Zu den dokumentierten Fällen kommen nun zwei weitere Vorfälle hinzu, die sich am vergangenen Samstag und Montag am Münchner Flughafen ereignet haben. Alle Vorfälle gingen nach bisherigen Angaben glimpflich aus.

15 Zwischenfälle seit 1992 am Flughafen München – alle gingen glimpflich aus
Den Auftakt macht das Jahr 1993: Am 16. Oktober musste eine MD-81 auf dem Weg nach Zürich umkehren, nachdem sich im Cockpit starker Rauch entwickelt hatte. Die 88 Passagiere und sieben Crewmitglieder an Bord kamen zurück nach München – doch beim Landen hatten die Piloten kaum noch Sicht. Bei der anschließenden Notevakuierung zogen sich 14 Reisende und ein Besatzungsmitglied leichte Verletzungen zu.
Rund neun Jahre später, am 14. September 2002, setzte ein Canadair-CL-600-Jet aus dem sardischen Cagliari ohne ausgefahrenes Bugfahrwerk auf der Landebahn auf. Nur die beiden Hauptfahrwerke ließen sich ausfahren. Die 49 Fluggäste und vier Crewmitglieder verließen die Maschine durch Notausgänge über den Tragflächen sowie den vorderen Ausgang – unverletzt.
Fokker 70 landet auf verschneitem Acker
Dramatischer verlief ein Vorfall am 5. Januar 2004: Eine aus Wien kommende Fokker 70 kämpfte mit Triebwerksproblemen durch Eisbildung und schaffte es nicht mehr bis zur Landebahn. Die Maschine setzte rund 4,5 Kilometer davor auf einem schneebedeckten Acker auf und kam schwer beschädigt auf dem Rumpf liegend zum Stillstand. Alle 28 Fluggäste und vier Besatzungsmitglieder konnten das Wrack aus eigener Kraft verlassen.
Im Sommer 2007 riss beim Rollen eines Airbus A330-200 zur Startbahn ein Fahrwerksträger – ausgelöst durch eine Kurvenbewegung. Die Piloten stoppten die Maschine sofort. Alle 244 Passagiere und 15 Crewmitglieder verließen den Airbus auf dem Rollweg über Treppen, niemand wurde verletzt.
Bugfahrwerk klemmt – Rückkehr nach München
Nur wenige Wochen später, am 21. September 2007, sorgte eine DHC-8-400 für Aufregung: Beim Landeanflug in Florenz ließ sich das Bugfahrwerk nicht ausfahren. Die Piloten entschieden sich zur Rückkehr nach München, wo sie die Maschine sicher auf den Hauptfahrwerken aufsetzen konnten. Ursache war eine gebrochene Schraubenfeder, die das Bugfahrwerk verklemmt hatte. Die Passagiere verließen das Flugzeug über die Treppe.
Am 17. Mai 2012 entdeckte eine Flugbegleiterin an Bord einer ATR 72-500 Rauch in der Kabine. Die Maschine kehrte um – und kollidierte beim Landen mit einer Antenne der Sichtweitenmessanlage. Das Bugfahrwerk kollabierte an einer Bodenwelle, die Maschine kam nach rund 300 Metern im Gras zum Stehen. Sechs Passagiere erlitten bei der Evakuierung leichte Verletzungen.
Der bislang letzte in der BFU-Datenbank dokumentierte Vorfall datiert auf den 20. Januar 2016: Ein Airbus A320-216 stieß beim Abrollen von der Enteisungsfläche mit zwei Enteisungsfahrzeugen zusammen. Personen kamen dabei nicht zu Schaden. (Quelle: dpa) (jh)