Samt vorgefertigter Unterschriften: Bericht deckt FIFA-Diktat gegenüber Verbänden auf

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Samt vorgefertigter Unterschriften: Bericht deckt FIFA-Diktat gegenüber Verbänden auf

Stand: 05.08.2026, 21:24 Uhr

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Unmittelbar nach der Krisensitzung der FIFA in Marokko gibt es neue Enthüllungen. So soll der Verband vorgefertigte Pro-Infantino-Briefe verschickt haben.

Sale – Mit Interesse wurde auf das Ergebnis der FIFA-Krisensitzung in Marokko gewartet. Statt eines von einigen erwarteten Rücktritts von FIFA-Präsident Gianni Infantino schmiedete dieser dort Pläne, um weiter im Amt zu bleiben. Eine Enthüllung von Sky News zeigt, dass der Schweizer auch vor der WM wohl schon eifrig an einer möglichen Wiederwahl arbeitete.

FIFA-Präsident Infantino

Wie geht es für Gianni Infantino weiter? © Sven Hoppe/picture alliance/dpa

So sollen im Mai und Juni an mehrere Verbände vorgefertigte Briefe versandt worden sein. Der Inhalt: Lobpreisungen für FIFA-Präsident Gianni Infantino. Der 56-Jährige wird darin für seine gute Arbeit in den vergangenen Jahren gelobt, seine Arbeit für Infrastruktur und den Frauenfußball wird positiv hervorgehoben. Besonders brisant: Laut dem Bericht waren die Briefe von den angeschriebenen Nationalverbänden schon in deren Namen vorunterschrieben.

Stellen die vorgefertigten FIFA-Briefe einen Regelverstoß dar?

Vor der WM 2026 schien es nicht so, als müsste sich Infantino ernsthaft Sorgen um eine Wiederwahl machen. Nachdem er Rechte an der Fußball-WM für private Investoren veräußern wollte, brach jedoch breiter Widerstand aus. Speziell die UEFA setzte durch ihre Boykott-Androhung auf maximale Konfrontation.

Der europäische Verband soll nun auch gezielt daran arbeiten, bis zur Deadline am 19. November einen Kandidaten für das Präsidentenamt der FIFA zu finden. In diesem Zusammenhang könnten auch die vorgefertigten Briefe eine wichtige Rolle spielen. Denn auch wenn ein derartiges Vorgehen nicht als solches verboten ist, gibt es doch verschiedene Auslegungen bestimmter FIFA-Statuten.

Miguel Maduro, ehemals ein hohes Tier in den Reihen der FIFA, sieht von Sky News auf die Briefe angesprochen ein unerlaubtes Vorgehen der FIFA: „Das Verhalten der Administration bedeutet einen Regelbruch gegen Artikel 63, der die Gewaltenteilung betont.“ So müssten alle Kandidaten, die sich für das Präsidentenamt zur Wahl stellen, gleiche Chancen besitzen.

Was Maduro meint: Wer nicht bereits Teil der FIFA ist, kann selbstverständlich auch nicht mit Mitteln der FIFA vorgefertigte Briefe an einzelne Mitgliedsverbände verschicken. Der Bericht dürfte unabhängig von möglichen juristischen Konsequenzen wohl kaum zu einer vermehrten Unterstützung einer Wiederwahl Infantinos führen. (phm)