Besondere Immobilie zu verkaufen: Wer übernimmt diesen Campingplatz hinter der Saar-Grenze für 1,4 Millionen Euro?

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Besondere Immobilie zu verkaufen: Wer übernimmt diesen Campingplatz hinter der Saar-Grenze für 1,4 Millionen Euro?
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Besondere Immobilie zu verkaufen Wer übernimmt diesen Campingplatz hinter der Saar-Grenze für 1,4 Millionen Euro?

Seit mehr als 16 Jahren führen Erik und Monique van Dijk die Anlage hoch über der Mosel. Nun steht sie zum Verkauf.

11.09.2026 , 13:53 Uhr

Hoch über der Mosel, auf einer Anhöhe im Hunsrück, liegt der Campingplatz Moselhöhe in Heidenburg. Nun soll er verkauft werden.

Hoch über der Mosel, auf einer Anhöhe im Hunsrück, liegt der Campingplatz Moselhöhe in Heidenburg. Nun soll er verkauft werden.

Foto: Monika Traut-Bonato

Hoch über der Mosel, auf einer Anhöhe im Hunsrück, liegt der Campingplatz Moselhöhe in Heidenburg. Rund 35.000 Quadratmeter groß, naturnah angelegt und mit 104 Stellplätzen ausgestattet, ist er seit Jahren ein beliebtes Ziel für Campingurlauber. Die meisten Gäste kommen aus den Niederlanden, Deutschland und Belgien. Doch auch Camper aus Skandinavien, den USA, Australien, Neuseeland, China oder Japan machen auf der Moselhöhe Station. Heidenburg liegt etwa 30 Kilometer entfernt von Nonnweiler im Saarland.

„Wir haben sogar viele Stammgäste aus Konz oder Trier, die regelmäßig zu uns hochkommen“, sagt Erik van Dijk. Wer hierherkomme, suche vor allem eines: Ruhe und Entschleunigung, Natur und den besonderen Blick über die Hunsrückhöhen.

Campingplatz mit Moselblick soll neue Besitzer finden

Schon die Anfahrt zum Platz wirkt wie eine Reise in eine andere Welt. Dichte Wälder, enge Kurven und immer weiter bergauf. Bei klarer Sicht reicht der Blick von der Eifel bei Daun bis hinunter nach Klüsserath an der Mosel. Vor dem blau gestrichenen Haupthaus mit seiner üppigen Blumenpracht herrscht an diesem Nachmittag reges Treiben. Gäste kommen zum Plausch vorbei, andere fragen nach Wanderwegen.

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Foto: IMAGO/imagebroker/IMAGO/imageBROKER/Andreas Vitting

Und genau diese Idylle soll verkauft werden? Der Niederländer nickt. Leicht falle ihm und seiner Frau Monique die Entscheidung nicht. „Das hier ist mein Leben“, sagt er. Über viele Jahre habe er hier viel Herzblut investiert. „Das Problem ist nicht der Campingplatz, sondern wir wollen langsam in Rente gehen. Irgendwann ist Schluss.“ Deshalb möchten sie die Moselhöhe in neue Hände geben.

Von den Niederlanden an die Mosel: Die Geschichte der Van Dijks

Als die Van Dijks vor 16 Jahren die Anlage in Heidenburg kauften, verfügten sie bereits über langjährige Erfahrung. Schon rund 30 Jahre zuvor hatten sie den ersten Campingplatz der Familie in den Niederlanden übernommen und 13 Jahre lang betrieben. Ursprünglich arbeitete Van Dijk als Büroangestellter im Import- und Exportgeschäft, bevor er gemeinsam mit seiner Frau in die Campingbranche einstieg. Dann machten sie sich auf die Suche nach etwas Eigenem. Dreieinhalb Jahre lang besichtigte er rund 20 Plätze in mehreren Ländern – und entdeckte schließlich die Moselhöhe. „Ich wusste genau, was ich wollte“, erinnert er sich. Campingplätze stünden schließlich nicht jeden Tag zum Verkauf.

Seit der Übernahme im Jahr 2010 haben die Van Dijks viel investiert. Die Terrasse wurde erweitert und überdacht, das Wohnhaus umfassend modernisiert, die Einfahrt vergrößert und ein Teich angelegt. Renovierungsstau gebe es keinen. „In den ersten fünf Jahren müssen keine größeren Investitionen gemacht werden“, sagt van Dijk. Angeboten wird die Anlage in idyllischer Lage mit Gastronomie, Betreiberwohnung, einem kleinen Pool, einem Spielplatz sowie einem großen Wohnhaus. Die 104 Stellplätze verfügen über Strom-, Wasser- und Abwasseranschlüsse, WLAN ist auf dem gesamten Gelände verfügbar. Hinzu kommt weiteres Entwicklungspotenzial auf dem Grundstück.

104 Stellplätze und Entwicklungspotenzial auf der Moselhöhe

Der besondere Reiz des Platzes liegt in seiner idyllischen Lage rund 420 Meter über der Mosel. Die Region bietet Wanderwege, abwechslungsreiche Radstrecken sowie Angebote für Angler und Wassersportler. Der Kaufpreis von 1,4 Millionen Euro basiert auf einem Gutachten eines Sachverständigen für Camping- und Ferienparkwirtschaft, Prof. Dr. Heinrich Lang. Das Angebot richtet sich allerdings weniger an den klassischen Häuslebauer als an Menschen mit Ideen.

Für van Dijk ist klar: Gesucht wird nicht einfach ein Käufer, sondern ein Unternehmer. „Der Unternehmer sieht Möglichkeiten, der Privatmann sieht Probleme.“ Deshalb habe er es auch nicht eilig. Verkaufen müsse er nicht. „Ich möchte die Anlage in neue Hände geben, aber ich habe keinen Druck.“

Interessenten gibt es bereits einige. „Alle sind begeistert“, sagt van Dijk. Doch oft scheitere es an der Finanzierung. Die Banken seien deutlich vorsichtiger geworden. „Viele überschätzen sich. Wer so etwas kaufen will, braucht Eigenkapital, ein tragfähiges Konzept und das Vertrauen der Bank.“

Campingplatzbetreiber sind Gastgeber und „Mädchen für alles“

Dass ihm die Zukunft des Platzes am Herzen liegt, merkt man schnell. „Ich möchte nicht an jeden verkaufen“, sagt er offen. Es habe bereits Interessenten gegeben, bei denen er im Nachhinein froh gewesen sei, dass kein Vertrag zustande kam.
Bis ein Nachfolger gefunden ist, wollen die Van Dijks den Betrieb weiterführen und den neuen Eigentümer bei Bedarf begleiten. Schließlich kaufe man hier nicht nur ein Grundstück oder ein Unternehmen. „Man kauft ein Leben“, sagt van Dijk. Was er damit meint, erklärt er sofort selbst. Campingplatzbetreiber seien Gastgeber, Handwerker, Organisatoren, kurz gesagt „Mädchen für alles“. „Das Schönste an dem Beruf sind die Freiheiten, die man hat.“ Man arbeite in der Natur, sei sein eigener Chef und habe meist mit gut gelaunten Menschen zu tun.

Wie ihre Zukunft aussieht, wissen Erik und Monique van Dijk noch nicht genau. Vielleicht bleiben sie in Deutschland, vielleicht übernimmt er irgendwann einen kleinen Wohnmobilpark seines Vaters in den Niederlanden. „Wir werden wahrscheinlich niemals mehr so schön wohnen.“ Sicher ist nur eines: Die Moselhöhe soll in gute Hände kommen. Ernsthafte Interessenten dürfen sich gerne an ihn persönlich wenden. „Aber irgendwann wird einer kommen“, sagt van Dijk, daran zweifelt er nicht. Schließlich übergibt er nicht nur einen Campingplatz – sondern einen Lebensentwurf.