Bengalos in Kirche, Wohnungen und Laden geworfen: Fünf Brandstiftungen in Haar
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Stand: 15.09.2026, 13:27 Uhr
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Ein oder mehrere unbekannte Täter haben in Haar binnen 45 Minuten fünfmal brennende Bengalos in Gebäude geworfen. Einen der rot brennenden Gegenstände warfen sie sogar während eines Segnungsgottesdienstes für Erstklässler in die Kirche St. Bonifatius.
Haar – Gleich fünfmal haben ein oder mehrere bislang unbekannte Täter am Montagnachmittag in Haar rot brennende Bengalos in Gebäude geworfen oder dort abgelegt. Ein Fall sticht heraus: In der Kirche St. Bonifatius im Jagdfeld legten der oder die Täter gegen 17 Uhr während eines Segnungsgottesdienstes für Erstklässler einen brennenden Bengalo im Eingangsbereich des Gotteshauses ab, meldet die Polizei. Teilnehmer bemerkten Rauchgeruch und warfen den Gegenstand geistesgegenwärtig in den nahegelegenen Jagdfeldsee. Verletzt wurde nach Polizeiangaben niemand. Keine Selbstverständlichkeit: Bengalos sind pyrotechnische Fackeln, die sehr hell leuchten, farbig brennen und oft viel Rauch erzeugen – beliebt bei Fußballfans. Der Sachschaden liegt im niedrigen vierstelligen Bereich. Die Polizei ermittelt wegen versuchter schwerer Brandstiftung und sucht Zeugen.
Pastoralreferent Josef Dimpfl berichtet, er und Pfarrerin Imhoff von der evangelischen Kirche hätten gerade den Erstklässler-Gottesdienst begonnen, als es passierte. „Wir hatten gerade das Eingangslied gesungen, dann bemerkten wir etwas Ungewöhnliches.“ Er war natürlich vorne mit den Kindern beschäftigt, sagt aber hörbar erleichtert, dass hinten sitzende Väter sich ganz schnell das pyrotechnische Teil gegriffen und blitzschnell in den See geworfen hätten. Pfarrerin Imhof habe sich um die Kinder gekümmert, zum Glück seien die Eltern alle sitzen geblieben. „Wir haben dann alle Fenster aufgemacht und durchgelüftet, denn der Geruch war ja doch zu spüren“, sagt Dimpfl. Auch für ihn sind mit dieser Tat Grenzen überschritten und man spürt, wie er sich um eine mäßigende, und dabei spürbar fassungslose, Beschreibung bemüht. „Gott sei Dank ist niemand zu Schaden gekommen“, sagt Pfarrvorstand Pater Gabriel Budau.
Alle fünf Vorfälle ereigneten sich zwischen 16.30 und 17.15 Uhr im Bereich der Straßen „Am See“, Jagdfeldring und Hans-Stießberger-Straße. Um 16.30 Uhr bemerkte eine 44-Jährige in einer Erdgeschosswohnung im Bereich „Am See“ einen rot brennenden Gegenstand, der in den Eingangsbereich geworfen worden war. Unklar ist laut Polizei, ob der Täter den Bengalo durch ein Fenster warf. Die 44-Jährige verständigte ihren Ehemann, der diee Rauchfackel löschte.
Kurz darauf steckten Unbekannte einen weiteren Pyro-Gegenstand in einen Spalt zwischen Balkon und Hauswand eines Mehrfamilienhauses. Eine 23-Jährige und zwei 17-Jährige beobachteten dies vom Balkon im ersten Obergeschoss, gingen sicherheitshalber in die Wohnung und löschten den pyrotechnischen Gegenstand, nachdem er komplett abgebrannt war, mit Wasser.
56-Jährige bemerkt Bengalo in ihrer Wohnung
Ebenfalls im Jagdfeldring wurde gegen 16.50 Uhr ein brennender Bengalo durch eine geöffnete Balkontür in eine Wohnung an der Hans-Stießberger-Straße im ersten Obergeschoss geworfen. Als die 56-jährige Bewohnerin dies bemerkte, warf sie ihn auf den Gehweg.
Der letzte bekannte Fall ereignete sich gegen 17.15 Uhr in einem Ladengeschäft im Bereich des Jagdfeldrings: Dort wurde ein brennender Gegenstand durch den geöffneten Hintereingang in den Verkaufsraum geworfen. Anschließend flüchtete der Täter mit einem Fahrrad. Im Laden hielt sich zu diesem Zeitpunkt der 28-jährige Geschäftsführer auf.
Die Polizei geht wegen der zeitlichen und räumlichen Nähe der Taten von einem Zusammenhang aus. Einen Tatverdächtigen beschreibt sie als etwa 14-jährigen Burschen, rund 1,60 Meter groß, mit kurzen schwarzen Haaren, schwarzem T-Shirt und dunkler Hose.
Polizei sucht Zeugen
Die Kriminalpolizei ermittelt und sucht Zeugen. Wer am Montag zwischen 16.30 und 17.15 Uhr im Bereich Münchner Straße, Jagdfeldring, „Am See“ oder Hans-Stießberger-Straße in Haar verdächtige Beobachtungen gemacht hat, wird gebeten, sich beim Kommissariat 13 des Polizeipräsidiums München unter Tel. 089/2910-0 oder bei jeder anderen Polizeidienststelle zu melden.


