Bergan in ihr drittes Leben
StartseiteRegionHochtaunusBad HomburgStand: 21.08.2026, 20:00 UhrKommentareUns auf Google folgenVikarin Caroline Schönberg hat eine Aktion zum Stadtradeln in Bad Homburg organisiert. Morgen startet die gemeinsc...
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Stand: 21.08.2026, 20:00 Uhr
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Caroline Schönberg wird Pfarrerin im zweiten Bildungsweg. Mit ihrem Erfahrungsschatz will sie vor allem Menschen an Wendepunkten unterstützen. Ihr Leben hat sie durch die Welt geführt. Jetzt kann man sie bei verschiedenen Outdoor-Aktionen in Bad Homburg treffen.
Kirdorf – Die leichte, aber stetige Steigung zum Schmuckplatz hat Caroline Schönberg auf ihrem Bio-Bike mit Leichtigkeit überwunden. Da hat die 54 Jahre alte Vikarin schon andere Herausforderungen bewältigt. In Bad Homburg startet sie sozusagen gerade in eine neue Lebensphase.

Die Oberstedterin – in der dortigen evangelischen Gemeinde seit 2011 ehrenamtlich tätig, zuletzt als Vorsitzende des Kirchenvorstands – ist an der Kirdorfer Gedächtniskirche angedockt und hat Pfarrer Jörg Marwitz als Lehrpfarrer, ist aber für die Bad Homburger Gesamtkirchengemeinde im Einsatz.
Mit 54 Pfarrerin in Ausbildung – da stellt sich die Frage: warum jetzt? Und was war vorher? Darüber kommt man mit Caroline Schönberg angenehm locker ins Gespräch. Aufgewachsen in Schleswig-Holstein, studierte sie als junge Frau Jura. „Mein erster Beruf ist Rechtsanwältin“, erzählt sie. Die Arbeit ihres Mannes führte sie jedoch schon bald in die Welt.
Sie hat lange Zeit im Ausland gelebt
Das Paar wohnte zeitweise in Portugal, Mexiko und den USA. Zwei der drei heute erwachsenen Töchter wurden in dieser Lebensphase geboren. In Portugal hatte Caroline Schönberg eine Anwaltskanzlei und vertrat Mandanten im Bereich Sozialrecht. „Nebenbei“ sorgte sie dafür, dass die wachsende Familie in den drei Ländern sozial ankam – lernte die Sprachen, nahm Kontakt zu den „Expat“-Communities auf. Sozusagen ein zweites Berufsleben.
In den deutschen Kirchengemeinden im Ausland entflammte wohl der erste Funke dafür, dass Caroline Schönberg heute Pfarrerin wird. In den Nullerjahren in Mexiko, da suchte der Pfarrer Prädikanten – er musste ja das ganze Land bereisen. „Da habe ich es das erste Mal ausprobiert“, erzählt die 54-Jährige. Kirche und Glaube hatten sie seit der Kindheit begleitet.
2011 landeten die weit gereisten Nordlichter und ihre Mädels zu fünft im „Ausland Hessen“, wie die Vikarin lächelnd sagt. Binnen weniger Tage gelang es der Juristin von Amerika aus, in Oberstedten ein Haus zu finden. Dort half sie ehrenamtlich in diversen Bereichen der Gemeinde mit, leitete unter anderem einen Hauskreis. „Warum machst du das nicht beruflich?“, hatte sie die damalige Pfarrerin Miriam Küllmer-Vogt mal gefragt.
Als auch ihre jüngste Tochter erwachsen wurde, ging Caroline Schönberg zum Arbeitsamt. „Die hatten nichts für mich als Juristin“, erzählt sie. Es meldete sich der Wunsch, ihren Glauben „wissenschaftlich zu erkunden“. So nahm sie 2022 noch mal ein Universitätsstudium auf – Theologie, mit Graecum, Hebraicum und Vikariat, das vor knapp einem Jahr begann.
„Mein Vater ist früh gestorben“, berichtet sie. Da habe sie gemerkt, dass der Glaube „ein echter Anker“ sein kann. „Mit meiner Lebenserfahrung möchte ich Menschen zeigen, wie sehr der Glaube durch alle Höhen und Tiefen, auch durch verrückte Alltagssituationen, tragen kann und es hell macht.“
Die Begleitung der Menschen an Wendepunkten ihres Lebens liegt ihr besonders am Herzen. „Außerdem baue ich gern Brücken, schaue in Ecken und Nischen und verbinde Menschen.“
Schönberg ist im Verkündigungsteam tätig, unterrichtet an der Ketteler-Francke-Schule – und ist gerade Koordinatorin für die Gruppe „Evangelisch in Bad Homburg“ beim Stadtradeln. 34 Teams gibt es dafür in der Kurstadt, auch Politiker, Firmen und Schulen haben eigene Gruppen, die im fröhlichen Wettbewerb (auch mit den Nachbarstädten) Kilometer erstrampeln.
Am Sonntag, 23. August, um 17 Uhr startet an der Erlöserkirche eine Radrundtour, die zu allen Ortskirchen der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Homburg führt. Als Dankeschön gibt es eine nachhaltige Fahrradtasche – zusammenfaltbar, aus recyceltem Material.
Und am Samstag, 5. September, ist ab 17 Uhr im Gustavsgarten ein Open-Air-Gottesdienst mit Picknick-Atmosphäre geplant.